Oliver Glasner schickte eine im Vergleich zum letzten Ligaspiel unveränderte Elf, die zuletzt in die Erfolgsspur fand, auf den Rasen. Tatsächlich zeigte sich Frankfurt von Beginn an motiviert, den Gruppensieg unter Dach und Fach bringen. In der 13. Spielminute klingelte es schon im Kasten von Antwerpen, nachdem Daichi Kamada einen Schuss auf das gegnerische Tor abgefeuert hatte.
Auf Höhe der Mittellinie eroberte Tuta den Ball und schickte Timothy Chandler auf der rechten Seite. Der US-Amerikaner flankte butterweich in die Mitte, wo Kamada zur Stelle war und aus kürzester Distanz ins linke untere Eck vollendete.
Die Gäste aus Antwerpen kamen im ersten Durchgang kaum zum Zug. Bis auf einige wenige Umschaltsituationen dominierten die Hessen. Doch nach einer guten halben Stunde fiel wie aus dem Nichts der Ausgleichstreffer.
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Revolution im Fußball: Bald 25 Minuten Halbzeitpause?
25/11/2021 AM 17:03
Das Team von Brian Priske bekam eine Ecke zugesprochen, obwohl möglicherweise Michael Frey zuletzt am Ball gewesen war. Viktor Fischer führte den Standard aus und die Kugel landete zentral vor der Strafraumgrenze. Radja Naiggolan, der dort goldrichtig stand, zog per Volley ab und versenkte den Ball im Netz. Rafael Borré und Evan N`Dicka fälschten ab, wobei letzterer die Flugkurve entscheidend veränderte und eine Parade für Kevin Trapp unmöglich machte (33.).
Vom Ausgleich wachgerüttelt mühte sich die Eintracht noch vor der Pause, die alte Führung wiederherzustellen. Wenige Sekunden bevor Schiedsrichter Paul Tierney die Mannschaften in die Kabinen bat, erarbeitete sich die SGE drei Standardchancen in Folge. Besonders die letzte wurde überraschend gefährlich, weil sich Antwerpen-Schlussmann Jean Butez verschätzte, die Kugel nicht richtig traf und sie ins Toraus lenkte (45.+1).
In der zweiten Halbzeit konnte der Bundesligist nicht dort anknüpfen, wo er 15 Minuten zuvor aufgehört hatte. Dafür ergriff Royal Antwerpen die Initiative und presste deutlich höher. Mit Alhassan Yusuf brachte Priske eine frische Offensivkraft (66.).
Nach einer kurzen Unterbrechung, auf die der Schiedsrichter aufgrund von Böllerexplosionen nahe dem Feld entscheiden musste, erzielte Ritchie De Laet den vermeintlichen Führungstreffer. Sein Tor wurde jedoch korrekterweise wegen einer Abseitsstellung aberkannt (71.).
In Minute 88 musste Trapp erneut hinter sicher greifen, aber diesmal zählte das Tor. Antwerpen startete einen Konter in Person von Frey, der Tuta das Leder abluchste. Der Schweizer bediente auf dem rechten Flügel den neueingewechselten Yusuf, der wiederum zu Ally Samatta flankte. Eiskalt jagte der 28-Jährige den Ball mit links aus wenigen Metern in die Maschen.
Das Spiel schien entschieden, aber Frankfurt hatte noch die Antwort parat. Der sehr aktive Filip Kostić bekam auf der linken Seite ein Zuspiel von N'Dicka und flankte haargenau auf den Kopf des zuvor ins Spiel gebrachten Goncalo Paciencia. Der Joker stieg in die Luft und schickte die Kugel per Kopf ins lange Eck (90.+4) zum 2:2-Endstand.
Bei Fenerbahce Istanbul reicht der SGE am letzten Gruppenspieltag nun ein Unentschieden zu Platz eins.

Die Stimmen zum Spiel:

Goncalo Paciencia (Eintracht Frankfurt): "Es ist für mich ein gutes Gefühl, dass ich wieder da bin und der Mannschaft helfen konnte. Wenn ich spiele, bin ich immer bei hundert Prozent. Im Spiel war es eine gute erste Halbzeit, aber auch Antwerpen hat es gut gemacht. Sie waren in der zweiten Halbzeit besser. Dass wir am Ende aber noch das Tor gemacht haben, zeigt unsere Mentalität. Wir kämpfen immer bis zur letzten Sekunde.
Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Man hat gesehen, dass wir den Sieg unbedingt wollten. Dann sind wir ein Mal zu viel Risiko gegangen und wurden ausgekontert. Dass wir dann wieder zurückgekommen sind, zeigt wieder mal unsere tolle Moral. Wir sind zwar noch nicht fix auf Platz eins, aber zumindest würde uns jetzt im letzten Spiel ein Unentschieden reichen."

Der Tweet zum Spiel:

Tatsächlich kann die Eintracht aus Frankfurt langsam als Beispiel für späte Tore ins Wörterbuch aufgenommen werden. Dass diese Emotionen die Fans nicht kaltlassen, ist logisch.

Das fiel auf: Frankfurt das Last-Minute-Monster

Bereits zum vierten Mal in den vergangenen fünf Partien erzielten die Adler ein Tor in der Nachspielzeit. Zwar gab die SGE im zweiten Durchgang weitestgehend die Spielkontrolle ab und geriet wenige Minuten vor Abpfiff in Rückstand, bewies aber dennoch Moral und rettete einen Punkt. Im nächsten Schritt muss die Glasner-Elf diese Motivation bloß über 90 Minuten an den Tag legen.

Die Statistik: 17

Vor allem in den ersten 45 Minuten spielte die SGE die Gäste aus Antwerpen an die Wand. Ganze 17 Torschüsse stehen auf dem Konto der Hessen, von denen allerdings lediglich zwei den Weg ins Tor fanden. Zum Vergleich: Royal Antwerpen benötigte für seine beiden Treffer weniger als die Hälfte an Versuchen, nämlich sieben.
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