FC Salzburg - Olympique de Marseille: Rolando trifft Salzburg ins Herz

Der FC Salzburg hat den Einzug ins Finale der Europa League knapp verpasst. Den Österreichern reichte gegen Olympique Marseille ein 2:1 (2:0, 0:0)-Sieg in der Verlängerung nicht zum Weiterkommen. Rolando (116.) schoss Salzburg nach einer zu Unrecht gegebenen Ecke raus. Amadou Haidara (53.) und ein Eigentor von Bouna Sarr (65.) hatten zuvor das 0:2 aus dem Hinspiel egalisiert.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Die Österreicher schoben sich das Runde in Halbzeit eins meistens im Mittelfeld umher, ohne dabei Raumgewinne zu verzeichnen. Olympique staffelte sich bei gegnerischem Ballbesitz tief mit zwei Viererketten und fokussierte sich auch Konter. Marseilles drei Schüsse rauschten allesamt am Ziel vorbei oder drüber.
Salzburg kam viermal zum Abschluss, wobei Yohann Pelé zweimal eingreifen musste. Ernsthaft geprüft wurde der französische Schlussmann dabei aber nicht. Die Nullnummer zur Pause war leistungsgerecht.
Beide erhöhten das Tempo in den zweiten 45 Minuten. Zunächst war l'OM etwas aktiver, die Hausherren erzielten acht Minuten nach dem Seitenwechsel aber das 1:0: Amadou Haidara setzte im rechten Halbfeld zum Sololauf an und tankte sich bis in die Box durch, wo er aus zentraler Position flach zum 1:0 einspitzelte.
Nach dem Führungstor erhöhten die Salzburger den Druck und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Folglich fiel die verdiente Zwei-Tore-Führung, die jedoch etwas glücklich zu Stande kam.
Haidara, auffälligster Akteur an diesem Abend, nahm rechts Fahrt auf und spielte scharf ins Strafraumzentrum. Adil Rami schaffte es nicht, zu klären, sodass Xaver Schlager flach zum Abschluss kam. Bouna Sarr hielt die Fußspitze dazwischen, wodurch der Ball, welcher wahrscheinlich links vorbeigerauscht wäre, zum 2:0 im Kasten landete (65.).
In der Schlussphase wurden die Gäste offensiv wieder etwas präsenter, blieben aber erfolglos, auch aufgrund einer Fehlentscheidung: Duje Caleta-Car bekam den Ball in der 87. Minute klar im Strafraum an die Hand, Schiedsrichter Sergei Karassjow gab den Handelfmeter jedoch nicht.
In der Verlängerung sorgte Karassjow dann aber mit für die Entscheidung: André-Franck Anguissas Fernschuss wurde vom eigenen Mann abgefälscht und flog rechts neben den Kasten - der Unparteiische entschied jedoch zu Unrecht auf Eckball, obwohl der nächste Salzburger mehr als einen Meter wegstand.
Die Ecke beförderte Dimitri Payet von rechts an den Elferpunkt, wo der eingewechselte Rolando volley links unten zum 1:2 traf (116.).
Nach dem umstrittenen Tor der Franzosen dezimierte Haidara sein Team in der 119. Minute, als er im Zweikampf mit der Hand nach hinten ausschlug und Payet am Kopf traf, weswegen er mit Gelb-Rot vom Platz musste.
Die Protagonisten wurden zwischen den Seitenwechseln ordentlich durchgeknetet. Bei l'OM haben bereits 13 Spieler wettbewerbsübergreifend über 40 Partien absolviert, bei Salzburg elf. Den Spielern war deutlich anzusehen, dass sie mit den Kräften kämpften.
Olympique Marseille kann sich nun im eigenen Land zum Champion krönen. Im Finale am 16. Mai in Lyon geht es gegen Atlético Madrid.

Die Stimmen:

Dimitri Payet (Olympique Marseille): "Der Puls ist echt nach oben gestiegen, aber wir haben Charakter gezeigt und in der Verlängerung getroffen. Wir waren für jedes Szenario vorbereitet und wussten, dass sogar wenn wir mit drei Toren zurückliegen, einmal zu treffen reichen würde. Wir sind ruhig geblieben."
Florian Thauvin (Olympique Marseille): "Es ist unglaublich und wir sind im Finale, aber wir haben es bisher noch nicht realisiert. Es ist großartig. OM ist ein Team, dass diese europäischen Nächte braucht. Wir sind der einzige französische Klub mit einem Stern, der für den Champions-League-Gewinn steht. Wir werden versuchen, eine weitere europäische Trophäe zu gewinnen. Wir sind müde, wir haben alles gegeben."
Fredrik Gulbrandsen (FC Salzburg): "Wir haben zweimal getroffen. Wir haben nicht alles getan, was wir können. Auf diese Weise auszuscheiden ist entsetzlich. Unser Traum ist gestorben. Wir können stolz sein - es ist nur schwierig, sich jetzt darauf zu konzentrieren."
Christoph Freund (Sportdirektor FC Salzburg): "Enttäuschung ist groß. Es fließen einige Tränen in der Kabine. Sich so zurückzukämpfen, das bessere Team zu sein - das ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen, aber das ist Fußball. Wir müssen es akzeptieren und daraus lernen."

Der Tweet zum Spiel:

Bayern-Legende Franck Ribéry, der mittlerweile schon fast als Ur-Bayer Franck Ribéry angesehen wird, drückte seinem Ex-Team die Daumen und freute sich riesig über deren Finaleinzug. 2007 wechselte er aus Marseille an die Isar.

Das fiel auf: Fehlentscheidungen in den Halbfinals

In den beiden Champions-League-Halbfinals gab es bereits einige drastische Fehlentscheidungen. Das russische Schiedsrichtergespann um Referee Sergei Karassjow patzte ebenfalls zweimal gravierend.

Die Statistik: 20 & 7

Andreas Ulmer stand in dieser Saison zum 20. Mal für ein und denselben Verein in einem UEFA-Klubwettbewerb auf dem Rasen und stellte damit einen neuen Rekord auf. Payet bereitete bereits zum siebten Mal einen Treffer vor - mehr Assists gelangen in diesem Wettbewerb 17/18 keinem.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung