Drei Dinge, die bei Mexiko gegen Deutschland auffielen: Niklas Süle ohne Rhythmus, Offensivabteilung intakt
Die deutsche Nationalmannschaft blieb auch im zweiten Spiel unter Neu-Bundestrainer Julian Nagelsmann ungeschlagen. Beim 2:2 gegen Mexiko in Philadelphia sah sich das DFB-Team allerdings mit deutlich mehr Gegenwind konfrontiert als im Duell mit den USA (3:1) wenige Tage zuvor. Allerdings: Einige Trends setzten sich fort – positiv wie negativ. Drei Dinge, die auffielen.
Nagelsmann analysiert Mexiko-Spiel: "Das hat gefehlt"
Quelle: SID
Julian Nagelsmann versprühte trotz des nicht immer zufriedenstellenden Auftritts seiner neuen Mannschaft am "ARD"-Mikrofon reichlich Optimismus.
"Ich habe noch nie eine Mannschaft trainiert, die Dinge so schnell umsetzt", schwärmte er nach dem 2:2 gegen Mexiko mit Blick auf das DFB-Team, das er im Rahmen der USA-Reise erstmals als Bundestrainer betreuen durfte.
Tatsächlich zeigte sich die deutsche Nationalmannschaft im Vergleich zu zahlreichen Spielen der jüngeren Vergangenheit sowohl im Duell mit den USA (3:1) als auch gegen El Tri stark verbessert. Auch dank einer funktionierenden Kreativabteilung.
Dennoch offenbarte das Aufeinandertreffen mit Mexiko auch, dass längst nicht alles Gold ist, was bei Nagelsmanns Debüt zu glänzen begonnen hatte. Insbesondere eine Position scheint zur Dauerbaustelle zu verkommen.
Drei Dinge, die bei Mexiko – Deutschland auffielen.
1.) Süle – ein Kühlschrank ohne Rhythmus
Nagelsmann versuchte es vor dem Spiel bei Niklas Süle mit den häufig bemühten Motivationsmitteln namens Zuckerbrot und Peitsche. "Wahnsinn" sei es im positiven Sinne gewesen, was der Dortmunder im Abschlusstraining abgeliefert habe. "Er ist einfach ein sehr, sehr guter Fußballer", so der Bundestrainer, der seinen ehemaligen Hoffenheim- und Bayern-Schützling aber nur einen Wimpernschlag später in die Pflicht nahm.
"Er muss an seine maximale Leistung rankommen und den Anspruch haben, in Dortmund absoluter Stammspieler zu sein", forderte Nagelsmann von Süle, der zuletzt bei seinem Klub ein Dasein als Reservist fristete. Fürs DFB-Team durfte er gegen Mexiko hingegen von Beginn an ran.
Allerdings – so viel vorweg – empfahl er sich als Rechtsverteidiger nicht unbedingt für höhere Aufgaben. Vielmehr untermauerte er die These, dass es sich bei ebenjener Position aktuell um die deutsche Achillesferse handelt.
Süle, aufgrund seiner massigen Statur mit dem Beinamen "Kühlschrank" versehen, machte einen durchweg unsicheren Eindruck, wirkte behäbig (Note 5). In der Entstehung des ersten Gegentreffers ließ er Hirving Lozano, Mexikos Deutschland-Schreck von der WM 2018, viel zu viel Platz zum Flanken, in der Mitte bedankte sich Uriel Antuna (37.).
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/18/3805128.jpg)
Niklas Süle (r.) im Spiel gegen Mexiko
Fotocredit: Imago
Beim zwischenzeitlichen 1:2 kam er nach Antunas Hereingabe im Strafraum gegen Érick Sánchez zu spät, sodass der fast 30 Zentimeter kleinere Offensivmann einigermaßen unbedrängt einköpfen durfte.
Nagelsmann stärkte Süle nach der Partie in der "ARD" trotz der mäßigen Leistung den Rücken. "Ich nehme Niklas in Schutz. Er hat wenig Rhythmus", erklärte der 36-Jährige. Er schob nach: "Er hat die vergangenen Spiele für Dortmund insgesamt nur 27 Minuten gespielt." Warum er den gebürtigen Frankfurter dennoch nominiert hatte? "Auf Sicht schätzen wir diesen Spieler stark ein. Deshalb haben wir entschieden, ihn trotzdem mitzunehmen. Damit er weiß, dass wir mit ihm planen."
Immerhin ein paar warme Worte für den Kühlschrank.
2.) Die Kreativabteilung ist intakt
Schon gegen die USA harmonierte das neue Offensiv-Trio Leroy Sané, Jamal Musiala und Florian Wirtz erstaunlich gut.
So gut, dass Nagelsmann den Dreien auch gegen die deutlich organisierteren und aggressiveren Mexikaner gemeinsam aufbot. Entsprechend schwierig gestalteten sich die ersten Minuten, die vielbeinige Abwehr der Mittelamerikaner setzte den deutschen Schöngeistern mächtig zu.
Nach und nach fanden Sané, Musiala und Wirtz aber in die Partie. Das Bayern-Bayer-Gespann, das aktuell auch im Verein durchweg zu überzeugen weiß, ließ bisweilen Kugel sowie Gegner laufen und fand immer wieder spielerische Lösungen.
Besonders beim 2:2, als Sané sich auf der rechten Seite durchtankte und mit einem wohltemperierten Chipball Wirtz fand, dessen Kopfball von Mexiko-Legende Guillermo Ochoa vor Niclas Füllkrugs Füße abgewehrt wurde. Der Mittelstürmer ließ sich nicht lange bitten und schob ein (51.).
Nach der Partie fand Nagelsmann lobende Worte für seine Offensive: "Offensiv funktioniert das alles schon ziemlich gut, defensiv gibt es ein paar Dinge, die wir anpassen müssen."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/18/3805217-77394268-2560-1440.jpg)
Nagelsmann findet Musiala-Wirtz-Diskussion "seltsam"
Quelle: Perform
3.) Müller auf der falschen Position
Thomas Müller machte am Montagabend, vor der Begegnung mit Mexiko und seinem 125. Länderspiel, mal wieder deutlich, dass ihm zahlentechnische Meilensteine weitestgehend am Allerwertesten vorbeigehen.
"Solche Marken sind für mich beiläufig", antwortete er auf eine entsprechende Nachfrage. Allzu viele positive Erinnerungen dürfte er aus seinem Jubiläumsspiel ohnehin nicht mitgenommen haben. Anders als seine Offensivkollegen Sané, Musiala und Wirtz blieb der Routinier nämlich weitestgehend blass.
Zwar wähnte sich der Ur-Bayer in Minute 37 als Torschütze, sein Treffer nach feinem Wirtz-Pass wurde aber berechtigterweise aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Es sollte der einzige Müller-Moment bleiben. Als Aushilfs-Neuner eingesetzt, fand der 34-Jährige keine Bindung zu seinen Mitspielern – und wich aus Verlegenheit regelmäßig auf die Außenpositionen.
Der Weltmeister von 2014 schoss kein einziges Mal aufs Tor und kam lediglich auf insgesamt 14 Ballaktionen. In der Halbzeit blieb er – wie vorher abgesprochen – in der Kabine und sinnierte vermutlich über einen Auftritt, der abermals bewiesen hatte, dass Müller als freischaffender Künstler hinter der Spitze deutlich besser aufgehoben ist.
Das könnte Dich auch interessieren: Bericht: Musiala stoppt vorerst Vertragsgespräche mit Bayern
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/17/3804938-77388693-2560-1440.jpg)
Wettskandal in Italien: Juves Fagioli für sieben Monate gesperrt
Quelle: Perform
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)