EM 2024 - Toni Kroos meldet sich nach Deutschlands Aus zu Wort: "Diese Leere hatte ich letztmals 2012"

Für Toni Kroos endete mit der Niederlage gegen Spanien im EM-Viertelfinale nicht nur der Traum vom Europameister-Titel im eigenen Land, sondern auch seine äußerst erfolgreiche Profi-Karriere. Wenige Tage nach dem bitteren Aus meldete sich der Weltmeister von 2014 nun zu Wort. Ehrlich gab er zu, danach sei es ihm "zwei Tage scheiße" gegangen. Für den Bundestrainer fand Kroos nur lobende Worte.

Kroos' Karriere endet nach Thriller: Eine Legende nimmt Abschied

Quelle: Perform

Bei seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft im März diesen Jahres hatte Kroos nie verhehlt, dass er mit dem DFB-Team das Maximalziel, den Titel im eigenen Land, erreichen wollte.
In seinem Podcast "Einfach mal Luppen" mit seinem Bruder Felix äußerte er sich nun erstmals sehr privat zu den Tagen und seinem Empfinden nach dem Ausscheiden.
"Es war wirklich eine sehr große Leere über das gesamte Wochenende", sagte der 34-Jährige zu Beginn der Aufnahme, "die ich so auch das letzte Mal gefühlt 2012 hatte, als wir das Champions-League-Finale verloren haben."
Damals verlor Kroos gemeinsam mit dem FC Bayern das "Finale Dahoam" in der Münchner Allianz-Arena gegen den FC Chelsea. Die "Enttäuschung" und "Leere" empfinde er "wirklich ausschließlich" wegen des EM-Ausscheidens. Sein Karriereende hingegen habe er noch gar nicht richtig realisieren können.

Kroos verrät Kimmich-Aussagen nach dem Aus

Auch über die Stunden unmittelbar nach Abpfiff des Viertelfinales gab der gebürtige Greifswalder in seinem Podcast Einblick. Demnach habe man im Kreise der Nationalmannschaft noch lange zusammen gesessen und das Vergangene reflektiert.
Dabei habe vor allem ein Spieler eine markante Aussage getroffen, so Kroos: "Jo Kimmich hat dann einen Satz gesagt, der widerspiegelt, was alle gefühlt haben. Er hat ja schon ein paar Turnier-Enttäuschungen hinter sich - und daher hat er gesagt: 'Diesmal war es das erste Mal, dass man nicht das Gefühl hatte, nicht alles getan zu haben, um erfolgreich zu sein.' Bisher hatte er immer das Gefühl: 'Da hätten wir vielleicht mehr machen können, da sind wir vielleicht eingebrochen - das war diesmal aber nicht so.'"
Das Auftreten der Nationalmannschaft sei nicht mit den Leistungen bei vergangenen Turnieren vergleichbar gewesen: "Was wir transportiert haben - und dafür war das Spanien-Spiel der beste Beweis: Man ist vielleicht noch nicht 90 Minuten die bessere Mannschaft gegen so einen Gegner. Aber jeder hat alles auf dem Platz gelassen."
Kroos war sich deshalb sogar sicher: Nach dem Gegentor durch Leipzigs Dani Olmo habe Deutschland "die beste halbe Stunde des Turniers" hingelegt.

Kroos lobt Nagelsmann: "Kann sich bestätigt fühlen"

Nicht nur sportlich, auch innerhalb der Mannschaft habe das Gefüge, das Julian Nagelsmann zusammengestellt hatte, gestimmt. Laut Kroos sei der DFB-Kader "eine Gruppe von guten Typen" gewesen, "nicht nur von guten Fußballern".
"Da kann sich auch jemand wie Julian bestätigt fühlen, wie er das zusammengestellt hat", lobte der sechsfache Champions-League-Sieger den Bundestrainer.
Wie gut der Zusammenhalt gewesen sei, zeige sich auch am Beispiel von Pascal Groß. "Der war unfassbar enttäuscht, das kannst du dir gar nicht vorstellen", sagte Kroos über den Mittelfeldspieler, der im Verlauf der EM etwas überraschend lediglich beim Eröffnungsspiel gegen Schottland zum Einsatz gekommen war. "Eigentlich ist es ja normal, dass die, die nicht gespielt haben, einen Tick weniger Enttäuschung spüren als die, die auf dem Platz waren. Aber das war überhaupt nicht so."
Der Bundestrainer hatte vor dem Turnier im Hinblick auf das Mannschaftsgefüge auf Spieler wie Leon Goretzka oder Mats Hummels verzichtet.

Kroos völlig fertig: "Musste abbrechen"

Kroos gab schließlich zu, dass er bei seiner Ankunft im Familien-Domizil in Köln kaum noch Kraft hatte, mit seinem jüngsten Sohn Fußball zu spielen.
"Dann komme ich nach Hause und eine halbe Stunde später stehe ich schon wieder auf dem Fußballplatz im Garten - zwei gegen zwei, Fin hat gewartet. Aber ich konnte nicht - ich wollte Finn hinterher, aber es ging nicht, ich musste abbrechen."
Es sei "wirklich Wahnsinn, wie der Kopf den Körper steuert. Wenn wir weitergekommen wären, dann wäre ich für das Halbfinale gegen Frankreich körperlich topfit gewesen. Aber so konnte ich in den letzten zwei Tagen keinen Schritt tun, mir hat von oben bis unten alles wehgetan."
Zeit genug, um zu regenerieren, hat der erfolgreichste deutsche Fußballer der vergangenen Jahrzehnte nun zumindest reichlich.
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Kroos bedient: "Im Moment überwiegt das Aus"

Quelle: MagentaTV


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