RB Leipzig verliert Krimi gegen Salzburg beim Europa-League-Auftakt

RB Leipzig hat in der Gruppenphase der Europa League einen Fehlstart hingelegt. Der Bundesligist verlor gegen Red Bull Salzburg mit 2:3 (0:2) und steht gleich nach dem ersten Spieltag unter Druck. Der eingewechselte Fredrik Gulbrandsen (89.) erzielte kurz vor Schluss den Siegtreffer der Gäste, nachdem die Leipziger Konrad Laimer (70.) und Yussuf Poulsen (82.) zunächst ein 0:2 egalisiert hatten.

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So lief das Spiel:

Zwar hatten die Leipziger im ersten Durchgang etwas mehr Ballbesitz (54 Prozent), sie konnten mit diesem jedoch nur wenig anfangen. Die Rotation bei den Sachsen - sieben Neue in der Startelf im Vergleich zum letzten Ligaspiel - machte sich bemerkbar: Abstimmungsprobleme und ein kaum ausgeprägtes Kombinationsspiel sorgten dafür, dass Salzburg defensiv selten gefordert wurde.
Zudem hatte die Ralf-Rangnick-Elf Probleme im Aufbau- sowie im Umschaltspiel.
Die Österreicher hingegen nutzten ihre wenigen Chancen eiskalt und gingen verdient in Führung. Den Anfang machten sie in der 20 Minute: Munas Dabbur fing einen missratenen Rückpass von Stefan Ilsanker ab. Dayot Upamecano schaffte es zwar, diesen vom Ball zu trennen, brachte jedoch Yvon Mvogo in Bedrängnis, der hoch auf Dabbur spielte. Aus etwa acht Metern köpfte der israelische Stürmer zum 1:0 ein.
Lediglich zwei Minuten später rappelte es erneut: Andreas Ulmer wurde auf der linken Seite geschickt und drang in den Sechzehner ein. Dort wurde er nicht gestört und passte am Fünferrand quer nach innen, wo Amadou Haidara flach zum 2:0-Pausenstand einschob.
Gleiches Bild im zweiten Abschnitt: Etwas mehr Ballaktionen und Abschlüsse der Hausherren, die es jedoch lange nicht schafften, die gegnerische Hintermannschaft zu knacken und deswegen bezeichnenderweise oft aus der Ferne abschlossen.
Ein individueller Fehler auf Salzburger Seite ging zwanzig Minuten vor Schluss dem Anschlusstreffer voraus. Diego Demme versuchte Konrad Laimer zu bedienen, sein unpräziser Pass landete jedoch bei Ulmer, der Probleme bei der Annahme hatte, sodass Laimer in Szene gesetzt wurde und aus der rechten Sechzehnerhälfte flach zum 1:2 ins lange Eck schoss.
Salzburg hatte danach zunächst wieder alles unter Kontrolle, ein toller Spielzug der Sachsen brachte in 82. Minute allerdings den etwas überraschenden Ausgleich: Marcel Halstenberg sprintete die linke Seite entlang und bediente Kevin Kampl, der ins Strafraumzentrum flankte. Dort stieg Yussuf Poulsen am höchsten und nickte zum 2:2 ein.
Kurz vor Ende sorgte ein Gegenzug des Teams von Trainer Marco Rose für den verdienten Auswärtserfolg. Der kurz zuvor eingewechselte Zlatko Junuzović initiierte im Mittelfeld einen Konter. Hannes Wolf spielte mit dem Rücken zum Tor vom Strafraumrand gefühlvoll in die linke Hälfte der Box, wo Fredrik Gulbrandsen den Ball seelenruhig annahm und mit der Innenseite zum 3:2-Endstand flach ins lange Eck schob (89.).
So hatte sich Leipzig-Coach Rangnick den Europa-League-Auftakt sicherlich nicht vorgestellt. Die in der heimischen Liga noch ungeschlagenen Salzburger (sieben Siege aus sieben Partien) überzeugten hingegen auch international und führen die Gruppe B an.

Die Stimmen zum Spiel:

Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Wir haben in der ersten Halbzeit alles vermissen lassen, was uns auszeichnet. Das haben wir in der Pause knallhart angesprochen und wollten dann zeigen, dass wir uns nicht aufgeben. Wir haben uns dann auf 2:2 rangekämpft und stehen nun dennoch mit leeren Händen da. Zuhause dürfen wir einfach nicht drei Gegentore bekommen. Die Enttäuschung ist sehr groß."
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Es war über weite Strecken eine schwache Leistung von uns. Zumindest haben wir nach der Pause den Kampf angenommen und hätten uns den Punkt sichern können. Wir haben nun einiges aufzuarbeiten und müssen uns vor allem defensiv stabilisieren. Wir werden aus diesem Spiel wieder sehr viel lernen."
Marco Rose (Trainer FC Salzburg): "Wir wollten heute intensiver spielen als unser Gegner - das ist uns sehr gut gelungen. Wir haben gegen einen ambitionierten deutschen Bundesligisten verdient gewonnen. Es ist für uns ein besonderer und spezieller Sieg. Meine Mannschaft hat sich sehr gefreut und die Fans fahren mit einem tollen Erlebnis nach Hause. Wir haben in den letzten Wochen gelernt mit Widerständen umzugehen. Das hat uns sicherlich geholfen."
Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Es gab bei uns Spieler, die nicht richtig verstanden haben, was für ein Kaliber und was für ein Gegner auf uns zukommt. Wir müssen als Mannschaft deutlich kompakter verteidigen. Einige Spieler haben sich nicht vorstellen können, dass uns aus Österreich so ein Gegner erwartet. Salzburg hat heute ein perfektes Spiel gemacht. Trondheim interessiert mich im Moment gar nicht, wir haben ganz wichtige Bundesliga-Spiele vor der Brust."

Der Tweet zum Spiel:

Gerüchten zufolge wechselt der 20-jährige Mittelfeldspieler im Winter zu RB Leipzig.

Das fiel auf: Anderer Vereinsname als im Ligabetrieb

Die Zuschauer in der Red Bull Arena sahen ein besonderes Duell. Zwar sind RB Leipzig und der FC Salzburg offiziell zwei eigenständige Vereine, doch dass beide eng mit dem Getränkekonzern Red Bull verbunden sind, ist kein großes Geheimnis. In der österreichischen Liga agieren die Salzburger als Red Bull Salzburg, doch da Sponsorennamen in UEFA-Wettbewerben nicht erlaubt sind, wirken sie in der Europa League als FC Salzburg mit.

Die Statistik: 5

RB Leipzig musste nach fünf Heimsiegen im Europapokal wieder eine Niederlage einstecken. Zuvor wurden im eigenen Stadion St. Petersburg, Marseille, Häcken, Craiova und Luhansk geschlagen.
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