DFB-Team - Robert Andrich hält Toni Kroos den Rücken frei: Ein Bodyguard auf dem Weg nach oben
Robert Andrich gab gegen Frankreich sein Startelf-Debüt für die deutsche Nationalmannschaft. Mit seiner Präsenz und Zweikampfstärke im Mittelfeld hatte der Bodyguard von Toni Kroos großen Anteil am 2:0-Sieg über das Starensemble aus dem Nachbarland. Während er dem einen Weltstar den Rücken freihielt, eckte er mit einem anderen an - und das ganz bewusst, wie Andrich verriet.
Andrich über Zusammenspiel mit Kroos: "Ergänzen uns ganz gut"
Quelle: Perform
Robert Andrich hat tatsächlich schon mal eine Nacht im Bett von Toni Kroos' Schwägerin verbracht. Damals, beim "flüssigen" Abschied von dessen Bruder Felix, ist anscheinend "die dritte Apfelschorle" schlecht gewesen.
Das ist Jahre her, doch Andrich blieb der Familie Kroos stets eng verbunden - und jetzt flammt die alte Liebe neu auf.
"Ihr seid zwei Leute, die mir einiges bedeuten", erzählte Felix Kroos im gemeinsamen Podcast "Einfach mal Luppen" mit Toni, in dem Andrich am vergangenen Mittwoch zu Gast war.
"Rob" und Toni, meinte der jüngere Kroos-Bruder, seien seine "Traum- und Wunsch-Doppelsechs" für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft - und das sieht Bundestrainer Julian Nagelsmann inzwischen offenbar ganz genauso.
Kroos und Andrich - das passt
Der Weltstar und dessen Bodyguard harmonierten beim beeindruckenden 2:0 gegen Frankreich auf Anhieb. Obwohl oder gerade, weil das Duo so unterschiedlich ist.
Hier der Weltmeister von 2014, dessen Weltkarriere schon beim Debüt für den FC Bayern mit 17 vorgezeichnet schien. Dort der Burger-Fan mit Gladiatorenfrisur und Wikingerbart, der sich über Hertha BSC, Dynamo Dresden, Wehen Wiesbaden und Union Berlin zu Bayer Leverkusen hochgearbeitet hat.
Während Kroos seinen Weg stets geradlinig verfolgte, gibt Andrich freimütig zu, dass er noch zu Wehener Zeiten "viel zu viel nach null Uhr" unterwegs gewesen sei. Erst seine Ehefrau Alicia habe ihn diesbezüglich "eingefangen".
Noch immer kommt ihm sein Profi-Leben manchmal vor wie ein Traum. "Es gibt Momente, in denen du sagst: Boah, geil", meinte er. Sein erstes Länderspiel von Beginn an, und das gleich neben Kroos, dürfte so einer gewesen sein.
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Robert Andrich (l,) und Felix Kroos (M.)
Fotocredit: Getty Images
"Es ist schon großartig, wenn man mit Toni in einem Atemzug genannt wird", sagte der 29-Jährige. Dass er einst bei Union mit Felix und jetzt beim DFB mit Toni spiele, sei "schon eine gute Nummer".
Andrich will Kroos zuarbeiten
Nicht nur Felix Kroos, von Andrich in Berlin einst "unnötig gemacht", wie er mit einem Augenzwinkern erzählt, findet: "Es passt auch sportlich zwischen euch." Und zwar, wie Andrich urteilt, "sehr, sehr gut".
Auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Duells mit den Niederlanden (Di. ab 20:45 Uhr im Liveticker) ging Andrich noch mehr ins Detail: "Man hat gegen Frankreich gesehen, dass Toni ein unfassbarer Spieler ist. Ich versuche, ihm mit meiner Spielintelligenz so zuzarbeiten, dass er sich entfalten kann. Ich will dem Spiel aber auch selbst meinen Stempel aufdrücken."
Kein Wunder: Er hat in Leverkusen Xabi Alonso als Lehrmeister, einen der besten Mittelfeldspieler der Geschichte. Der Trainer, berichtete er, "geht mir noch mal ein bisschen mehr auf den Sack als anderen Spielern". In der DFB-Elf sieht Andrich es vielleicht auch deshalb als seine Aufgabe an, "Energie rüberzubringen".
Andrich setzt Zeichen gegen Mbappé
Dafür setzt er schon mal ganz bewusst "ein Zeichen", wie im giftigen Duell mit Frankreichs Superstar Kylian Mbappé.
Nach einem Foul des Bayer-Strategen hatte Mbappé mit dem linken Bein ausgekeilt, manch einer dürfte die Aktion als Tätlichkeit gewertet haben.
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Quelle: Perform
"Es war eine Provokation von seiner Seite. Wenn ich vielleicht noch ein bisschen mehr draus mache, ist es noch klarer eine Rote", analysierte Andrich. Er ergänzte: "Ich glaube schon, dass man da definitiv über Rot nachdenken kann. Wenn er die bekommt, habe ich alles richtig gemacht."
Andrich "immer ekelig"
Die Fähigkeit, Kontrahenten auch mal auf die Nerven zu gehen, habe er sich eigenen Angaben zufolge schon früh zugelegt: "Die Mentalität, sich immer zu wehren und immer ekelig zu sein, gab es schon damals. Ich war immer einer der Kleinsten und bin spät gewachsen", verriet Andrich.
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Andrich: "Wenigste Spielzeit der letzten Jahre"
Quelle: Perform
Er schob nach: "Die fußballerische Qualität war immer da, das Körperliche kam dann dazu. Aber die Mentalität ist stets geblieben."
Doch Robert Andrich kann nicht nur "ekelig", sondern auch sehr sanft sein: In jungen Jahren wollte er genau wie Toni Kroos Kindergärtner werden. Es kam beruflich bekanntlich ganz anders, ihre Wege kreuzten sich dennoch - auf dem Platz und im Kreise der Familie.
Mit seinem Auftritt gegen Frankreich dürfte er sich jedenfalls neben Toni festgespielt - und das mannschaftsinterne Duell mit Pascal Groß (Brighton and Hove Albion) vorerst für sich entschieden haben.
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