Eintracht Frankfurt erkämpft sich Remis im Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona - Traumtor von Ansgar Knauff

Eintracht Frankfurt hat sich im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Barcelona teuer verkauft, musste sich aber am Ende mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Ansgar Knauff brachte die Eintracht mit einem Traumschuss in den rechten Winkel in Führung (48.), Ferran Torres glich jedoch nach Vorlage von Frenkie de Jong aus (66.). Tuta flog mit Gelb-Rot vom Platz (78.) und fehlt im Rückspiel.

Ansgar Knauff (r.) trifft zum 1:0 - Eintracht Frankfurt vs. FC Barcelona

Fotocredit: Getty Images

Die Gäste aus Spanien, die am Wochenende Sevilla mit 1:0 besiegten, prüften bereits nach drei Minuten Kevin Trapp im Gehäuse der SGE. Der Schlussmann der Adler konnte den Schuss von Ferran Torres vor 48.000 enthusiastischen Zuschauern allerdings stark parieren. Ansonsten spielte in der Anfangsphase nur die Elf vom Main.
Knauff (4.) und Filip Kostic (5.) setzten erste Warnschüsse ab. In der sechsten Spielminute hatte Djibril Sow nach einem herrlichen Zuspiel von Jesper Lindström die Führung auf dem Fuß, vergab aber zentral aus zehn Metern kläglich.
Barcelona agierte wie gewohnt mit viel eigenem Ballbesitz, präsentierte sich offensiv aber oft zu harmlos. Pierre-Emerick Aubameyang kam noch zu einer der besseren Chancen in der 17. Minute: Sein Schuss aus spitzem Winkel traf aber nur das Außennetz.
Bereits nach 23 Minuten war der Arbeitstag von Gerard Piqué beendet, er musste nach einem Ausrutscher den Rasen verlassen - offenbar zwickte es den Spanier an der Leiste.
Eine knappe Viertelstunde später zeigte Schiedsrichter Srdjan Jovanovic auf den Punkt und sprach der Eintracht einen Strafstoß zu - Sergio Busquets hatte Rafael Borré umgegrätscht (39.). Nach Ansicht der Bilder am VAR-Monitor nahm der Referee den Strafstoß allerdings wieder zurück. Busquets hatte zuerst den Ball und erst danach das Bein des Gegners getroffen.
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Sergio Busquets (hinten) im Zweikampf mit Rafael Borré - Eintracht Frankfurt vs. FC Barcelona

Fotocredit: Imago

Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff belohnten sich die Hessen für ihren leidenschaftlichen Auftritt. Nach einer Frankfurter Ecke landete der Ball im Rückraum, wo Ansgar Knauff die Kugel aus 20,6 Metern in den rechten Winkel jagte (48.) - das Stadion glich einem Tollhaus. Keine 60 Sekunden später verpasste Jesper Lindström den Doppelschlag (49.).
Nach etwas mehr als einer Stunde reagierten die Gäste mit einem Doppelwechsel, brachten Frenkie de Jong und Ousmane Dembélé in die Partie. Dieser sollte sich sofort bezahlt machen.
Nur wenig später schickte Dembélé de Jong auf die Reise in Richtung Frankfurter Strafraum. Per Doppelpass mit Torres hebelte der Niederländer schließlich die Defensive der Adler aus. Torres erzielte aus zehn Metern zentral vor Trapp das 1:1 (66.).
Nach einem Platzverweis gegen Tuta (Gelb-Rote Karte nach wiederholtem Foulspiel) in der 78. Minute musste die SGE in der Schlussphase sogar noch um das Remis bangen. Der FCB konnte aber keine Lücke im Abwehrverbund der Hessen entscheidend nutzen.
So müssen die Katalanen sogar um ihren europäischen Trostpreis zittern. Für die SGE braucht es für das Traumziel Halbfinale am kommenden Donnerstag im legendären Camp Nou trotzdem noch eine magische Nacht, jeder Sieg nach 90 oder 120 Minuten oder ein Triumph im Elfmeterschießen reichen.

Die Stimmen:

Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Das war eine fantastische Leistung der Mannschaft. Wenn man nach klaren Chancen geht, hätten wir eigentlich gewinnen müssen. Wir haben diszipliniert agiert und immer wieder Chancen kreiert. Das Gegentor ist dann überragend gespielt und das muss man hinnehmen. Dembélé hat noch mal ordentlich Schwung gebracht, aber trotzdem können wir gegen jede Mannschaft unsere Chancen erspielen."
Xavi Hernández (Trainer FC Barcelona): "Es war ein schwieriges Spiel für uns, die Frankfurter waren gefährlich im Umschalten und sehr gut organisiert. Sie haben eine gute Mannschaft und einen guten Trainer. Wir waren heute nicht gut und kamen nicht zu vielen Chancen. Immerhin das Ergebnis ist gut, aber mit der Leistung bin ich nicht zufrieden. Die Atmosphäre und das Stadion waren unglaublich."
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Es ist verrückt. Wir spielen 1:1 gegen Barça und sind am Ende verärgert und enttäuscht. Es hätte viel besser ausgehen können, wir hatten die besseren Torchancen. Das war der Fight, den wir zeigen wollten. Es war ein super Spiel, darauf müssen wir aufbauen für das Spiel in Barcelona. Wir haben eine gute Ausgangsposition."
Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): "Wir wussten, dass sie physisch stark sind und gerade zu Hause so auftreten können. Das 1:1 geht am Ende in Ordnung. Beim Gegentor stehen 20 Mann vor mir und er trifft mit einem Sonntagsschuss am Donnerstag. Da kann ich ihm nur gratulieren, wie auch der Eintracht zu diesen Fans. Sie sind bekannt dafür, dass sie in Europa Gas geben und ihren Spaß haben."
Ansgar Knauff (Eintracht Frankfurt): "Es war ein unglaublicher Abend, wir haben ein Hammer-Spiel geliefert und über 90 Minuten nicht viel zugelassen. Das ist gegen Barcelona nicht selbstverständlich. Wir haben gezeigt, dass wir Barcelona weh tun können. Wenn wir so auftreten, haben wir aber auch im Camp Nou alle Chancen. Eigentlich hätten wir den Sieg sogar heute verdient gehabt. Das Tor kann ich noch gar nicht richtig wahrnehmen. Davon träumt man als kleines Kind. Das werde ich nie vergessen."
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Ansgar Knauff (nicht im Bild) trifft zum 1:0 - Eintracht Frankfurt vs. FC Barcelona

Fotocredit: Imago

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Dembélé und de Jong bringen die Wende

Lange Zeit wirkten die Gäste aus Spanien vollkommen indisponiert. Die Verteidiger kamen immer einen Schritt zu spät, die Angreifer hingen vorne in der Luft. Nach einer blutleeren ersten Halbzeit erfolgte nach Wiederanpfiff die Quittung für die Katalanen. Als Xavi Hernández dann nach einer guten Stunde seine beiden Hochkaräter von der Bank ins Spiel brachte, kippte dieses prompt zugunsten von Barcelona. Beide waren direkt am Ausgleichstreffer beteiligt und brachten im Verlauf der Schlussphase sogar die Adler noch an den Rand einer Niederlage. Wohl dem, der solch eine Qualität von der Bank aus nachlegen kann.

Die Statistik: 8

Die Eintracht hat keines ihrer letzten acht Spiele gegen spanische Gegner im Europapokal verloren. Das ist die aktuell längste Serie aller deutscher Teams gegen spanische Vereine.
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Schuh verloren - Kollege hilft mit den Zähnen (!) aus

Quelle: Eurosport

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