EM 2024: Österreich wendet Albtraum-Szenario ab - Ralf Rangnick strebt mit ÖFB-Team das Maximum an

Österreich ist in der Europameisterschaft angekommen - das hat der 3:1-Sieg über Polen am Freitagabend eindrucksvoll unterstrichen. Die Mannschaft aus der Alpen-Republik hielt dem ungewohnten Druck eines Geheimfavoriten stand, die Protagonisten rund um Christoph Baumgartner wehrten das Albtraum-Szenario Vorrundenaus erfolgreich ab. Ralf Rangnick sieht das Maximum aber noch lange nicht erreicht.

Rangnick ordnet ÖFB-Sieg ein: "Wichtigstes Spiel überhaupt"

Quelle: Perform

Verlieren war verboten. Nach der 0:1-Niederlage gegen Frankreich brauchte Österreich gegen Polen unbedingt einen Sieg. Eine Niederlage hätte gleichbedeutend mit dem Vorrundenaus sein können. Dieses Albtraum-Szenario wurde mit dem 3:1 abgewendet.
"Wir sind alle brutal erleichtert und extrem glücklich. Es lag ein gehöriger Druck auf uns allen. Das hat man gestern schon den ganzen Tag gemerkt", verriet Offensivspieler Christoph Baumgartner und bot einen Einblick in sein Seelenleben: "Der Mittagsschlaf war sehr kurz. Es ging ehrlich gesagt nicht viel, weil einfach ein brutaler Druck herrschte."
Auch Mittelstürmer Marko Arnautovic, der nicht unbedingt für Nervosität bekannt ist, gab zu: "Die Erleichterung ist groß. Vor dem Spiel war eine große Anspannung da." Verteidiger Stefan Posch ergänzte: "Uns ist ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen. Wir wussten alle, wie wichtig das Spiel ist. Wir mussten gewinnen und das haben wir geschafft."
Ralf Rangnick sprach sogar von "dem wichtigsten Spiel, seitdem ich hier Teamchef bin."

Warum gab es einen Bruch im Spiel?

Als Innenverteidiger Gernot Trauner bereits in der 9. Minute Österreich per Kopfball in Führung brachte, schienen sie das Spiel komplett im Griff zu haben. Umso überraschender, dass sich das Momentum in der 20. Minute herum plötzlich drehte. Österreich unterliefen plötzlich einfache Fehler. Auch Baumgartner und der später ausgewechselte Florian Grillitsch leisteten sich haarsträubende Fehlpässe - ein Gegentor war nur die logische Folge.
Warum Österreich das Spiel zwischenzeitlich aus der Hand gab? Trainer Ralf Rangnick hatte unterschiedliche Erklärungsansätze. "Ob es jetzt daran lag, dass die Jungs vielleicht gemeint haben, das geht nach diesen 20 Minuten jetzt leicht vonstatten und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir das zweite Tor machen? Oder ob es vielleicht auch ein bisschen mit dem Erwartungsdruck zu tun hatte?"
Genau beantworten konnte er diese Frage nicht, stellte aber klar: "Wir hatten einige Spieler, die in der ersten Halbzeit gegenüber ihrem normalen Leistungsvermögen eine andere Form hatten. Und das können wir uns nicht erlauben. So herausragend sind wir individuell nicht besetzt, dass wir uns vier oder fünf Spieler erlauben können, die unter ihrer Normalform beginnen. Aber das war in der zweiten Halbzeit dann besser."
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Will mit Österreich in die K.o.-Runde: Ralf Rangnick

Fotocredit: SID

Seiwald empfiehlt sich für höhere Aufgaben

Tatsächlich fanden die Österreicher nach Wiederanpfiff zur Spielkontrolle zurück. Baumgartner sorgte aus 16 Metern für das 2:1, Arnautovic legte später per Elfmeter mit dem 3:1 nach. Herausgeholt hatte diesen Strafstoß Marcel Sabitzer, der zu den aktivsten Spielern auf dem Platz zählte. "Sabi ist einer der Spieler, den wir in dieser Form brauchen", sagte Rangnick.
Ein Sonderlob von Rangnick bekam ein Spieler, der im zentralen Mittelfeld mit Spielübersicht und Passsicherheit glänzte. "Nicolas Seiwald hat für mich das beste Spiel gemacht, seitdem ich hier Teamchef bin. Wenn man bedenkt, dass Nicolas bei RB Leipzig gar nicht so viel spielt, hinterließ er einen sehr aggressiven und abgeklärten Eindruck."
Der 23-Jährige absolvierte vergangene Saison zwar 21 Bundesligaspiele, stand aber nur sechsmal in der Startelf. Insgesamt ist der Einfluss der deutschen Bundesliga auf die österreichische Nationalmannschaft groß. Acht der elf Spieler aus der Startaufstellung stehen bei einem Klub aus Deutschlands Beletage unter Vertrag.
Die Ausnahmen sind Torwart Patrick Pentz (Bröndby IF) und Stürmer Arnautovic (Inter Mailand), die aber bereits früher bei einem Bundesligisten unter Vertrag standen. Trauner von Feyenoord Rotterdam ist der einzige Spieler aus der Startelf ohne jegliche Bundesliga-Erfahrung.

Rangnick träumt vom Gruppensieg

Österreich blickt nun Dienstag entgegen, wenn das letzte Gruppenspiel gegen die Niederlande stattfindet (ab 18:00 Uhr im Liveticker).
"Rechnerisch sind wir noch nicht durch. Es sieht jetzt gut aus, aber wir brauchen mindestens noch einen Punkt. Mit vier Punkten wäre man wohl ziemlich sicher dabei", sagte Rangnick, der aber nach dem Maximum strebt. "Vielleicht haben wir noch die Chance, Gruppensieger zu werden. Das ist theoretisch noch möglich."
Der Druck wird jedenfalls bleiben.

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"Kein Problem": Ake wiegelt Rassismus-Vorwurf gegen Holland-Fans ab

Quelle: Perform


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