Im Hinspiel dauerte es 86. Minuten, bis Nicolas Pépé sein Team mit 1:0 in London in Führung brachte, ehe Tomas Holes in der Nachspielzeit das 1:1 für Prag erzielte und den Tschechen somit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im heimischen Sinobo Stadion bescherte.
Diese gute Ausgangsposition wurde von den Gunners jedoch in Rekordzeit pulverisiert. Nach einer guten Viertelstunde setzte Bukayo Saka einen Schuss von der Strafraumkante an den linken Pfosten, von wo die Kugel Emile Smith Rowe vor die Füße sprang und dieser das 1:0 markierte. Video-Assistent Abdulkadir Bitigen überprüfte die Szene jedoch noch einmal und entschied auf Abseitsposition des Torschützen. Referee Cüneyt Cakir nahm den Treffer daher zurück (16.).
Davon ließen sich die Gäste jedoch nicht beirren, denn nur zwei Minuten nach dem Abseitstor ließ es Pépé - der Torschütze aus dem Hinspiel - dann offiziell klingeln. Nach Zuspiel von Smith Rowe setzte der Ivorer seinen Körper im Strafraum gekonnt gegen Lukas Provod ein und schoss das Leder aus spitzem Winkel und kurzer Distanz zum 1:0 in die Maschen (18.). Es war der Auftakt für furiose Arsenal-Minuten.
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Wieder nur zwei Minuten später brachte Jakub Hromada Gegenspieler Saka im Sechzehner zu Fall. Cakir zögerte nicht lange und zeigte zu Recht auf den Punkt und dem Übeltäter Gelb. Alexandre Lacazette trat an, verlud Ondrej Kolar und traf sicher zum 2:0 ins rechte untere Eck (21.).
Die Gäste spielten nun wie im Rausch. Besonders Saka, der auf dem rechten Flügel für Wirbel sorgte, war nicht zu bändigen und belohnte sich und sein Team folgerichtig mit dem 3:0. Der 19-jährige Engländer zog von rechts ins Zentrum, um den Ball von der Strafraumkante mit links im unteren rechten Eck zu versenken. Slavia-Keeper Kolar konnte dem Ball nur hinterherschauen (24.).
Binnen Minuten hatte sich Slavias Vorteil aus dem Hinspiel in einen deutlichen Rückstand verwandelt. Mit dem 3:0 ging es in die Pause. Prag brauchte nun vier Treffer für den Einzug ins Halbfinale - angesichts von null Schüssen aufs Tor in den ersten 45 Minuten eine nahezu unlösbare Aufgabe.
Prag-Coach Jindrich Trpisovsky reagierte in der Halbzeit und wechselte gleich viermal. Neue Impulse gingen vom frischen Personal aber nicht aus - im Gegenteil: Arsenal ließ Slavia kommen, gefährlich wurde es aber letztlich nie. Der deutsche Keeper Bernd Leno musste nicht einmal eingreifen.
Stattdessen erhöhte Lacazette in der 77. Minute gar auf 4:0. Nach einem Querpass von Pépé ließ der Franzose im Zentrum seine beiden Gegenspieler mit einem schnellen Haken stehen und traf trocken mit links - Doppelpack.
Der eingewechselte Garbiel Martinelli hatte vier Minuten vor Ende das 5:0 auf dem Fuß, doch sein angeschnittener Flachschuss aus rechter Strafraumposition ging knapp am rechten Pfosten vorbei (86.).
Durch das 4:0 zieht Arsenal mehr als verdient in das Europa-League-Halbfinale ein, wo nun der FC Villarreal wartet. Für Slavia Prag, das unter anderem die Glasgow Rangers und Leicester City ausgeschaltet hatte, ist dagegen eine aufregende Europapokal-Saison beendet.

Die Stimmen:

Bukayo Saka (FC Arsenal): "Es war von Anfang bis Ende eine fantastische Partie. Wir haben heute für all unsere Fans gespielt. Sie verdienen den Sieg für all die Unterstützung, die sie uns geben. Ich denke, wir haben echten Charakter gezeigt. Nachdem das erste Tor nicht gegeben wurde, haben wir einfach weiter gemacht. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr stark und haben das Spiel so entschieden. Ich denke, im Hinspiel haben wir eine gute Leistung gebracht, doch wir waren einfach nicht effektiv. Der heutige Abend sollte allen zeigen, wie aufregend wir als Team spielen können. Wenn wir so spielen, macht es einfach Spaß, dabei zu sein."
Mikel Arteta (Trainer FC Arsenal): "Die Jungs waren von Anfang an sehr konzentriert und haben ihre Qualitäten gezeigt. Wir haben das Spiel sehr gut begonnen und aggressiv und hoch gepresst. Wir haben uns den Ball schnell zurückgeholt, wenn sie angegriffen haben. Im letzten Drittel haben wir es sehr ordentlich gemacht und einige großartige Tore erzielt. Das zweite Zu-Null-Spiel in Serie ist ebenfalls wichtig für uns. Darauf können wir aufbauen."

Der Tweet zum Spiel:

Bereits nach 45 Minuten war der Drops in Prag gelutscht. Nico, Laca und Saka ließen es gleich drei Mal binnen kürzester Zeit klingeln.

Das fiel auf: Sechs Minuten reichen den Gunners

Arsenal ließ in der Offensive die Muskeln spielen. Auf den Außenbahnen spielten Saka und Pépé immer wieder ihre Geschwindigkeitsvorteile aus und auch technisch waren die Außen Prags Defensive klar überlegen.
Im Sturmzentrum hatten die Gunners mit Lacazette einen würdigen Vertreter für den an Malaria erkrankten Pierre-Emerick Aubameyang, der die Reise nach Prag gar nicht erst angetreten hatte.
Sechs wilde Minuten reichten den Londonern, um in Form von drei Treffern das Ticket für das Halbfinale zu lösen.
Auch defensiv stand die Viererkette um Xhaka, der als Linksverteidiger aushalf, solide. Dabei konnten die Gastgeber die Abwehr der Gunners über die gesamten 90 Minuten kaum fordern.

Die Statistik: 1

Das 0:4 war die erste Heimniederlage der Tschechen in der aktuellen Euro-League-Saison und gleichbedeutend mit dem Ausscheiden im Viertelfinale. Normalerweise ist das Sinobo Stadion in Prag eine echte Festung. In der heimischen Liga verlor Slavia letztmals am 18. August 2018 (0:2 gegen FK Jablonec).
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