EM 2024: Spaniens Lamine Yamal schreibt als jüngster EM-Spieler Geschichte - Jahrhundert-Talent "beeindruckt jeden"
Update 16/06/2024 um 13:16 GMT+2 Uhr
Lamine Yamal spielt eine Europameisterschaft in einem Alter, in dem Lionel Messi noch nicht einmal beim FC Barcelona debütiert hatte. Der 16-Jährige ist bereits jetzt ein Schlüsselelement im Spiel von Nationaltrainer Luis de la Fuente, das wurde auch beim souveränen Auftaktsieg der Iberer gegen Kroatien deutlich. Dennoch möchte der Trainer dem Hype um seinen Schützling entgegenwirken.
Spanien-Trainer De la Fuente schwärmt von Yamal: "Geschenk Gottes"
Quelle: Perform
Nie zuvor stand so ein junger Spieler bei einer Fußball-Europameisterschaft auf dem Platz.
Lamine Yamal war am gestrigen Samstagabend, als er mit der spanischen Nationalmannschaft 3:0 gegen Kroatien gewann, gerade einmal 16 Jahren und 338 Tage alt.
Umso beeindruckender war es, wie stark der Youngster vom FC Barcelona aufspielte. Erst leitete er mit einem Pass die Situation zum 2:0 ein.
Dann ließ er kurze Zeit später mit einer perfekten Flanke auf Daniel Carvajal die Vorarbeit zum 3:0 folgen.
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Lamine Yamal (M) und Daniel Carvajal (L) bejubeln Spaniens Treffer gegen Kroatien mit Nacho Fernández (R).
Fotocredit: Imago
Nationaltrainer lobt: "Yamal beeindruckt jeden"
Nationaltrainer Luis de la Fuente ist einer seiner großen Förderer. Er verhalf Yamal im September 2023, als Yamal 16 Jahre und 57 Tage alt war, zu seinem Länderspieldebüt.
Gegen Kroatien hatte er nun bereits seinen neunten Auftritt bei der spanischen Nationalmannschaft und stand zum sechsten Mal in der Startelf. Zwei Tore und sieben Vorlagen sind seine Ausbeute.
"Yamal beeindruckt jeden", sagte der Trainer, möchte aber dennoch dem Hype entgegenwirken.
"Auch er muss sich weiter verbessern, jeden Tag. Mit der Zeit wird aus ihm ein wunderbarer Fußballer. Aber das war jetzt heute ein Spiel. Wir müssen nicht so viel über einen jungen Spieler sprechen."
Schnelle Spieler wie Yamal geben Spanien viele Optionen
Dennoch ist Yamal bereits jetzt ein Schlüsselelement im spanischen System. De la Fuente erklärt: "Wir sind sehr vielseitig und haben verschiedene taktische Optionen, weil wir Spieler mit verschiedenen Qualitäten haben. Gerade schnelle Spieler wie Yamal oder Ferran Torres geben uns viele Optionen."
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Lamine Yamal nach dem Sieg gegen Kroatien im Berliner Olympiastadion.
Fotocredit: Getty Images
Der 1,78 Meter große Flügelspieler gab gegen Kroatien drei Torschüsse und drei Torschussvorlagen ab, hatte 75 Prozent erfolgreiche Dribblings, eine Passquote von 83 Prozent und gab drei Flanken ab. Zwei davon landeten beim Mitspieler.
Seine Fähigkeiten am Ball bezeichnet er als "angeboren". Was er noch lernen muss, ist die Spielübersicht.
Als Schwäche des Jahrhundert-Talents gilt, dass er oftmals nicht einschätzen kann, wann er lieber den Nebenmann bedienen sollte statt selbst durchzustarten. Doch dies ist typisch für junge Ausnahmefußballer.
Auf den Spuren von Lionel Messi
Yamal gilt als das wohl größte Talent des FC Barcelona seit Lionel Messi. Bereits im Alter von fünf Jahren trat er der Jugendakademie des Vereins, der legendären La Masia, bei. Seitdem ging es steil bergauf.
Kein Wunder, dass er sich an früheren Barça-Spielern orientierte. In einem Interview mit der "AS" verriet er, dass Messi und Neymar die Fußballer waren, "die ich am meisten mag." Vergleiche mit dem Argentinier lehnt er allerdings ab: "Es wird keinen anderen Fußballer wie Messi geben."
Messi war allerdings bereits 17 Jahre, drei Monate und 22 Tage alt, als er beim FC Barcelona sein Profidebüt gab. Also deutlich älter als Yamal, der bereits jetzt mit seinen technischen Fähigkeiten die Europameisterschaft aufmischt. In der spanischen Liga gelang ihm dies noch weitaus früher.
Eine Milliarde Euro wert und dennoch unbekümmert
Im Alter von 15 Jahren, neun Monaten und 16 Tagen debütierte er für den FC Barcelona. Als er im Oktober 2023 einen neuen Profivertrag bis zum Sommer 2026 unterzeichnete, legte Barcelona die festgeschriebene Ablösesumme auf eine Milliarde Euro fest.
Viel Geld für einen jungen Mann, der eine Zahnspange trägt, Schüler einer 10. Klasse ist und sogar während der EM noch seine Hausaufgaben erledigen muss. "Meine Hausaufgaben habe ich bei der EM immer dabei. Ich muss sie online erledigen und meinem Lehrer schicken", verriet er.
Aber es ist eben auch diese jugendliche Unbekümmertheit, die einen jungen Spieler wie ihn auszeichnet: "Wenn man viel darüber nachdenkt, kommt das Gefühl des Drucks. Ich versuche, Spaß am Fußballspielen zu haben, das ist das Wichtigste."
Dies scheint ihm gut zu gelingen.
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