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Nationalmannschaft: Nagelsmanns Kader ohne Goretzka und Hummels für DFB-Spiele gegen Frankreich und Niederlande
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Publiziert 14/03/2024 um 14:02 GMT+1 Uhr
Julian Nagelsmann hat den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die anstehenden Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande nominiert. Wie vorab bereits durchgesickert war, ersetzt Youngster Aleksandar Pavlovic seinen Teamkollegen Leon Goretzka vom FC Bayern München. Zudem berief der Bundestrainer ein Quartett vom VfB Stuttgart um Deniz Undav und Waldemar Anton.
DFB-Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der PK
Fotocredit: Imago
Julian Nagelsmann verkündete seinen radikalen Umbruch in der Nationalmannschaft mit viel Witz und großer Klarheit. "Der Reiz des Neuen muss da sein", sagte der Bundestrainer über sein Großreinemachen ohne Rücksicht auf große Namen exakt drei Monate vor dem EM-Eröffnungsspiel - und er betonte mit Blick auf seine sechs Neulinge: "Es muss in den Augen funkeln!"
Ohne einige langjährige Säulen aus München und Dortmund, dafür mit den Rückkehrern Toni Kroos und Manuel Neuer sowie einem halben Dutzend Novizen und einem VfB-Block vollzieht der Bundestrainer einen gnadenlosen Neuaufbau.
Gleich elf Spieler aus dem November-Kader mit den Nackenschlägen gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2) fielen dem Frühjahrsputz zum Opfer, darunter Stars wie Mats Hummels, Niklas Süle, Leon Goretzka, Serge Gnabry oder Jonas Hofmann. Leroy Sane fehlt im 26er-Kader gesperrt. Für niemanden sei "die Tür zu", betonte Nagelsmann.
Statt der Arrivierten sollen beim Start ins EM-Jahr am 23. März in Frankreich und drei Tage später gegen die Niederlande neue Gesichter Hoffnung auf ein Sommermärchen 2.0 wecken: Der Heidenheimer Jan-Niklas Beste, Aleksander Pavlovic vom FC Bayern, Maximilian Beier aus Hoffenheim sowie die Stuttgarter Waldemar Anton, Maximilian Mittelstädt und Deniz Undav.
Nagelsmann: Kroos für "Druckmomente"
"Es ist kein Unbekannter dabei, bei dem die Spieler im Speiseraum sitzen und sich fragen werden: Wer ist denn das?", sagte Nagelsmann bei der Präsentation seiner Auserwählten am Frankfurter Campus, draußen klaffte passend zum Umbau eine große Baustelle: "Wir spielen nicht nur mit 18-Jährigen."
Es gehe auch "nicht darum, die 20 Talentiertesten von den bekanntesten Klubs zu haben, sondern die 20, die am besten zusammenpassen", ergänzte der Chefcoach: "Jeder muss ein gutes Verständnis für seine Rolle im Kader haben."
Passend zur Neugestaltung spielt die DFB-Auswahl um Ilkay Gündogan, der trotz Neuers Rückkehr Kapitän bleibt und "eine der Zehner-Positionen" bekleiden wird, in Lyon und Frankfurt in neuen Trikots: Zunächst klassisch in Weiß mit Schwarz-Rot-Gold auf den Schultern, dann völlig ungewohnt in einer knalligen Mischung aus Pink und Lila. "Ich finde es schön und würde es anziehen", sagte Nagelsmann mit einem Grinsen.
Kroos wird das DFB-Trikot erstmals seit der EM 2021 überstreifen, jedoch nicht als "alleiniger Heilsbringer", wie Nagelsmann betonte. Er sieht in dem "genialen" 34-Jährigen einen Mann für die "Druckmomente" beim Turnier: "Wer noch von Querpass-Toni schreibt, hat keine Ahnung vom Fußball!"
Nagelsmann: "Lieber ein gutes Mauerwerk"
Der langjährige Spielführer Neuer kehrt nach mehr als 15 Monaten Pause zurück - ob wie erwartet als Nummer eins, wollte Nagelsmann nicht verraten. Als gesetztes Duo im Abwehrzentrum sieht er Antonio Rüdiger und Jonathan Tah, dort sei ihm "ein gutes Mauerwerk lieber als frischer Wind".
Allgemein betonte er: "Hierarchien müssen sich entwickeln." Auch der Frankfurter Robin Koch wurde auf der Suche nach mehr "Verteidigungsmonstern" und "Arbeitern" wieder berücksichtigt.
Dass sein Kader zum Großteil vorab durchgesickert war, fand Nagelsmann "lustig", über die Spekulationen sagte er schmunzelnd: "Am Ende haben wir 46 Spieler, brauchen vier Busse und sind auch nicht schlauer als zuvor."
DFB: VfB-Quartett rückt Bayern-Block näher
Mit fünf Profis um die Routiniers Neuer und Thomas Müller stellt der FC Bayern nach wie vor den größten Block. Von den Himmelsstürmern aus Stuttgart nominierte Nagelsmann außerdem Chris Führich und damit vier. "Man hätte noch zwei, drei weitere einladen können", sagte Nagelsmann über Kandidaten wie Angelo Stiller oder Josha Vagnoman.
Von Tabellenführer Leverkusen sind drei Spieler dabei, Niclas Füllkrug ist der einzige Dortmunder im Aufgebot. Einen Aufschrei hat es deshalb nicht gegeben. Er habe mit den BVB-Verantwortlichen Sebastian Kehl und Edin Terzic gesprochen, sagte Nagelsmann. "Keiner hat gesagt, dass es katastrophal ist, was ich mache."
Am Beispiel Goretzka erläuterte der Bundestrainer, wie schwierig seine Telefonate mit den Ausgebooteten zum Teil waren. "Natürlich war er gefrustet, traurig und enttäuscht." Stattdessen darf sich Bayern-Youngster Pavlovic, der auch für Serbien spielen könnte, für einen EM-Platz empfehlen.
Wohin Nagelsmanns Reise nach der EURO gehen wird, ist offen. Die Wahrscheinlichkeit sei "hoch", dass er noch vor der EM bei einem Klub unterschreibe, sagte er, "wenn ich ein Angebot vorliegen habe". Das sei aber derzeit nicht der Fall.
Der Kader der Nationalmannschaft im Überblick:
TOR: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Bernd Leno (FC Fulham), Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona)
ABWEHR: Waldemar Anton (VfB Stuttgart), Jan-Niklas Beste (1. FC Heidenheim), Benjamin Henrichs (RB Leipzig), Joshua Kimmich (Bayern München), Robin Koch (Eintracht Frankfurt), Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
MITTELFELD: Robert Andrich (Bayer Leverkusen), Chris Führich (VfB Stuttgart), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Ilkay Gündogan (FC Barcelona), Toni Kroos (Real Madrid), Jamal Musiala (Bayern München), Aleksander Pavlovic (Bayern München), Florian Wirtz (Bayer Leverkusen)
ANGRIFF: Maximilian Beier (TSG Hoffenheim), Niclas Füllkrug (Borussia Dortmund), Kai Havertz (FC Arsenal), Thomas Müller (Bayern München), Deniz Undav (VfB Stuttgart)
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