Atlético Madrid - FC Arsenal: Diego Costa schießt Atleti ins fünfte Finale seit 2010
Publiziert 03/05/2018 um 22:55 GMT+2 Uhr
Atlético Madrid steht zum fünften Mal seit 2010 in einem europäischen Finale. Beim 1:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen den FC Arsenal erzielte Diego Costa das Siegtor (45.) und brachte Atleti so nach dem 1:1 im Hinspiel ins Endspiel. Trainer Diego Simeone verfolgte das Spiel gesperrt auf der Tribüne. Arsène Wenger bleibt zum Abschluss seiner Arsenal-Ära der Titel versagt.
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So lief das Spiel:
“Alle für Arsène” lautete das Motto für Arsenal. Nach dem späten Gegentreffer im Hinspiel vor einer Woche durch Antoine Griezmann befanden sich die Engländer in einer ungünstigen Ausgangslage. Und dennoch: Der scheidende Trainer Arsène Wenger sollte noch ein letztes Mal in ein großes Finale einziehen dürfen.
Seine Mannschaft hatte in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile, musste aber bereits in der Anfangsphase einen Schock wegstecken. Kapitän Laurent Koscielny verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers schwer und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam der junge Calum Chambers in die Partie (21.).
Atlético Madrid wusste: Der Gegner muss einen Treffer erzielen. Das spielte der Mannschaft von Diego Simeone in die Karten. Sie ließ Arsenal kommen, hielt die Gäste aber weitestgehend vom eigenen Strafraum fern und versuchte selbst Nadelstiche zu setzen.
Diego Costa setzte sich gegen Nacho Monreal durch und setzte aus spitzem Winkel einen ersten Warnschuss ab (6.). Daraufhin passierte allerdings wenig im Wanda Metropolitano. Erst kurz vor der Pause scheiterten sowohl Koke, als auch Antoine Griezmann – jeweils nach Freistoßflanken – nur knapp (37., 39.).
Als alle sich schon gedanklich in der Kabine befanden, schlug dann doch noch Costa zu. Nach einem weiten Ball von Torhüter Jan Oblak spielte Griezmann einen herrlichen Pass in den Lauf seines Sturmpartners, der David Ospina im Tor von Arsenal leicht abgefälscht überwinden konnte (45.+2).
Nach der Pause spielten die Gunners mit etwas mehr Risiko, Aaron Ramsey hatte die bis dahin beste Möglichkeit, wurde im Fünfmeterraum aber gerade noch entscheidend beim Abschluss gestört (53.).
Auf der anderen Seite zirkelte Griezmann einen Freistoß nur knapp am Tor vorbei (60.), ehe er kurz darauf von Diego Costa sehenswert bedient wurde, jedoch ebenfalls am Abschluss behindert wurde (67.).
Arsenal war zwar weiterhin bemüht, schaffte es aber nicht, Atlético entscheidend unter Druck zu setzen. Auch der eingewechselte Henrikh Mkhitaryan blieb bis auf einen Volleyschuss im Strafraum wirkungslos (72.).
Stattdessen waren die Mardilenen immer wieder durch Konter gefährlich und hatte kurz vor Ende des Spiels noch die große Möglichkeit auf die Entscheidung. Joker und Publikumsliebling Fernando Torres scheiterte mit einem wuchtigen Schuss an Ospina (88.).
Im Finale trifft Atlético nun am 16. Mai in Lyon auf Olympique Marseille (20:45 Uhr im Liveticker), dass sich 2:1 nach Verlängerung beim FC Salzburg durchsetzte.
Die Stimmen:
Arsène Wenger (Trainer FC Arsenal): "Ich bin, wie die Mannschaft, sehr enttäuscht und traurig. Frustriert bin ich auch. Es ist sehr, sehr traurig, den Klub mit dieser Niederlage zu verlassen. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass das bessere Team weitergekommen ist. Wir hätten das Match im Hinspiel frühzeitig entscheiden müssen. Unser Problem war die Chancenverwertung, wir waren nicht konsequent genug."
Germán "Mono" Burgos (Co-Trainer Atlético Madrid): "Das war der Lohn harter Arbeit jeden Tag gegen ein großartiges Team mit einem großartigen Trainer. Unsere Spieler geben ihr Leben auf dem Platz. Das Gute ist, dass wir jedes Spiel wie ein Finale nehmen."
Jan Oblak (Atlético Madrid): "Ich denke, der Schlüssel war, dass wir sehr gut verteidigt haben. Wir sind ein starkes Team, das war das perfekte Spiel. Es war eine großartige Atmosphäre, deshalb sind wir noch einmal rausgekommen, um uns zu bedanken. Wir sind überglücklich über das Erreichen des Finales."
Diego Costa (Atlético Madrid): "Die Fans standen wie immer hinter uns und das spüren wir. Das ist ein großes Plus für uns. Wir sind sehr glücklich, wieder im Finale zu stehen, aber wir gehören da auch hin, weil wir ein großer Verein sind. Wir haben gegen einen Riesengegner gewonnen und holen uns hoffentlich jetzt auch den Pokal."
Der Tweet zum Spiel: Fußballhauptstadt Madrid
Das fiel auf: Ära Wenger bleibt unvollendet
Das 250. Europacup-Spiel in der langen Karriere des französischen Trainers wurde sein letztes. Nach 22 Jahren wird Wenger sein Amt am Ende der Saison räumen und somit trotz aller Erfolge auf nationaler Ebene nie einen europäischen Titel mit dem FC Arsenal gewinnen.
Die Statistik: 5
Mit dem Sieg im Halbfinale zog Atlético Madrid bereits zum fünften Mal seit 2010 in ein europäisches Finale ein. In den Jahren 2010 und 2012 gewann die Mannschaft gar den Titel in der Europa League, 2015 und 2016 folgten bittere Niederlagen gegen Real Madrid in der Champions League. Folgt 2018 der nächste Titel?
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