EM 2024 - Reaktionen zum Deutschland-Sieg im Eröffnungsspiel gegen Schottland: "Macht wenig Sinn, jetzt zu bremsen"

Deutschland hat sich zum Auftakt der Heim-EM 2024 in einen Rausch gespielt. Beim furiosen 5:1-Sieg über ein dezimiertes Schottland spielten sich gleich mehrere Spieler ins Rampenlicht und entfachten so eine beeindruckte Offensiv-Power. Im Anschluss an die Partie war die Euphorie auf einem neuen Level angekommen - gepaart mit einem Hauch von titelreifer Überlegenheit. Die Reaktionen zum EM-Auftakt.

Havertz schwärmt: "Von erster Minute an Gänsehaut"

Quelle: Perform

Fünf Tore und ein deutlicher Sieg über Schottland - einen besseren Start in die Heim-EM hätte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht ausmalen können.
Ob Florian Wirtz, Jamal Musiala, Kai Havertz oder auch Niclas Füllkrug, die deutsche Offensive knipste am Freitagabend nach Belieben. Beim furiosen Auftakt in der Münchner Allianz Arena wurde klar: Wenn das DFB-Team ins Rollen kommt, ist es nur schwer aufzuhalten.
Auf die Bremse treten will Nagelsmann daher nicht. "Ich bin kein Mahner", erklärte er im Anschluss an die Partie im "ZDF". "Aber die Jungs wissen, dass es ein sehr guter, aber eben nur ein erster Schritt war."
TV-Experte Christoph Kramer geriet angesichts der deutschen Überlegenheit gegen Schottland sogar ins Schwärmen. "Wenn Ungarn und Frankreich so spielen - oder Brasilien, wenn wir die irgendwie eineuropäern - dann ist es egal. Wenn jemand so gegen uns spielt, dann schießen wir sie auseinander."
Die Reaktionen zum EM-Auftakt zwischen Deutschland und Schottland im "ZDF" und bei "MagentaTV" zusammengefasst.

Deutschland - Schottland: Die Stimmen

Julian Nagelsmann (Bundestrainer Deutschland) über ...
... den Auftaktsieg: "Das hätte ich definitiv so unterschrieben. Die ersten 20 Minuten waren beeindruckend, von viel Power geprägt. Insgesamt sehr konzentriert, ein sehr, sehr gutes Spiel."
... das Selbstbewusstsein der Spieler: "Gerade für Jamal freut es mich sehr. Bei der WM in Katar hatte er die ein oder andere Chance vergeben, das hat schon an ihm genagt. Heute hat er ein super Spiel und ein außergewöhnliches Tor gemacht - Florian Wirtz ebenso. Kai Havertz und Niclas Füllkrug haben getroffen. Es ist wertvoll, die Last etwas zu verteilen. Ilkay Gündogan hätte sich auch ein Tor verdient. Wertvoll, dass heute nicht nur einer die Blumen bekommt."
... die Lehre aus dem Spiel: "Ich bin kein Mahner. Aber die Jungs wissen, dass es ein sehr guter, aber eben nur ein erster Schritt war. Es bringt uns nichts, wenn wir ab jetzt den Betrieb einstellen. Wir müssen einfach weitermachen. Nach all den Erlebnissen mit den letzten Eröffnungsspielen wissen sie es auch selbst.
Es macht wenig Sinn, jetzt zu viel zu bremsen. Wir wissen, wir haben ein Spiel gewonnen, aber wir müssen mindestens noch eins gewinnen. Es ist ein erster Schritt, auf den müssen wir aufbauen."
Niclas Füllkrug (Deutschland) über ...
... den Spielverlauf: "Am Anfang brauchten wir ein paar Minuten, um ins Spiel reinzukommen. Es war natürlich ein großes Spiel für uns, einige von uns haben so etwas noch nicht erlebt. Wir haben nach keinem Tor nachgelassen, über den Gegentreffer haben wir uns geärgert. Das ist die Energie, die wir brauchen. Immer weitermachen und gierig sein."
... die Stimmung: "Man hat gemerkt, dass die Stimmung wieder anders ist. Es geht an uns nicht vorbei, was medial passiert oder auch in München los war. Das ist ein überragender Auftakt zu dem, was wir am Ende haben wollen - ein Sommermärchen."
... sein Tor: "Das war instinktiv, ich habe nicht lange darüber nachgedacht. Das lange Eck anvisiert und den Ball super getroffen."
Ilkay Gündogan (Deutschland) über ...
... den Auftaktsieg: "Wir wollten genauso anfangen, den Start brauchten wir ehrlich gesagt auch. Bereits vor dem Spiel hatte ich ein gutes Gefühl, das sich glücklicherweise bewahrheitet hat. Diese Stimmung, Euphorie und auch die Fans - das brauchen wir, um weit zu kommen. Trotzdem hat das Gegentor gezeigt, dass auch die anderen Mannschaften Qualitäten haben und kleine Unaufmerksamkeiten sehr schnell bestraft werden. Das war ein gutes Warnsignal, dass wir keinen Schritt weniger machen dürfen."
... seine körperliche Verfassung: "Alles gut. Die Bänder sind stabil. Ich habe schon Schlimmeres erlebt. Dementsprechend ist alles gut."
Jamal Musiala (Deutschland) über ...
... den Auftaktsieg: "Ein 5:1 im ersten Spiel ist echt gut. Wir haben die Stimmung gesehen im ganzen Land, und das brauchen wir. Einen besseren Start konnten wir nicht haben. Wir wollten gut starten, das haben wir gemacht. Das Tor am Ende tut ein bisschen weh."
Christoph Kramer (TV-Experte) über ...
... den Auftaktsieg: "Besser kannst du nicht in ein Turnier starten. Jetzt hat man richtig Euphorie. Und die Offensiven treffen - das gibt auch noch einmal richtig Selbstbewusstsein. Einen besseren Start gibt es nicht, da müssen wir nicht drüber reden. Hinsichtlich der Psychologie, hinsichtlich allem."
... das deutsche System: "Bei dieser Europameisterschaft wird es für uns nur darauf ankommen, ob uns der Gegner spielen lässt oder nicht. Werden wir hoch im Eins-gegen-Eins angelaufen, haben wir Probleme. Tun sie das nicht - und das kann man nach wenigen Sekunden erkennen - haben wir keine Probleme. Die Schotten sind eine gute Mannschaft. Aber diese Herangehensweise, so gegen uns zu spielen, das ist eine Katastrophe. Sie haben es uns heute sehr leicht gemacht. [...] Es wird bei dieser EM darauf ankommen, wie uns der Gegner empfängt. Wenn Ungarn und Frankreich so spielen - oder Brasilien, wenn wir die irgendwie eineuropäern - dann ist es egal. Wenn jemand so gegen uns spielt, dann schießen wir sie auseinander."
... das Tor von Füllkrug: "Füllkrug ist da, wo er sein muss - und torpediert."
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Niclas Füllkrug steuerte ebenso einen Treffer bei

Fotocredit: Getty Images

... die Euphorie: "Bei der WM 2010 habe ich den Startschuss auch so wahrgenommen. Morgen ist die Presse voll, das ganze Stadion ist explodiert, alle sind jetzt heiß auf diese EM. Euphorie finde ich generell super wichtig im Fußball. Für eine Mannschaft ist Euphorie so viel wert wie Selbstvertrauen. [...] Euphorie im eigenen Land ist das Beste, was dir passieren kann. Wenn du jetzt anreist und alle Fans haben einen Glauben - also das, was Real Madrid seit über 15 Jahren verkörpert - das ist so unglaublich wichtig. Wenn du das mit Siegen schaffst, dann lässt du das laufen."
Per Mertesacker (TV-Experte) über ...
... den Auftaktsieg: "Ein Start nach Maß. Es gab viele Dinge, die von Anfang an gepasst haben. Wir haben sofort die Kontrolle übernommen, die Schotten hatten gar keine Möglichkeit. Nicht ein Torschuss. Wir haben sogar ins eigene Tor getroffen. Sie haben uns die Freiheit gegeben, die wir brauchen, um uns zu entfalten. Und dann haben wir die spielerische Klasse und die Einzelkönner."
... die deutsche Wucht: "Es ist wichtig, dass man diesen Sieg einordnet. Dass man sieht, dass wir die Klasse haben gut zu spielen und effektiv zu sein. Dieser Durchbruch in der ersten Halbzeit: Sechs Torschüsse, drei Tore. Was uns bei der letzten WM gefehlt hat, war heute wieder da. Die Nervosität, die man vor einem solchen Spiel haben muss, haben wir schnell abgelegt. [...] Trotzdem müssen wir uns die Stabilität erarbeiten. Das Spiel gegen Ungarn wird ein unglaubliches Fußballfest, die Stimmung in Stuttgart wird noch etwas höher gehen. Man sieht aber schon, dass wir viele gute Qualitäten haben, die sich hoffentlich noch enger zusammenfinden."
... das Tor von Füllkrug: "Besonders im Strafraum ist Füllkrug eine unglaubliche Macht. Das hat er mit dem Strahl auch bewiesen."
... die deutsche Variabilität: "Es war ein erster und guter Stresstest. Wir sind jetzt im Turnier angekommen, das war der wichtigste Schritt. Ob die Schotten zu schwach oder zu gut waren, ist mir im ersten Moment egal. Wir sind angekommen und werden nun auch respektiert. [...] Es hat sehr viel gegriffen. Wir führen 3:0 und können den Spielern, die eigentlich hinten anstehen, sofort Minuten geben. Wir konnten sofort einen Leroy Sané bringen oder auch Emre Can, der gestern noch im Urlaub war. Vieles hat einfach gegriffen. Das ist normalerweise nicht so, dass man diese Luxus-Situation bekommt. Das war schon verblüffend."
Andy Robertson (Schottland) über ...
das Spiel: "In der ersten Hälfte hatten wir natürlich einen Plan, aber haben ihn nicht nach unserer Vorstellung auf den Platz gebracht. Da war Deutschland einfach besser als wir. In der zweiten Halbzeit waren wir zu zehnt, dann ist es schwer geworden. Trotzdem sind wir sehr enttäuscht. Wir müssen es jetzt einfach hinbekommen. Wir haben viele Sachen falsch gemacht."
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Quelle: Perform


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