Ante Rebic feiert beim AC Mailand seine sportliche Renaissance
Zum Hinrunden-Ende schon als Fehleinkauf verschrieben, ist Ante Rebic mit sechs Toren acht Spielen plötzlich der Mann der Stunde beim AC Mailand. Im Schatten von Neuzugang Zlatan Ibrahimovic feierte der Kroate in der Modemetropole seine sportliche Wiedergeburt. Eine Rückkehr zu Eintracht Frankfurt ist damit vollends vom Tisch. Und Trainer Stefano Pioli sieht sogar noch mehr Potenzial.
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Der Jubel war schon fast routiniert. Abschluss mit rechts, Zeigefinger ans rechte Ohr, dabei ein paar Gratulationen der Kollegen abwehrend - so feierte Ante Rebic am Montag seinen Treffer zum 1:0 gegen den FC Turin.
Das Rebic-Tor aus der 25. Minute sollte das einzige bleiben, der Kroate entschied damit bereits zum dritten Mal innerhalb eines Monats ein Serie-A-Spiel für die Rossoneri.
Überhaupt hat die Milan-Karriere des 26-Jährigen in den letzten Wochen erst so richtig Fahrt aufgenommen: War er bis zur Winterpause meist glückloser (und torloser) Joker, läuft es seit dem 19. Januar und seinem Premierentor zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Udinese Calcio wie am Schnürchen für die Leihgabe der Frankfurter Eintracht.
Sechs wichtige Rebic-Treffer für AC Mailand
Gegen Udine steuerte er damals noch den 3:2-Siegtreffer bei (90.+3) - es folgte das Siegtor zum 1:0 bei Brescia Calcio (24.1.), das zwischenzeitliche 1:0 beim 2:4 im Derby gegen Inter (9.2.), das zwischenzeitliche 1:0 im Halbfinal-Hinspiel der Coppa Italia gegen Juventus (13.2., 1:1) und nun das goldene Tor gegen Turin.
Alles wichtige Treffer, die Rebic von den Milan-Fans drei Nominierungen zum Star des Spiels einbrachten. Er selbst wiegelte ab, sagte nur: "Der Trainer hat gesehen, dass er auf mich zählen kann."
Die Schlagzeilen bestimmt derzeit trotz der sechs Rebic-Tore in acht Pflichtspielen ein anderer: Zlatan Ibrahimovic. In Rückkehr des bulligen Schweden in den Milan-Sturm hat sich als echter Segen für den Kroaten entpuppt, der sich in Zlatans Schatten offensichtlich prächtig wohl fühlt.
Milan macht Platz in der Offensive
Dass Milan sich im Winter von Suso (FC Sevilla) und Krzysztof Piątek (Hertha BSC) trennte, signalisierte Rebic zusätzliches Vertrauen, dass er nun mit Toren zurückzahlt. Durch die Umstellung auf ein 4-4-2 scheint Trainer Stefano Pioli zudem das beste Setup gefunden zu haben, um die ohne Frage talentierte Milan-Offensive zum Laufen zu bringen.
"Mit der Rückkehr von Zlatan gibt es endlich keine Experimente mehr", analysiert Simone Eterno von Eurosport Italien in Mailand:
Milan holt in der Serie A auf
Rebic und Ibrahimovic zeigten von Beginn an "eine natürliche Verbindung" auf dem Platz, wie es der Eurosport-Experte bezeichnet. Rebic beackert die Räume, die Ibrahimovic aufreißt. Wo der Schwede die Aufmerksamkeit der Abwehrspieler auf sich zieht, weiß sich Rebic instinktiv davonzustehlen und im rechten Moment in der richtigen Position aufzutauchen - so wie beim 1:0 gegen Torino.
"Diese Fähigkeit hat ihm einen Stammplatz eingebracht", ist sich Eterno sicher. Kurzum: "Mit Rebic scheint Pioli die perfekte Ergänzung zu Ibrahimovic gefunden zu haben."
In der Serie A hat sich Milan (8.) so immerhin schon wieder in Schlagdistanz der internationalen Plätze gebracht. Hellas Verona auf Platz sechs ist punktgleich, die AS Rom (5.) vier Zähler entfernt.
Pioli: Rebic kann sich noch besser bewegen
Die Champions-League-Plätze scheinen dagegen schon außer Reichweite: Atalanta Bergamo hat auf Rang vier bereits zehn Punkte mehr.
Und glaubt man Pioli, hat Rebic immer noch Luft nach oben. "Er kann seine Bewegungen immer noch verbessern, noch effektiver sein, wenn es um die entscheidenden Momente geht", regte der Milan-Coach zuletzt an.
Ganz generell habe Milan noch Defizite im letzten Drittel des Spielfelds. "Wir haben noch Potenziale im Verwalten der Spiele. Außerdem müssen wir unsere Dribblings und unser Positionsspiel auf den letzten 30 Metern des Platzes verbessern", sagte Pioli in der vergangenen Woche.
Milan will Rebic wohl halten
Rebics Auftritt in den letzten Wochen scheint aber offenbar schon auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. So soll Milan laut calciomercato.com bereits beschlossen haben, Rebic fest verpflichten zu wollen.
Bisher ist der Kroate nun von Eintracht Frankfurt ausgeliehen, André Silva ging bekanntlich vergangenen Sommer im Gegenzug an den Main. "Dadurch, dass es auf die letzten Minuten stattfand, konnten wir uns auf keine Summe einigen. Beides wurde schnell abgewickelt", erklärte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner jüngst dem "kicker".
Rebics Zukunft ist deswegen aber nicht zwangsläufig an die von Silva geknüpft. Den Portugiesen würde die Eintracht wohl gerne halten, aber definitiv nicht um jeden Preis. Einen Deal könne man "immer abkoppeln", sagte Hübner. Da der Leihvertrag mit der SGE aber keine Kaufoption enthält, ist die Ablöse frei verhandelbar - gleiches gilt für Rebic und Milan.
Rebic kehrt nicht nach Frankfurt zurück
Dass der Frankfurter Pokalheld von 2018 zur Eintracht zurückkehrt, ist mittlerweile vom Tisch. Ein Foto mit den ehemaligen Kollegen hatte im Winter für Aufsehen und bei einigen Eintracht-Fans für Hoffnungen auf ein dauerhaftes Wiedersehen gesorgt.
Rebic stellte jedoch klar, dass es sich nur um einen freundschaftlichen Besuch gehandelt habe. "Frankfurt ist meine zweite Heimat, und wenn ich einen freien Tag habe, ist es immer schön, alte Freunde und Teamkollegen zu sehen", erklärte er gegenüber "Sportske Novosti".
Und überhaupt:
Eines Tages werde er "nach Frankfurt zurückkehren. Aber davor habe ich hier noch viel zu tun." Das mit dem Jubeln läuft im Milan-Trikot schließlich schon ziemlich routiniert ab.
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