EM 2024 - Luka Modric: Letztes Hurra wird zur großen Zitterpartie - Kroatien droht in Deutschland der Super-GAU

Kroatien kassierte gegen Albanien spät das 2:2 - und steht nach zwei Spielen mit nur einem mageren Punkt da. Der Einzug ins Achtelfinale ist enorm gefährdet, obwohl Nationaltrainer Zlatko Dadic an alte Erfolge erinnerte, muss sich der WM-Finalist von 2018 eingestehen, dass die Erfolgsära ein Ende hat. Besonders bitter: Luka Modrics letztes großes Turnier könnte in einem Super-GAU enden.

Luka Modric

Fotocredit: Getty Images

Sie sackten enttäuscht zusammen, als das Spiel vorüber war. Das 2:2 der kroatischen Nationalmannschaft gegen Albanien war eine gefühlte Niederlage.
In der 5. Minute der Nachspielzeit kassierte Kroatien noch den Ausgleich durch den albanischen Bundesliga-Profi Klaus Gjasula. "Das ist eben Fußball", sagte der kroatische Stürmer Andrej Kramarić später. "Manchmal gibt der Fußball dir etwas, manchmal nimmt er dir etwas."
Nachdem Kroatien das erste Gruppenspiel gegen Spanien mit 0:3 verloren hatte, stehen die Kokasti nach zwei Partien lediglich mit einem Pünktchen da. Trainer Zlatko Dalic gab offen zu, solch ein Turnierverlauf nicht erwartet zu haben.
"In diesem Turnier ist es wichtig, aus der Gruppe erfolgreich herauszukommen. Wir hätten nicht gedacht, dass die zwei Spiele so schwierig sein würden."

Dalic fordert mehr Respekt

Die kroatische Nationalmannschaft entwickelte sich bei den vergangenen Großturnieren zu einer Top-Nation. Bei der Weltmeisterschaft 2018 gewann sie alle drei Gruppenspiele, zog in das Finale ein und konnte lediglich von Frankreich besiegt werden. Bei der Weltmeisterschaft 2022 ließ sie einen starken dritten Platz folgen. Bei der UEFA Nations League 2022/23 gelangte sie ins Endspiel.
Dalic war bei all diesen Erfolgen Trainer dieser Mannschaft. Ein Tag vor dem Spiel gegen Albanien hatte er noch einmal an die früheren Erfolge erinnert. "Niemand hat je an uns geglaubt, aber wir haben in den letzten sechs Jahren drei Medaillen gewonnen. Wenn ich mich nicht täusche, dann sind wir nach Frankreich die einzige europäische Mannschaft, die das geschafft hat. Kroatien verdient viel mehr Respekt von allen anderen."
Nun muss er selber feststellen, dass seine Mannschaft offenbar nicht mehr die Leistungen von damals abrufen kann. "Unsere Spieler sind jetzt etwas älter", sagte der Trainer plötzlich: "Und dieses Turnier zeigt, dass sich viele Mannschaften schwertun. Auch für Portugal war es schwer, gegen Tschechien zu gewinnen, oder für England gegen Serbien. Das Turnier ist wirklich offen."

Viel Ballbesitz, wenig Chancen – trotz Modric

Der Unterschied ist nur: Portugal und England haben ihre Auftaktspiele im Gegensatz zu Dalics Mannschaft gewonnen. Gegen Albanien hatte Kroatien 67 Prozent Ballbesitz, gegen Spanien immerhin 53 Prozent. Dennoch gelingt es nicht, ausreichend Chancen zu erspielen.
Dies liegt auch an Luka Modric, dem Weltfußballer von 2018. Der 38-Jährige, der möglicherweise sein letztes Großturnier spielt, ist noch immer der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der kroatischen Nationalmannschaft. Doch auch er ist nicht imstande, mit seiner einst so gelobten Passqualität Chancen zu kreieren.
"Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut, haben das Spiel wieder schlechter begonnen, den Gegner ein frühes Tor schießen lassen und dann war es schwer für uns", sagte Modric.
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Luka Modric (Kroatien) gegen Albanien

Fotocredit: Getty Images

Er ergänzte: "Die zweite Halbzeit ist ein Wegweiser dafür, wie wir spielen sollten. Es war eine sehr gute Halbzeit, bis zum Ende, in der wir anfingen, zu hetzen und Bälle zu verlieren. Wir haben nicht mehr gepresst, wir haben ihnen viel Raum gelassen und am Ende haben sie uns bestraft."
Mitspieler Kramarić sagte über den leidenschaftlich kämpfenden Gegner: "Wenn ich elf Freunde auf der Gegenseite habe, ist es nicht einfach, gegen sie durchzukommen - außer man hat Messi in der Mannschaft."
Zudem hat er das Gefühl, dass die Gegner gegen Kroatien besonders motiviert sind. „Wir alle wissen, was wir in den letzten fünf, sechs Jahren geleistet haben. Alle geben sich gegen Kroatien besonders viel Mühe“, sagte er, fügte dann aber noch hinzu: „Das darf kein Alibi sein.“

Letzte Chance gegen Italien

Im letzten Gruppenspiel gegen Italien (Montag, 21 Uhr im Liveticker) besteht noch eine kleine Chance, sich mit einem Sieg für das Achtelfinale zu qualifizieren.
"Es wird ein schwieriges Spiel, Italien ist eine große Mannschaft, sie haben einen großartigen Trainer, sie sind sehr gut organisiert", weiß Modric, der sich im Anschluss trotz aller Probleme optimistisch zeigte: "Wir sind immer noch positiv, es hängt alles von uns ab, wir wissen, was zu tun ist."
Die Frage ist nur, ob sie es umsetzen können.
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Quelle: Perform


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