Mesut Özil bei Arsenal unter Beschuss: "Nicht würdig, das Trikot zu tragen"

Der FC Arsenal verpasst im Halbfinal-Rückspiel der Europa League bei Atlético Madrid den Finaleinzug, Trainer Arsène Wenger wird seine 22 Dienstjahre ohne weiteren Titel abschließen. Ins Zentrum der Kritik rückt der unscheinbare Mesut Özil, einmal mehr. Im Prinzip kann der Weltmeister ja alles, aber Auftritte wie gegen Atlético liefern so viel Futter, dass manche über Magenverstimmung klagen.

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Schwer frustriert ächzte Arsène Wenger über die Grausamkeiten des Fußballs ("Ich leide stark"), und als hätte ihn die Niederlage in ihrer Vehemenz nicht genug erschüttert, musste er ein neues, altes, vor allem leidiges Thema abmoderieren. Es gelang: so halb.
Der FC Arsenal scheiterte durch ein 0:1 im Halbfinal-Rückspiel der Europa League bei Atlético Madrid am Finaleinzug, Trainer Wenger wird seine 22 Dienstjahre ohne weiteren Titel abschließen; zum Saisonende hört er in London auf.
Diego Costa schoss das Tor für Atlético (45.+2 Minute), was reichte, um Wenger einen Nackenschlag und diversen TV-Experten so viel Futter zu verpassen, dass manche über Magenverstimmung klagten. Besonders Martin Keown.

Eigentlich kann Özil alles - tja: eigentlich

Der 51-Jährige ist eine Arsenal-Legende, bei "BT Sport" zentralisierte er seine Tirade auf einen Profi mit hängenden Schultern und melancholischer Miene. Mesut Özil kennt ja den Umstand, dass seine durchaus verheerende Körpersprache als Multiplikator der Kritik dient, doch die Wucht, die Keown bemühte, um Özil zu diskreditieren, war eine beträchtliche.
Fünf Tore und 14 Vorlagen gelangen Özil in 35 Pflichtspielen, keine schlechten Werte, bloß ist Arsenal in der Premier League abgeschlagener Sechster. Jetzt der Europa-K.o., der Keown zürnen ließ:
Der Deutsche lebt damit, dass sein Stil just dann negativ konnotiert wird, wenn - wichtige - Partien verloren gehen. Im Prinzip kann Özil alles, feinste Technik, Schnittstellenpässe und Seitenverlagerungen, die oft das dritte oder vierte Zuspiel vor einem Tor bilden, nicht das ultimativ letzte, und deshalb in keiner Statistik landen.

Özil unter Beschuss: "Mich verarscht er nicht"

Der 29-Jährige war lange bei Real Madrid, was als Qualitätsnachweis reichen müsste; aber dann gibt's halt Auftritte gegen Atlético, in denen er wie unsichtbar erscheint, verblasst von der Kampfesnatur anderer. Der Zauberer von Öz.
Sowas macht einen wie Keown, der früher leidenschaftserprobter Verteidiger war, natürlich zutiefst wahnsinnig.
Dass Özil niedergeschlagen aussah nach der Atlético-Pleite (die hängenden Schultern, die melancholische Miene), kaufte ihm Keown nicht ab: "Das sind Krokodilstränen, aber mich verarscht er nicht..."
So musste Wenger, einmal gerafft, noch am Abend zum Gegenplädoyer ansetzen. Özil habe "richtig viel gegeben", meinte der Franzose, "er sollte nicht kritisiert werden, nur weil er nicht getroffen hat. Wir hatten einige Chancen und haben als Team verloren."

Sogar die Polizei spottete schon über Özil

Bald wird Özil bei den "Gunners" ein anderer Trainer vorgesetzt, er hat bis 2021 verlängert und soll zum Arsenal-Spitzenverdiener avancieren, mit kolportierten zwölf Millionen Euro Jahresgehalt - netto. Auch dazu äußerte sich Keown, unterschwellig: "Wenger hat eine Menge Geld in diesen Spieler investiert, und ich erkenne keine Leistung, die das rechtfertigt."
Immerhin hat Özil dreimal den FA Cup gewonnen, die Geschäftsmäßigkeit seiner Branche ist ihm bekannt. "Meinungen von TV-Experten und ehemaligen Spielern sind mir relativ unwichtig", sagte er 2017 im "Welt"-Interview.
Gut, das beschränkt sich mitunter nicht auf TV-Experten und Ex-Profis. Als Arsenal vorigen August bei Stoke City verlor, kursierte ein spöttischer Tweet:
Verfasser des Eintrags war die Polizei Stoke. Keine Pointe.
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