Europa League: Eintracht Frankfurt überrollt Mitfavorit FC Salzburg
Publiziert 20/02/2020 um 20:48 GMT+1 Uhr
Eintracht Frankfurt hat in der Europa League nach einem 4:1 (2:0)-Erfolg im Sechzehntelfinal-Hinspiel gegen den FC Salzburg sehr gute Chancen auf das Achtelfinale. Überragender Akteur war am Donnerstagabend in Frankfurt Daichi Kamada, der einen Dreierpack erzielte (12./43./53.). Filip Kostic erhöhte in der 56. Minute auf 4:0. Hee-chan Hwang sorgte per Elfmeter für den Anschlusstreffer (85.).
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So lief das Spiel:
Nach zögerlichem Beginn war es die Frankfurter Eintracht, die mit ihrer zweiten Torchance in Führung ging. Nachdem nur Sekunden zuvor André Silva mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Cican Stankovic im Tor der Salzburger gescheitert war, spielte Almamy Touré Daichi Kamada rechts im Strafraum frei, der vollkommen unbedrängt aus sechs Metern halbrechter Position flach einschieben konnte (12.).
RB Salzburg zeigte sich anschließend bemüht, konnte sich aber kaum einmal in gefährliche Abschlusspositionen bringen. Stattdessen war es erneut Kamada, der nach einem schnellen Einwurf auf der linken Seite aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Dieses Mal zielte der Japaner rechts am Tor vorbei (21.).
Anschließend spielte sich die Partie vor allem im Mittelfeld ab, Torraumszenen waren rar gesät – und wenn es gefährlich wurde, dann zumeist für die Eintracht. So landete der Ball nach einer Kombination über Silva und Djibril Sow links im Strafraum bei Filip Kostic, dessen Abschluss nur knapp am rechten Pfosten vorbeirauschte (33.).
Zehn Minuten später machte es dann erneut Kamada besser. Frankfurt kombinierte sich aus der Bedrängnis heraus aus der eigenen Hälfte - schließlich schickte Sow auf Höhe der Mittellinie Kamada auf die Reise. Der wiederum startete den Turbo, ließ auch noch Gegenspieler Jérôme Onguené stehen und lupfte über Stankovic hinweg ins Tor (43.).
Der zweite Durchgang bot ein ähnliches Bild: Salzburg mühte sich ab, doch Frankfurt machte die Tore. Evan Ndicka konnte von der linken Seite in aller Ruhe auf den Kopf von Kamada flanken, dessen Kopfballaufsetzer noch abgefälscht im rechten Toreck landete (53.) - Dreierpack für den Japaner.
Salzburgs Defensive zeigte nun Auflösungserscheinungen und Frankfurt nutzte dies eiskalt aus. Silva wurde auf Höhe der Mittellinie in Abseitsposition lauernd bedient und legte dann nach links raus zu Kostić, der gegen Onguené sehr einfach zum Abschluss kam und aus spitzem Winkel über Stankovic hinweg zum 4:0 traf (56.). Der Treffer zählte, da Onguené Abwehrversuch als neue Spielsituation gewertet wurde.
Nur wenig später hatte Sebastian Rode den nächsten Treffer auf dem Fuß, scheiterte nach schöner Vorarbeit von Touré per Direktabname allerdings knapp (62.).
Von Salzburg war dagegen lange Zeit überhaupt nichts mehr zu sehen. Allein der eingewechselte Sékou Koïta sorgte mit einem Abschluss von der Strafraumgrenze für etwas Gefahr, allerdings wurde er von Makoto Hasebe souverän abgegrätscht (77.).
Im direkten Gegenzug hatte dagegen der eingewechselte Gonçalo Paciência nach einem Abschluss von Ndicka eine gute Möglichkeit. Maximilian Wöber klärte seinen Versuch aus kurzer Distanz gerade noch vor der Torlinie (78.).
In der Schlussphase bot sich den Gästen dann aber doch noch die Großchance zum Auswärtstor. Sow traf sowohl den Ball als auch Andreas Ulmer im Frankfurter Strafraum, der türkische Unparteiische Ali Palabiyik entschied auf Strafstoß - eine harte Entscheidung. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hee-Chan Hwang sicher (85.).
In der Nachspielzeit passierte nicht mehr viel, sodass Frankfurt am Ende mit 4:1 gegen Salzburg triumphierte und sich eine wunderbare Ausganssituation für das Rückspiel am 27. Februar verschafft hat.
Die Stimmen zum Spiel:
Fredi Bobic (Eintracht Frankfurt): "Wenn du 4:1 gewinnst, kannst du nicht von einer schlechten Ausgangslage reden. Wenn du ein Gegentor bekommst, dann ärgerst du dich natürlich immer. Das war kein Elfmeter. Der Videobeweis sollte heute da sein, aber meiner Meinung nach war er das nicht. Wir haben eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Aber Salzburg ist eine gute Mannschaft, das war es hier noch nicht. "
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Wir haben von der ersten Minute an ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir waren sehr konzentriert, auch aggressiv in den Zweikämpfen. Vielleicht war es nicht ganz so zu erwarten, dass wir gegen eine Mannschaft mit so viel Qualität so überlegen sind. Aber es war über 90 Minuten eine sehr gute Leistung. Vielleicht ist das Gegentor auch ganz gut, dann gehen wir noch konzentrierter in das Rückspiel und wissen, dass nichts anbrennen darf."
Stefan Ilsanker (Eintracht Frankfurt): "Es ist unbeschreiblich. Ich hab heute beim Einlaufen das erste Mal Gänsehaut gehabt und habe sie jetzt noch. Ich weiß nicht, wie das geht, dass man bei Europa-League-Spielen noch mehr Stimmung machen kann, als in der Bundesliga. Wenn man bedenkt, dass Salzburg in der Champions League mit Liverpool und Neapel mithält und letztes Jahr Dortmund aus dem Wettbwerb beworfen hat und man sieht, dass die heute überhaupt keinen Stich sehen, dann macht mich das schon sehr stolz."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Mister Europa Daichi Kamada
In der Bundesliga geht bei Daichi Kamada in dieser Saison wenig zusammen. Nur drei Torvorlagen stehen in 17 Saisonspielen zu Buche. In der Europa League überzeugte der Japaner gegen RB Salzburg dafür einmal mehr. Bereits das Gruppenspiel beim FC Arsenal London drehte Kamada mit zwei Treffern beinahe im Alleingang, nun schnürte er gegen die Österreicher gleich einen Dreierpack. Seine Rolle versetzt hinter André Silva kam ihm dabei zugute. Kamada ließ sich immer wieder ins Mittelfeld fallen, initiierte einige Angriffe selbst und lief sich anschließend in Position.
Die Statistik: 3
Daichi Kamada ist der erste Frankfurt-Spieler, dem drei Treffer in einem Europa-League-Spiel gelingen.
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