Umsatz-Rückgang, Corona-Chaos, Katar-Wirbel: Bayern München kommt nicht zur Ruhe. Auch bei der Jahreshauptversammlung setzten sich die Turbulenzen beim deutschen Fußball-Rekordmeister fort - daran änderten auch die Erinnerungen an die historischen sieben Titel der beiden letzten Jahre zu Beginn der Veranstaltung im Audi Dome nichts.
Die Gegenwart sieht für einen "der größten Leuchttürme im Weltfußball", wie Präsident Herbert Hainer den Klub in seiner Eröffnungsrede überschwänglich lobte, nicht ganz so positiv aus.
Vor allem das Thema Katar erhitzte die Gemüter. Es gab für Hainer von einem Teil der knapp 1000 Mitglieder Pfiffe und Buhrufe, als er in dem seit Monaten geführten Diskurs von den Anhängern "Sachlichkeit" und "keine Polemik" einforderte.
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Einige Fans um Initiator Michael Ott wollen den Rekordmeister dazu bringen, das umstrittene und angeblich mit 20 Millionen Euro dotierte Sponsoring mit dem Emirat Katar, WM-Gastgeber 2022, schnellstmöglich zu beenden.

Wegen Katar: Bayern-Boss Hainer erntet Buhrufe von Mitgliedern

Katar-Frage: Spontanantrag von Vereinsführung abgelehnt

Die 13. Zivilkammer des Landgerichts München I wies wenige Stunden vor der Versammlung einen entsprechenden Antrag jedoch ab. Auch ein Spontanantrag wurde durch den FC Bayern am späten Abend abgelehnt.
"Diese Kooperation schadet dem Image des FC Bayern nachhaltig", hieß es in einem vor der JHV verteilten Statement der "Südkurve München". Man wolle vielmehr einen FC Bayern, "der nicht von Leuten benutzt wird, die sich nicht um Menschenrechte scheren, aber mit uns ihr Image aufpolieren wollen".
Nach heftigen Diskussionen blockierten die Mitglieder anschließend mit großer Mehrheit eine vom Klub geplante Neufassung der Vereinssatzung. Darin wollte der FC Bayern "noch besser verdeutlichen, für welche Werte unser Klub steht", hatte Hainer zuvor erklärt. Immerhin wurde ein Antrag abgelehnt, der es den Münchnern verbieten sollte, weitere fünf Prozent der Vereins-Anteile an der AG zu veräußern. Dafür hatten die Bosse zuvor massiv geworben.

Bayern-Präsident Hainer: Kimmich nicht an den Pranger stellen

FC Bayern büßt an Umsatz ein

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der JHV waren die Finanzen. Dem Krösus setzt die Corona-Pandemie enorm zu. Der Gesamtumsatz des FC Bayern ist seit dem Rekordjahr 2019 von 750,4 Millionen Euro um mehr als 100 Millionen Euro auf 643,9 Millionen geschrumpft.
Auch der Gewinn des Konzerns ist in den vergangenen beiden Jahren von 52,5 Millionen Euro auf 1,9 Millionen nach Steuern zurückgegangen. Finanz-Vorstand Jan-Christian Dreesen sprach von "schmerzhaften Umsatzeinbußen" und für das laufende Geschäftsjahr bereits von einer "zarten Gewinnwarnung".
Im Vergleich etwa zum Dauerrivalen Borussia Dortmund, der ein Minus von 72,8 Millionen verbuchte, stehen die Münchner aber noch gut da. Der FC Bayern sei "im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Klubs stark und kerngesund", betonte Vorstandschef Oliver Kahn. "Wir haben europaweit vorbildliche Grundlagen, um Krisen zu meistern", ergänzte Hainer.

Klare Haltung in Impfdebatte

Das Thema Corona beschäftigt den FC Bayern aber nicht nur finanziell. Das Chaos um einige ungeimpfte Spieler um Impfskeptiker Joshua Kimmich, der aktuell positiv getestet ist, nervte zuletzt nicht nur Trainer Julian Nagelsmann.
Hainer unterstrich vor den Augen von Nagelsmann, der mit Leroy Sané und Ehrenpräsident Uli Hoeneß in der ersten Reihe im Audi Dome saß, in "schweren Zeiten" noch einmal die Haltung des Klubs. "Wir als FC Bayern sehen in der Impfung den einzigen Weg für ein Leben, wie wir es vorher gekannt haben", sagte er.
"Wir als FC Bayern sehen in der Impfung den einzigen Weg für ein Leben, wie wir es vorher gekannt haben", sagte er. Man rede in diesem Zusammenhang auch "ständig mit unseren Spielern. Wir wirken auf sie ein."
Hainer: "Trotzdem ist es nicht in Ordnung, unsere Spieler, speziell Joshua Kimmich, an den Pranger zu stellen. Wir stehen zu unseren Spielern."
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(SID)

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