Ein Kommentar von Alice Tietje

Es war dieser eine Moment, in dem die Frankfurter Arena den Atem anhielt: in der 22. Minute des Achtelfinal-Hinspiels der Europa League bekommt Inter Mailand einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen.

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Marcelo Brozovic legte sich den Ball zurecht und schießt – doch Keeper Kevin Trapp ist zur Stelle. Was folgt, ist eine vollkommene Gefühls- und Geräuschexplosion durch das Frankfurter Rund.

Es sind Momente wie dieser, die es den Fans so leicht machen, diese Eintracht derzeit zu lieben. Doch nicht nur bei den Anhängern ist die SGE in aller Munde. Man kann dieses Team aktuell nur bewundern und die Leistung anerkennen. Lob gibt es von allen Seiten – zu Recht!

Die Eintracht macht Spaß. Manch einer würde sagen, dass die Frankfurter derzeit der "heißeste Scheiß" in Fußball-Deutschland sind.

Eintracht Frankfurt: Von eklig zu attraktiv

In der Liga ist das Team von Adi Hütter in der Rückrunde ungeschlagen - in Europa sogar in der ganzen Saison ohne Niederlage. Einst noch die eklige Mannschaft, die im Abstiegskampf oft mit unfairen Mitteln gespielt hat, ist Frankfurt jetzt ein Team mit Willen und Freude am Spiel.

Selbst, wenn es mal nicht läuft für die Adler, stehen am Ende Punkte auf dem Konto.

"Die Eintracht kann nicht nur schön und attraktiv spielen, sondern sie weiß auch, wann man zweckmäßig spielen muss", fasst Trainer-Legende Jupp Heynckes den Status des Vereins auf der Homepage passend zusammen.

Goncalo Pacienca jubelt in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim

Fotocredit: Getty Images

Mit purem Willen und viel Finesse kommt die Eintracht zu ihren Siegen. Hinzukommt, dass Spieler wie Goncalo Pacienca bereitstehen, wenn sie gebraucht werden. Das "Trio Infernale" um Luka Jovic, Sebastian Haller und Ante Rebic funktioniert – fällt einer aus, sind die Backups zu Stelle.

SGE: Spaß auf und neben dem Platz

Taktisch hat Trainer Hütter die Frankfurter auf eine neue Stufe gestellt, ein klares Konzept vermittelt, das auf dem Feld für jeden ersichtlich ist. Weg vom defensiveren Ansatz eines Niko Kovacs – hin zu offensiver Power, mit defensiver Absicherung durch "Boss" Makoto Hasebe.

In Sachen Transfers scheinen Fredi Bobic und sein Team alles im Griff zu haben: Holen junge Talente wie Evan N'Dicka und Almany Touré, die Zeit bekommen sich zu entwickeln. Und finden Goldstücke, wie Jovic, den man im Sommer für mehr als 50 Millionen Euro verkaufen könnte.

Die Choreographie der Eintracht-Fans gegen Inter Mailand

Fotocredit: Getty Images

Hinzukommt, dass die Fans, die früher häufig für negative Schlagzeilen sorgten, mittlerweile jedes Spiel zu einem Frankfurter Heimspiel machen. Bis zu 20.000 Kartenanfragen hatte der Verein allein für das Spiel in Mailand – am Ende fanden angeblich 16.000 ihren Weg ins Stadion.

Bilder, die in Europa rumgehen und jedem Gänsehaut bereiten, ob er will oder nicht. Die schwarz-weiße Party geht gegen Benfica Lissabon in die nächste Runde. Im Viertelfinale wird nicht nur ganz Frankfurt der SGE die Daumen drücken, sondern ganz Deutschland. Denn dieser Klub macht einfach Spaß!

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