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Bayer Leverkusen erkämpft sich einen Punkt bei Betis Sevilla - Robert Andrich rettet die Werkself
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Publiziert 21/10/2021 um 20:38 GMT+2 Uhr
Bayer Leverkusen hat am 3. Spieltag der Europa League erstmals Federn gelassen, aber dennoch die Tabellenspitze in der Gruppe G verteidigt. Die Werkself erkämpfte sich am Donnerstag ein 1:1 (0:0)-Remis bei Betis Sevilla und bleibt damit Tabellenführer vor den punktgleichen Spaniern. Borja Iglesias brachte Betis in Front (75./HE.). Robert Andrich glich mit einem abfälschten Weitschuss aus (82.).
Robert Andrich - Bayer Leverkusen
Fotocredit: Getty Images
"Wir wollen eine Reaktion auf die Leistung bringen, die wir gegen Bayern haben vermissen lassen", gab Gerardo Seoane vor der Partie gegen Betis die Marschroute vor. Der Bayer-Coach griff nach der 1:5-Klatsche in der Aufstellung durch und wechselte gleich auf sechs Positionen: So spielten Edmond Tapsoba, Piero Hincapié, Robert Andrich, Karim Bellarabi, Lucas Alario und Amine Adli für Odilon Kossounou, Mitchel Bakker, Paulinho, Nadiem Amiri, Patrick Schick sowie Florian Wirtz (alle Bank).
Und die Werkself zeigte eine Reaktion, Alario hatte bereits nach 30 Sekunden die erste Großchance, scheiterte jedoch aus elf Metern an Claudio Bravo. Der Argentinier hatte auch wenige Augenblicke später die nächste Chance auf das 1:0 (6.), wenig spät lenkte er einen Freistoß von Kerem Demirbay an die Latte (11.). Bayer war von Anfang an hellwach und präsent.
Insbesondere im Mittelfeld-Pressing war Leverkusen sehr stark und aggressiv. Betis konnte bei Ballbesitz das Spiel in Ruhe aufbauen, doch ab der Mittellinie waren Demirbay und Co. zur Stelle und holten sich immer wieder wichtige Bälle. Die Werkself verzeichnete ein klares Chancenplus, hatte aber auch Glück: Lukas Hradecky ließ einen strammen Schuss von Borja Iglesias nach vorne abprallen, Aitor Ruibal setzt den Nachschuss über den Kasten (24.).
Im weiteren Verlauf nahm Bayer etwas Druck und Tempo raus. So kam Betis besser in die Partie, doch konnte gegen die neuformierte Werkself wenig Akzente setzen. Dennoch wurden die Hausherren immer aktiver, hatten durch Iglesias die nächste Großchance (42.). Leverkusen ließ sich gegen Ende des ersten Durchgangs etwas den Schneid abkaufen, sodass das Remis zur Halbzeit in Ordnung ging.
Real Betis kam mit ordentlich viel Schwung aus der Kabine und drückte mächtig auf Gaspedal. Vor allem über die frischen Außenspieler machte der Gastgeber sehr viel Betrieb, Leverkusen konnte in dieser Phase nur reagieren und wirkte recht passiv. Beide Teams standen jedoch nun nicht mehr ganz so kompakt, vor allem im Mittelfeld waren große Löcher zu erkennen. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Vorteilen für die Andalusier.
Im weiteren Verlauf konnte Leverkusen mit langen Ballstafetten den Druck aus der Partie nehmen und fand wieder besser ins Spiel, musste jedoch in der Schlussphase das 0:1 hinnehmen: Jeremie Frimpong verschätzte eine Freistoßflanke und bekam diese an den Arm. Nach Ansicht der Videobilder entschied Referee Frankowski folgerichtig auf Elfmeter, den Iglesias in die Mitte setzte (75.).
Auch mit den beiden mittlerweile eingewechselten Topscorern Wirtz und Schick tat sich Bayer im zweiten Durchgang in der Offensive sehr schwer. Chancen blieben aus, zu oft fehlte es an Präzision und Klarheit in den Aktionen. Dennoch kam Bayer durch einen abgefälschten Schuss von Robert Andrich zum 1:1 (82.). Beide Teams hatten einige Chancen und immer wieder starke Phasen, sodass das Remis in Ordnung geht.
Für Leverkusen geht es mit den wichtigen Spielen nun Schlag auf Schlag. Am Sonntag gastiert die Werkself zum Rheinderby in Köln (15:30 Uhr).
Stimmen zum Spiel
Lukas Hradecky (Bayer 04 Leverkusen): "Man kann sagen, das 1:1 geht in Ordnung, aber wir haben den Zuschauern ein gutes Spiel gezeigt. Wir gehen auch mit einem guten Gefühl nach Hause. Vielleicht wäre noch mehr drin gewesen, aber wir sind absolut zufrieden. Ich habe die Reaktion gesehen, die ich mir gewünscht habe. Jeder kann stolz sein auf das, was wir heute auf dem Platz gezeigt haben. Die Einstellung muss passen und die war da."
Das fiel auf: Bayer 04 mit starker Reaktion
Gerardo Seoane wollte eine Reaktion seiner Elf sehen – und bekam sie. Die mit sechs Wechseln quasi komplett umgebaute Startelf fand sofort stark ins Spiel, war hellwach und zeigte sich sehr aggressiv im Mittelfeldpressing. Bereits nach elf Minuten konnte die Werkself drei Großchancen verzeichnen. Die Bayern-Klatsche war schnell abgeschüttelt, alle Mann zeigten sich stark verbessert, das Zusammenspiel funktionierte von Anfang an. Auch Robert Andrich, der zuletzt gesperrt war und sein Europapokaldebüt feierte, hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Im zweiten Durchgang hatte Real Betis dann Oberwasser, doch unterm Strich zeigte Bayer eine deutliche Leistungssteigerung und holte sich hochverdient einen Punkt.
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So dürfte es allen Bayer-Fans in den Anfangsminuten gegangen sein. Diaby und Alario hatten eine Reihe von Großchancen zum 1:0. Allen voran der Franzose hätte das leere Tor doch nur noch treffen müssen. Eine unfassbare Szene in der 6. Minute.
Die Zahl: 60
Real Betis läuft im europäischen Fußball durchaus unter dem Radar. Dass die Andalusier aber kicken können, das haben sie nicht erst gegen Leverkusen bewiesen. Die Mannschaft ist gespickt mit vielen guten Fußballern und verfügt über einige treffsichere Spieler. In den bisherigen drei Europa-League-Spielen auf stolze 60 Torschüsse. Zum Vergleich: Bayer kommt im gleichen Zeitraum auf 52 Abschlüsse.
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Quelle: SID
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