Real Madrid gegen Bayern München, der FC Liverpool gegen den FC Barcelona oder Juventus Turin gegen Paris St. Germain - und all diese fußballerischen Leckerbissen im Wochenrhythmus? Der Gedanke an eine europäische Superliga klingt freilich verlockend, zumindest auf den ersten Blick. "Diese Untergrundprojekte sehen nur gut aus, wenn man darüber um 5.00 Uhr morgens nach einer Nacht in einer Bar nachdenkt", sagte der spanische Ligapräsident Javier Tebas über den neuesten Vorstoß für eine europäische Eliteliga, von dem englische Medien berichteten.

Demnach soll es bereits erste Gespräche geben, um insgesamt bis zu 18 Topklubs vornehmlich aus England, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien in einer Spielklasse gegeneinander antreten zu lassen. Finanziert werden soll das Projekt durch eine Bank mit einer Summe in Höhe von umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro. Der Weltverband FIFA soll das Vorhaben angeblich unterstützen, das in Konkurrenz zur derzeit ausgetragenen Champions League der Europäischen Fußball-Union (UEFA) stünde.

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Rummenigge: "Habe keinen Kenntnisstand"

Die UEFA stellte sich natürlich mit Nachdruck gegen derartige Pläne. "Der UEFA-Präsident hat bei vielen Gelegenheiten deutlich gemacht, dass die UEFA entschieden gegen eine Super League ist. Die Prinzipien der Solidarität, des Aufstiegs, des Abstiegs und der offenen Ligen sind nicht verhandelbar", hieß es in einer Verbandsmitteilung. Gleichzeitig warnte die UEFA davor, dass eine Superliga "unweigerlich langweilig werden würde". Die FIFA wollte die Angelegenheit auf Anfrage von Sky Sports nicht kommentieren.

"Ich habe keinen Kenntnisstand. Ich habe mit dem UEFA-Präsidenten Alexander Ceferin gesprochen, aber ich kann ihnen da kein erhellendes Urteil geben, ob das seriös oder eine Ente ist", sagte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei "Sky".

Harsche Kritik gab es vom früheren Weltklassespieler Luis Figo. "Was ich über diese Idee der Super League gelesen habe, wird den Fußball, wie wir ihn kennen, zerstören", twitterte der Portugiese am Mittwoch: "Es geht nur um Gier und darum, das Spiel für einige wenige Elite-Klubs zu erhalten, während die anderen Klubs und Ligen, die die Fans lieben, getötet werden."

Rummenigge und Watzke contra Superliga

Derartige Gedankenspiele sind nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren waren immer wieder verschiedene Überlegungen zu einer möglichen Superliga an die Öffentlichkeit gekommen, durchgesetzt hatten sich diese aber nie. Auch die Bosse der deutschen Topklubs hatten sich skeptisch gezeigt - zumindest vorerst.

"Die Superliga wird es in den nächsten zehn Jahren nicht geben – an welchem Rad auch immer gedreht werden sollte", sagte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im März der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Und Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte im vergangenen Oktober, er glaube "nicht, dass es irgendeine europäische Superliga gibt, ohne die nationalen Ligen. Das ist nicht mehrheitsfähig."

Als Schreckgespenst taugt die Superliga aber allemal. Denn die Gerüchte kamen in den vergangenen Jahren auch immer dann auf, wenn Reformen in der Champions League anstanden - und damit der Kampf um noch mehr Geld. Auch derzeit wird über eine Reform der Königsklasse ab 2024 diskutiert.

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(SID)

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