EuroScout - fünf potentielle Durchstarter für das Jahr 2017: Havertz, Mbappé, Sarr, Upamecano, Ünal
Jung, talentiert, ehrgeizig - Eurosport.de präsentiert im EuroScout-Blog die Zukunft des Fußballs. Zum Jahresende stehen fünf potentielle Durchstarter im Fokus, auf die es 2017 besonders zu achten gilt: Kai Havertz von Bayer Leverkusen, Kylian Mbappé vom AS Monaco, Malang Sarr von OGC Nizza, Dayot Upamecano von RB Salzburg und Enes Ünal von Twente Enschede.
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Auch 2016 sorgten die jungen Wilden wieder für Aufsehen, mischten die großen Ligen Europas auf. Seit Jahren werden teils zweistellige Millionenbeträge für Spieler bezahlt, die gerade einmal die Grenze zur Volljährigkeit überschritten haben und seit kurzem selbst mit dem Auto zum Training fahren dürfen.
Für das nächste Jahr stehen bereits die nächsten vielversprechenden Talente in den Startlöchern und warten nur darauf, ihren endgültigen Durchbruch zu schaffen. Wir haben fünf Rohdiamanten beleuchtet, auf die es 2017 besonders zu achten gilt:
1.) Kai Havertz (Bayer Leverkusen)
Während Bayer Leverkusen in dieser Bundesliga-Saison noch nicht in die Spur findet, vor der Winterpause einen enttäuschenden neunten Rang belegt, lief es für Havertz märchenhaft. Mitte Oktober feierte der gebürtige Aachener sein Bundesliga-Debüt in Bremen, um zwei Wochen später beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg vom "Kölner Stadt Anzeiger" zum Mann des Spiels gewählt zu werden, weil sein Engagement erheblich dazu beitrug, dass seine Mannschaft einen Rückstand in der Schlussphase noch in einen Dreier umwandeln konnte.
Der Mittelfeldmann besticht durch – für sein Alter – unglaubliche körperliche Präsenz und wirkt enorm souverän, selbst wenn es gegen namhafte Gegner geht. Trainer Roger Schmidt attestierte seinem Youngster, dass er "ein fertiger Spieler ist", der "alles kann, sogar Kopfball." Tatsächlich besticht Bayers jüngster Startelf-Spieler der Vereinsgeschichte nicht nur aufgrund seiner physischen Attribute. Auch technisch weiß Havertz zu gefallen, wartet mit Übersicht auf und zeigte beim 1:1 gegen den Erzrivalen aus Köln mit einem sehenswerten Lupferzuspiel auf Mitspieler Wendell, dass er auch imstande ist, den tödlichen Pass zu spielen.
Bislang kam das Leverkusener Eigengewächs bereits neunmal in Deutschlands Beletage zum Einsatz, wobei er gleich drei Spiele (unter anderem gegen den FC Bayern) über die volle Distanz absolvierte. Havertz ist einer der wenigen Lichtblicke für Bayer 04 in dieser Hinrunde und könnte im zweiten Abschnitt der Spielzeit noch zu einem wichtigen Faktor werden.
2.) Kylian Mbappé (AS Monaco)
Wenn ein junger Spieler für Furore sorgt, haben die Medien meist schnell einen Vergleich zur Hand. Wie viele "nächste Messis" oder "kommende Ronaldos" es in den letzten Jahren schon gegeben hat, die im Anschluss aber in der Versenkung verschwanden, ist kaum zurückzuverfolgen.
Frankreich hat jedenfalls einen "neuen Henry": Kylian Mbappé. Der Vergleich mit einem der größten Stürmer der Fußball-Geschichte liegt in diesem Fall nah, weil Thierry Henry – ebenso wie Mbappé – in der Jugend des AS Monaco ausgebildet wurde. Er liegt zudem nah, weil die Spielweise des Angreifers extrem an die Dynamik und Torgefährlichkeit der Arsenal-Legende erinnert.
Dass Monaco nach 19 Spielen vor Paris Saint-Germain auf dem zweiten Tabellenplatz steht, ist auch auf die hervorragende Jugendarbeit der Monegassen zurückzuführen. Mbappé erzielte in 15 Pflichtspieleinsätzen sechs Treffer und steuerte die gleiche Anzahl an Vorlagen bei.
Seine bestens ausgeprägte Ballbehandlung, der Antritt und die Flexibilität, auch mal auf die Außenbahnen auszuweichen, machen den U-Nationalspieler, der erst vor wenigen Tagen seinen 18. Geburtstag feierte, unberechenbar. Bereits im vergangenen Sommer soll dem Klub aus dem Fürstentum ein Angebot über 40 Millionen Euro für das Super-Talent vorgelegen haben, welches aber dankend abgelehnt wurde.
Nach der Saison dürften die europäischen Schwergewichte aber einen erneuten Anlauf wagen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, haben der FC Barcelona, Manchester City sowie Real Madrid die Fühler bereits nach Mbappé ausgestreckt.
3.) Malang Sarr (OGC Nizza)
Traumhaft wäre womöglich noch zu schwach umschrieben, möchte man die Hinrunde für den OGC Nizza zusammenfassen. Ex-Gladbach-Trainer Lucien Favre, der seit Sommer dieses Jahres bei den Südfranzosen an der Seitenlinie steht, ist es gelungen, eine großartige Einheit zu formen. Ohne die ganz großen Stars (mit Abstrichen Mario Balotelli) führt Nizza die Tabelle der Ligue 1 mit 44 Punkten aus 19 Spielen an. Lediglich 13 Gegentreffer mussten die Schwarz-Roten hinnehmen. Eine beeindruckende Quote, an der ein Spieler einen ganz besonders großen Anteil hat: Malang Sarr.
Im Alter von 17 Jahren kam Sarr in allen Liga-Spielen zum Einsatz, spielte 18-mal sogar durch und erzielte gleich bei seinem Debüt den entscheidenden Treffer zum 1:0 gegen Stade Rennes. Mit 1,82 Meter ist der U18-Nationalspieler Frankreichs für einen Innenverteidiger relativ klein, sichert sich aber aufgrund seines Stellungsspiels dennoch in den meisten Fällen die Lufthoheit gegen seine Kontrahenten.
Vor allem aber, zeichnet den Franzosen sein hervorragendes Aufbauspiel und die damit verbundene Übersicht aus. Sarrs lange Bälle sind gut getimed, die kurzen Pässe finden ihr Ziel präzise. Kein Wunder also, dass einige Spitzenklubs das Le-Gym-Eigengewächs auf ihrer Wunschliste haben. Arsene Wenger, Trainer beim FC Arsenal, soll laut französischer Medien längst Scouts nach Nizza geschickt haben, um den Rohdiamanten zu beobachten. Sollte einer der Interessenten ernst machen, müsste dieser allerdings tief in die Tasche greifen. Dem Vernehmen nach, liegt Sarrs Ausstiegsklausel bei rund 60 Millionen Euro.
4.) Dayot Upamecano (RB Salzburg)
Beinah wäre Dayot Upamecano nicht im beschaulichen Salzburg, sondern im industriell-geprägten, dafür aus fußballerischer Sicht glamouröseren Manchester gelandet. ManUnited war im Sommer 2015 bereit, eine halbe Millionen Euro für den damals 16-Jährigen an seinen Klub Valencienne zu überweisen.
Upamecano selbst entschied sich – nach Absprache mit seiner Familie und seinem Berater – gegen den großen Schritt und wechselte zu RB nach Österreich. Mittlerweile ist der 18-Jährige nicht mehr aus der Mannschaft von Trainer Oscar García wegzudenken. Der Defensivspezialist ist auf der Position des Innenverteidigers sowie als defensiver Mittelfeldspieler einsetzbar.
Zu seinen großen Stärken zählen Antizipation, Übersicht und eine herausragende Phsysis. Auf der anderen Seite wirkt Upamecano bisweilen etwas ungestüm in seinen Aktionen. In 15 Ligaspielen flog der Youngster bereits zweimal vom Feld. Nichtsdestotrotz ist der Abwehrspieler überall begehrt. Zuletzt spekulierte die österreichische Zeitung "Krone" über ein Interesse von RB Leipzig, welches von Upamecano prompt dementiert wurde: "Meine Zukunft liegt in Salzburg. Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich denke an nichts anderes", erklärte er gegenüber Laola1. Und weiter: "Ich habe keinen Kontakt zu Leipzig".
Bleibt abzuwarten, wie lange seine Zukunft tatsächlich noch bei den "Roten Bullen" liegt.
5.) Enes Ünal (Twente Enschede)
Mit seinen zarten 19 Jahren hat Enes Ünal bereits einiges erlebt. Der Türke wuchs in der Jugendabteilung von Bursaspor auf. In drei Jahren erzielte der Angreifer 250 Treffer für Nachwuchsabteilung des Süper-Lig-Klubs und war Hikmet Karaman, damals Trainer der Profis, kein Begriff. "Dafür habe ich mich geschmämt", ließ dieser im Anschluss Revue passieren, welch großes Talent ihm einst durch die Lappen gegangen war.
Im Sommer 2015 nutzte Manchester City die Gunst der Stunde und verpflichtete den Emporkömmling, der sich mittlerweile in Bursa durchgesetzt hatte, für drei Millionen Euro. Aufgrund des Überangebots im Angriff der "Skyblues" folgte eine sofortige Leihe zum belgischen Spitzenklub KRC Genk, wo Ünals Leistungskurve aber stagnierte. In der Winterpause ging es weiter zum niederländischen Zweitligisten NAC Breda und zu Beginn der aktuellen Saison sicherte sich Twente die Leihrechte an dem Torjäger.
Dort läuft es bislang glänzend für Ünal. In 16 Pflichtspielen traf der dreimalige türkische Nationalspieler elfmal (zehnmal davon in der Eredivisie). Enschedes Sportdirektor Ted van Leeuwen ist jedenfalls begeistert von seinem neuen Knipser:
Ob es nach der Spielzeit bereits für eine Rückkehr ins Etihad reicht, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass Ünal angekommen ist, auf dem besten Wege, sich für die ganz Großen zu empfehlen.
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