EM 2024: Türkeis Merih Demiral nach Wolfsgruß-Jubel gegen Österreich für zwei EM-Spiele gesperrt
VonThomas Gaber
Update 05/07/2024 um 12:53 GMT+2 Uhr
Der türkische Nationalspieler Merih Demiral ist von der UEFA für das Zeigen des Wolfsgrußes für zwei Spiele gesperrt worden. Damit verpasst der Verteidiger, der im Achtelfinale gegen Österreich (2:1) die beiden türkischen Tore erzielt hatte, das Viertelfinale am Samstag gegen die Niederlande in Berlin. Sollte sich die Türkei durchsetzen, müsste Demiral auch im Halbfinale zuschauen.
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Quelle: Perform
Demiral hatte im EM-Achtelfinale gegen Österreich in Leipzig (2:1) beide Treffer für die Türkei erzielt, nach dem Tor zum 2:0 zeigte er den sogenannten Wolfsgruß mit beiden Händen. Dazu veröffentlichte er in den Sozialen Medien ein Bild mit seinem "Torjubel".
Die UEFA hatte in der Folge des Eklats eine Untersuchung aufgrund eines "mutmaßlich unangemessenen Verhaltens" eingeleitet. Die Geste hatte zu diplomatischen Verwicklungen geführt. Ankara hatte nach Kritik der Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) den deutschen Botschafter vorgeladen, am Donnerstag bestellte das Auswärtige Amt den türkischen Abgesandten ein.
Der Wolfsgruß ist ein Handzeichen und Symbol der türkischen rechtsextremen und ultranationalistischen Organisation "Graue Wölfe".
Weder die Organisation noch der Gruß sind in Deutschland verboten. Die "Grauen Wölfe" stehen allerdings unter der Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Scharfe Kritik von der Bundesregierung an Demirals Jubel
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte scharfe Kritik an Demirals Jubel geübt. Die EM "als Plattform für Rassismus" zu nutzten, sei "völlig inakzeptabel", schrieb die Sozialdemokratin in den Sozialen Medien.
Der Eklat hatte in der Folge zu diplomatischen Spannungen geführt. Nach der Einberufung des deutschen Botschafters in Ankara bestellte das Auswärtige Amt am Donnerstag den türkischen Abgesandten zum Rapport ein.
Die UEFA fährt mit der Strafe für Demiral eine konsequente Linie. Albaniens Arlind Daku (26) war vom Verband ebenfalls für zwei Spiele gesperrt worden, nachdem er nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien (2:2) die eigenen Fans mit nationalistischen Gesängen angestachelt und selbst solche gesungen hatte.
Jude Bellingham kam dagegen glimpflich davon. Der Engländer kassierte für seinen obszönen Jubel beim Sieg gegen die Slowakei (2:1 n.V.) 20.000 Euro Geldstrafe. Bellingham hatte sich nach seinem Tor zum 1:1 mit gespreizten Fingern in den Schritt gefasst.
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(mit SID)
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