SC Freiburg im Europa-League-Finale gegen Aston Villa - Owen Hargreaves schwärmt: "Das ist einfach geil"

Der SC Freiburg greift heute im Finale der Europa League nach dem ersten großen Titel seiner Vereinsgeschichte. Mit Aston Villa haben die Breisgauer einen scheinbar übermächtigen Gegner vor der Brust. "Wenn das Finale zehnmal gespielt wird, geht Aston Villa achtmal als Sieger vom Platz", sagt Owen Hargreaves im exklusiven Interview mit Eurosport. "Aber in einem Finale ist immer alles möglich."

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Quelle: Perform

Es geht für den SC Freiburg um nichts weniger als den glorreichsten Moment seiner Vereinsgeschichte.
So könnte sich im Trophäenschrank neben die vier Meisterschalen der 2. Bundesliga tatsächlich der 15 Kilogramm schwere und 65 Zentimeter hohe Pokal der UEFA Europa League gesellen.
Dafür müssen sich die Breisgauer zuvor aber im Finale gegen Aston Villa durchsetzen (heute ab 21:00 Uhr im Liveticker).
Schon vor dem Endspiel im Beşiktaş Park zu Istanbul steht fest: Die laufende Saison ist die bestmögliche Ehrung für die Philosophie des Vereins, der sich dank einer gesunden Entwicklung über Jahre hinweg als feste Kraft in der Bundesliga etabliert hat.
"Eine tolle Geschichte, dass Freiburg im Finale steht - das ist einfach geil", blickt Owen Hargreaves, TV-Experte bei TNT Sports, im exklusiven Interview mit Eurosport auf den Werdegang des Bundesligisten. "Wenn man sieht, welche Vereine nicht im Finale stehen ... Ich freue mich für sie, Freiburg war immer ein stabiler und sympathischer Klub."

Finanziell ist Aston Villa für Freiburg unerreichbar

Blickt man in der Europa League auf die Marktwerte, ist es kein Wunder, dass Aston Villa im Finale steht. Knapp 547 Millionen Euro ist die Mannschaft des englischen Erstligisten wert, nur Nottingham Forest - das im Halbfinale an den Villans scheiterte - war noch wertvoller. Freiburg reiht sich in diesem Ranking nur auf Platz elf ein (191 Mio.).
"Wenn man auf das Budget schaut, gibt es viele größere Vereine. Aber dass es ihnen mit ihrer eigenen Art und Weise gelungen ist, so weit zu kommen, ist beeindruckend", so Hargreaves.
Mit der der größeren finanziellen Schubkraft des Klubs aus Birmingham lassen sich die Machtverhältnisse im Endspiel der Europa League erklären. "Aston Villa ist natürlich Favorit", redet der einstige Bayern-Star nicht um den heißen Brei herum. "Fast auf jeder Position haben sie einen Top-Spieler."
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John McGinn ist ein elementarer Teil der Offensive von Aston Villa

Fotocredit: Getty Images

Zwischen den Pfosten steht mit Emiliano Martínez beispielsweise ein Weltmeister, das Prunkstück ist jedoch weiter vorne zu finden. "Mit Morgan Rogers, Ollie Watkins und John McGinn haben sie eine super Offensive", schwärmt Hargreaves.
Auf insgesamt 65 Torbeteiligungen kommt das famose Trio der Engländer in der laufenden Saison - vor allem dank der unterschiedlichen Stärken der Offensivstars. "Rogers ist von allen Spielern auf dem Platz der Beste, er wird immer wieder von links nach innen ziehen", analysiert Hargreaves. "McGinn hat eine unheimliche Saison gespielt und ist so etwas wie eine Kultfigur. Er schießt nicht viel Tore, aber in den wichtigen Momenten ist er einfach immer da." Der Doppelpack im Halbfinal-Rückspiel gegen Nottingham (4:0) spricht für sich.

Freiburg träumt vom Titel: "Immer alles möglich"

Ein Selbstläufer wird das Finale für die Villans aber trotz dieser Ausgangslage nicht. "Wenn das Finale zehnmal gespielt wird, geht Aston Villa achtmal als Sieger vom Platz", meint Hargreaves. "Aber im Finale ist immer alles möglich. Letztendlich weiß man nie, wer mit der Nervosität am besten umgeht."
Der 45-Jährige weiß, worauf es in einem Endspiel dieser Größenordnung ankommt. So stand er sowohl für den FC Bayern München (2001) als auch für Manchester United (2008) jeweils in einem Champions-League-Finale für 120 Minuten auf dem Platz und musste für die Red Devils sogar im anschließenden Elfmeterschießen ran.
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Der SC Freiburg spielt am Mittwochabend um den Titel in der UEFA Europa League

Fotocredit: Getty Images

Solche einzigartigen Erinnerungen erschaffen zurzeit auch die Freiburger. "Das bleibt für immer", erinnert sich Hargreaves. "Vereine wie Bayern feiern sehr viel. Bei Aston Villa liegt ein solcher Titel schon über 40 Jahre zurück, Freiburg hatte so etwas noch nie. Für Spieler und Fans sind das Momente, die ein Leben lang bleiben."
Wer den Breisgauern den Weg in die Geschichtsbücher ebnen könnte, hat Hargreaves bereits im Kopf. "Mit Johan Manzambi hat Freiburg einen Spieler, der immer den entscheidenden Moment auf dem Fuß hat", so der einstige Mittelfeldmann.

Freiburg gewinnt in England an Bekanntheit

Egal wer im Finale die Oberhand behalten wird - international hinterließ Freiburg bereits jetzt bleibenden Eindruck.
Zwar sei der SCF in vielen Ländern wohl erst durch den Finaleinzug auf dem Radar aufgetaucht, aber "in England hört man nur positive Stimmen über den Verein, weil er sehr sympathisch ist", erklärt Hargreaves.
Schon zu seiner Zeit beim FC Bayern Anfang der 2000er-Jahre habe sich "der Klub durch seine besondere Philosophie ausgezeichnet. Im Vergleich zu großen Vereinen wie Schalke 04 oder dem Hamburger SV, die abgestürzt sind, blieb Freiburg immer stabil. Das zeigt: Man kann auch ohne den großen Rummel viel Erfolg haben", lobt Hargreaves.
Ein Triumph in Istanbul wäre demnach nicht nur ein Eintrag in die Geschichtsbücher, sondern auch ein Sieg der auf diesem Niveau immer seltener gewordenen Bodenständigkeit über den absurden Größenwahn und Kommerz im Spitzenfußball.
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Quelle: Perform


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