EM 2024 - Drei Dinge, die bei Polen - Österreich auffielen: Robert Lewandowski ist auf der Bank nützlicher
Update 21/06/2024 um 23:09 GMT+2 Uhr
Österreich feierte im zweiten Gruppenspiel einen verdienten 3:1-Sieg gegen die polnische Nationalmannschaft, weil Trainer Ralf Rangnick mit seiner Rotation genau richtig liegt und Marcel Sabitzer aufdreht. Robert Lewandowski wird verletzungsbedingt erst nach 59 Minuten eingewechselt, wäre aber möglicherweise besser auf der Bank geblieben. Drei Dinge, die uns bei Polen gegen Österreich auffielen.
Robert Lewandowski (r.)
Fotocredit: Getty Images
Österreich feiert mit dem 3:1 gegen Polen den ersten Sieg bei der Europameisterschaft. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick hatte die erste Spielphase im Griff und ging völlig verdient in der 9. Spielminute in Führung.
Phillipp Mwene spielte eine platzierte Flanke in den Strafraum, die der Innenverteidiger Gernot Trauner per Kopfball aus kurzer Distanz zum 1:0 nutzte.
Nach knapp 20 Minuten fand die polnische Nationalmannschaft ins Spiel und belohnte sich in der 30. Minute mit dem Ausgleich. Krzysztof Piatek übernahm den von Trauner geblockten Schuss und traf aus kurzer Distanz.
In der zweiten Halbzeit fand Österreich zur Spielkontrolle zurück. In der 66. Minute erzielte Christoph Baumgartner das 2:1 per Distanzschuss. Zehn Minuten später holte Marcel Sabitzer einen Elfmeter heraus, den Marko Arnautovic zum 3:1 nutzte.
Weil Frankreich und die Niederlande sich am späten Abend torlos trennten, hat Polen nunmehr keine Chance mehr aufs Weiterkommen.
Drei Dinge, die uns im Berliner Olympiastadion auffielen.
1. Rangnick beweist ein goldenes Händchen
Obwohl Österreich im ersten Gruppenspiel gegen Frankreich eine beachtliche Leistung ablieferte und nur aufgrund eines Eigentores mit 0:1 verlor, nahm Rangnick drei Veränderungen an der Startelf vor. Die beiden Innenverteidiger Maximilian Wöber, dem das sehr unglückliche Eigentor unterlief, und Kevin Danso wurden auf die Bank beordert.
Dafür bildeten Gernot Trauner und Philipp Lienhart die Innenverteidigung. Marko Arnautovic wurde zudem anstelle von Michael Gregoritsch in die Sturmspitze gestellt.
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Österreichs Gernot Trauner traf gegen Polen per Kopf zum 1:0.
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Rangnick bewies mit seiner Rotation ein goldenes Händchen. Ausgerechnet Trauner gelang per Kopfball der Führungstreffer zum 1:0.
"Dass Trauner gut gespielt hat, hat mich nicht überrascht. Er war aufgrund seiner Leistungen im Trainingscamp bereits ein Kandidat für das erste Spiel", sagte Rangnick auf Nachfrage von Eurosport und fügte über die Innenverteidiger-Rotation hinzu: "Ich bin froh, dass ich mich für die Beiden entschieden habe. Das war keine einfache Entscheidung, weil Kevin Danso gegen Frankreich ein gutes Spiel gemacht hat. Aber sie haben ihre Einsätze absolut gerechtfertigt."
Und auch die Hereinnahme von Arnautovic erwies sich als gute Entscheidung. Nicht nur, weil der Stürmer den Elfmeter zum 3:1 verwandelte. Er war ein belebendes Element, wurde zwar vielfach gut abgedeckt, machte aber die Bälle fest und war daher sehr nützlich. Er gewann 78 Prozent seiner Zweikämpfe, was für einen Stürmer ein beachtlicher Wert ist.
2. Sabitzer überragt
Er war kaum zu stoppen. Von der ersten Minute an zählte Marcel Sabitzer zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz. Immer wieder drang er gefährlich in den Strafraum vor, suchte den Abschluss, war im Dribbling nicht zu stoppen, bediente aber auch die Mitspieler.
Über das komplette Spiel hatte er fünf Torabschlüsse und eine starke Zweikampfquote von 71 Prozent. Die entscheidende Aktion war allerdings, dass er den Elfmeter zum 3:1 herausholte.
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Marcel Sabitzer war von Wojciech Szczęsny nur per Foul zu stoppen.
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"Sabi ist einer der Spieler, den wir in dieser Form brauchen", sagte Rangnick. "In der ersten Halbzeit fand ich ihn noch nicht so zwingend. Da hätte ich mir schon noch gewünscht, dass er das eine oder andere Mal selber vorbeigeht und schießt. Aber trotzdem war er immer im Spiel, das ist schon klar. In der zweiten Halbzeit haben wir ihn auf die Zehn gezogen. Dort hatte er dann die Szenen, die wir von ihm brauchen."
3. Lewandowski auf der Bank nützlicher
Robert Lewandowski ist der polnische Nationalspieler, der den Unterschied ausmachen kann. Umso bitterer, dass er aufgrund eines Muskelfaserrisses nicht richtig einsatzfähig ist. Bereits bei der 1:2-Niederlage gegen die Niederlande saß er 90 Minuten auf der Bank. Diesmal musste er zunächst wieder dort Platz nehmen.
Dennoch schien er Einfluss zu nehmen und flüsterte dem Trainerteam gelegentlich etwas zu. Möglicherweise trugen seine Tipps dazu bei, dass Polen ab der 20. Minute eine gute Phase hatte.
Der Jubel der vielen polnischen Fans im Stadion war riesig, als er in der 59. Minute eingewechselt wurde. Seine erste Aktion: Ein Ellenbogencheck in einem Kopfballduell, wofür er die Gelbe Karte sah. Über die verbleibende Zeit hatte er lediglich elf Ballkontakte und brachte keinen Schuss auf das Tor.
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Robert Lewandowski bei seiner Einwechslung.
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Der polnische Nationaltrainer Michal Probierz nahm seinen Superstar auf Nachfrage von Eurosport in Schutz: "Das Spiel hat sich verändert, als er ins Spiel kam. Wir brauchen ihn einfach im Team. Und dass er mit anderen spricht, ist ganz normal, weil er den Jüngeren Tipps gibt, wie sie besser spielen und gut performen kann."
Laut Probierz war Lewandowski körperlich voll einsatzfähig und hatte voll mit der Mannschaft trainiert. Warum er trotzdem erst später eingewechselt wurde? "Wir wussten, dass es ein sehr intensives Spiel werden würde und wir haben gemeinsam mit Robert und dem medizinischen Team entschieden, dass er später eingewechselt wird", antwortete der Trainer.
Wirklich helfen konnte Lewandowski auf dem Platz diesmal nicht.
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