Villareals Coach Unai Emery, der in der Saison 2018/2019 bereits den heutigen Gegner Arsenal ins Europa-League-Finale geführt hatte und mit dem FC Sevilla schon drei Mal den Wettbewerb gewinnen konnte, fand offensichtlich die richtigen Worte vor Beginn des Halbfinal-Hinspiels gegen seinen alten Arbeitgeber aus England.
Bereits nach fünf Minuten zog Samuel Chukwueze von der rechten Seite in den Strafraum der Gunners und schlüpfte zwischen Dani Ceballos und Aushilfs-Außenverteidiger Granit Xhaka hindurch. Der Nigerianer spitzelte das Spielgerät zum anstürmenden Manu Trigueros weiter, der mit seinem Flachschuss ins linke Eck die Führung für die Gastgeber markierte (5.).
Im Anschluss arbeitete sich Arsenal zwar ins Spiel und setzte sich phasenweise in Villareals Hälfte fest, konnte dabei aber nicht gefährlich werden. Bukayo Sakas Linksschuss in der 25. Minute war der erste Torschuss der Partie für Arsenal – dieser ging deutlich drüber.
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Wesentlich effektiver präsentierten sich dagegen die Spanier: Dani Parejo brachte eine Ecke von der linken Seite an den Fünfer, wo Gerard Moreno per Kopf blind an den zweiten Pfosten verlängerte. Dort lauerte Villareal-Kapitän Raúl Albiol und drückte das Spielgerät zum 2:0 über die Linie (29.).
Aufregung gab es in der 35. Minute: Schiedsrichter Artur Soares Dias aus Portugal entschied auf Strafstoß für Arsenal, da Albiol Arsenals Nicolas Pépé im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Video-Assistent Joao Pinheiro wies seinen Landsmann jedoch auf ein Handspiel Pépés bei der Ballannahme hin, der den Elfmeter nach Ansicht der Videobilder daraufhin zurücknahm (35.).
Nach der Pause spielten sich die Aufreger vorerst zwischen den Strafräumen ab. Ceballos – der bereits seit der 45. Minute verwarnt war – stieg Parejo nach einer fairen Grätsche auf den Knöchel und sah folgerichtig Gelb-Rot (57.).
In Überzahl hatten die Hausherren anschließend durch Chukwueze und Gerard Moreno die Chancen, auf 3:0 zu erhöhen. Bernd Leno hatte etwas dagegen und parierte beide Versuche glänzend (60./66.).
Die vergebenen Chancen rächten sich: Saka zog gegen zwei Gegenspieler im Strafraum ins Dribbling, suchte den Kontakt mit Trigueros, der den 19-Jährigen leicht am Fuß traf. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt – eine zweifelhafte Entscheidung. Pépé trat an und traf trocken in die Mitte zum Anschluss (73.).
Drei Minuten später räumte Étienne Capoue aufgrund von Standproblemen den eben angesprochenen Saka ab und kassierte – wie zuvor Ceballos – die Ampelkarte. Nun hieß es Zehn-gegen-Zehn (80.).
In der Schlussphase brachte Arsenal-Coach Mikel Arteta den von einer Malaria-Infektion genesenen Pierre-Emerick Aubameyang ins Spiel (85.). Der Gabuner hatte in der Nachspielzeit sogar noch die Chance auf das 2:2, scheiterte aber an Villarreal-Keeper Gero Rulli. So blieb es beim 2:1 für die Spanier.

Die Stimmen:

Bukayo Saka (FC Arsenal): "Es gibt viele positive Dinge, die wir aus der zweiten Halbzeit mitnehmen können. Der Start in dieses Europa-League-Halbfinale war allerdings unmöglich. Wir hatten keine Torchance in Hälfte eins. Wir haben keine Möglichkeiten kreiert, wir haben jedes Duell verloren, wir waren passiv. Es ist wirklich frustrierend, darauf zurückzublicken. Ich bin nur froh, dass wir uns in der zweiten Halbzeit erholt haben, eine gute Chance bekommen und ein Tor erzielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir definitiv gezeigt, dass wir besser sind als sie, und selbst mit zehn Mann haben wir sie dominiert. Wenn wir richtig spielen, können wir jeden schlagen."
Mikel Arteta (Trainer FC Arsenal): "Natürlich wollten wir nicht hierher kommen und verlieren, aber nach der Entwicklung des Spiels muss man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Ja, er [Leno] war sehr gut, als wir ihn beim Stand von 0:2 gebraucht haben. Er hat uns gerettet und am Ende hatten wir eine große Chance durch Auba [Pierre-Emerick Aubameyang], aber wir konnten nicht ausgleichen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Chance haben, das Rückspiel zu gewinnen."

Der Tweet zum Spiel:

Kuriose Szene: Capoue sah nach einem rüden – wenngleich unabsichtlichen - Foul an Saka in der 80. Minute Gelb-Rot. Dabei verletzte sich der Franzose selbst schwer, sodass Schiedsrichter Artur Soares Dias Villarreals Nummer 25 auf der Trage die Rote Karte zeigte.

Das fiel auf: Laca und Auba fehlen, Villarreal eiskalt

Dem FC Arsenal merkte man das Fehlen der beiden etatmäßigen Stürmer Alexandre Lacazette und Pierre-Emerick Aubameyang deutlich an. Während der Franzose verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand, saß der Gabuner nach seiner Malaria-Erkrankung bis zur 85. Minute nur auf der Bank. Folge: Nur ein Torschuss in Hälfte eins – die Durchschlagskraft fehlte komplett.
Villarreal spielte es gut und konzentriert, attackierte Arsenal früh und war selbst effektiv im Abschluss. Zwei Torschüsse reichten zu zwei Toren.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gunners verbessert und setzten die Hausherren unter Druck. Der Platzverweis gegen Ceballos sorgte jedoch erneut für ein Bruch in Arsenals Spiel.

Die Statistik: 2

Mit Capoue und Ceballos wurden heute gleich zwei Akteure des Feldes verwiesen. Die beiden Mittelfeldspieler werden ihren Teams dementsprechend auch im Rückspiel am kommenden Donnerstag fehlen.

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