Tottenham blamiert sich in Zagreb: José Mourinho zieht über seine Spurs her

José Mourinho hat die 0:3-Niederlage nach Verlängerung seines Klubs Tottenham Hotspur bei Dinamo Zagreb in der Europa League und das damit verbundene Aus fassungslos zur Kenntnis genommen und nach der Partie kein gutes Haar an seiner Mannschaft gelassen. Während der portugiesische Coach den Gegner beglückwünschte, kritisierte er die Einstellung der eigenen Stars mit drastischen Worten.

José Mourinho in Zagreb

Fotocredit: Getty Images

José Mourinho stand in den Katakomben in Zagreb und suchte nach Worten, um das Unerklärbare zu erklären. "Gute Frage …", sagte er, auf die Gründe für die Blamage von Tottenham Hotspur bei Dinamo Zagreb angesprochen.
In 120 denkwürdigen Minuten zuvor hatten sich die Spurs nach dem 2:0-Hinspielsieg tatsächlich noch die Butter vom Brot nehmen lassen, verloren nach drei Treffern von Mislav Orsic (62., 83., 106.) 0:3 nach Verlängerung und schieden aus.
Als er seine Worte wiedergefunden hatte, ließ er kein gutes Haar an seiner Mannschaft. "Zu behaupten, dass ich traurig bin, wäre untertrieben. Das Gefühl geht viel weiter", sagte der Portugiese.
Seine Spieler hätten den Ernst der Lage erst mit dem zweiten Gegentor begriffen, dann sei es aber schon zu spät gewesen. "Meine Mannschaft hat nicht nur die Fußball-Basics vermissen lassen, sondern die Basics des Lebens: Seinen Job zu respektieren und alles dafür zu geben", kritisierte der 58-Jährige.

"Schweiß, Energie, Blut - und Freudetränen"

Sein Team habe nur die letzten zehn Minuten der Verlängerung etwas gegen die drohende Niederlage getan, das habe nicht gereicht. "Im Fußball geht es nicht nur darum zu denken, dass man mehr draufhat als der Gegner. Da ist schon mehr. Es geht um die Einstellung und damit haben sie uns geschlagen", meinte Mourinho.
"Es gab heute nur eine Mannschaft, die sich dazu entschieden hat, alles auf dem Platz zu geben: Sie haben dort alles gegeben. Schweiß, Energie, Blut – und am Ende Freudetränen", sagte er: "Sie waren sehr demütig, sehr hingabevoll. Ich kann sie nur beglückwünschen."
Er sei sogar in die Dinamo-Kabine gegangen, um den Gegner seinen Respekt für die Leistung zu zollen.
"Auf der anderen Seite hat meine Mannschaft nicht so ausgesehen, als würde sie ein wichtiges Spiel spielen", sagte Mourinho noch.
Die Spurs haben nunmehr acht der letzten 15 Pflichtspiele verloren. Er könne auch verstehen, dass die Anhänger unzufrieden sind. "Ich denke das für die Tottenham-Fans jedes Spiel zählt und das eine andere Einstellung nötig ist."
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