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Eurosport-Check zum Trainer-Beben in Europa: Was passiert mit Mourinho, Ancelotti, Guardiola und Co?
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Publiziert 18/12/2015 um 11:30 GMT+1 Uhr
Jetzt knallt es auf dem europäischen Trainermarkt. Nur einen Tag nach dem "Marca“-Bericht über das Ende von Pep Guardiola bei den Bayern wurde Chelseas exzentrischer Chefcoach José Mourinho gefeuert. Louis van Gaal und Rafael Benitez stehen ebenfalls vor dem Aus - und das alles kurz vor Weihnachten. Eurosport.de beleuchtet das europaweite Trainer-Beben und mögliche Personal-Rochaden.
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Beim Verlassen des Klubgeländes waren noch einmal kurz José Mourinhos verächtliche Mundwinkel zu sehen, dann war er weg – und als Chefcoach des FC Chelsea endgültig Geschichte.
Ein paar Stunden später erklärte Real Madrids Präsident Florentino Perez, nein, der Portugiese werde jetzt nicht zum spanischen Rekordmeister zurückkehren, aber "ich kann nicht in die Zukunft schauen". Die Zukunft kann ganz schnell kommen, wenn der umstrittene Real-Coach Rafael Benitez weiter Frusterlebnisse und Negativergebnisse produziert. Fast zeitgleich wurde der Niederländer Guus Hiddink in London gesichtet, um Details für sein Comeback bei den "Blues" auszuhandeln.
Ach so und Carlo Ancelotti, der ehemalige Real- und Chelsea-Trainer, soll der neue Pep bei den Bayern werden, wenn der echte Pep den deutschen Rekordmeister – wie von der spanischen Zeitung "Marca“ berichtet, aber von den Bayern noch nicht bestätigt – zum Saisonende verlässt. Guardiola soll bei Manchester City Manuel Pellegrini ablösen, der zwar noch bis 2017 Vertrag hat, aber natürlich gehen müsste, wenn der Maestro kommt, eine schöne Abfindung kassiert und selbst wieder frei wäre für einen anderen lukrativen Job – zum Beispiel beim FC Chelsea, wenn die Interimslösung Hiddink abtritt.
Der Nächste bitte
Willkommen zum großen Trainer-Theater! Kurz vor Weihnachten liefern Europas Top-Coaches reichlich Stoff für Geschichten. Durch den vakanten Cheftrainerposten bei Englands in die Abstiegszone abgestürzten Meister Chelsea ist Dynamik in den Markt gekommen.
Das Anforderunsprofil für den Chef-Strategen auf der Bank ist bei den zehn, elf Top-Klubs in Europa gleich: Die Trainer müssen mit den Spieler-Millionären klarkommen, die für sie laufen sollen, den milliardenschweren Klub-Besitzern, die sie bezahlen (Bayern ausgenommen), den Fans möglichst wenig Angriffsfläche bieten, die Tickets und Merchandising kaufen - und der nimmersatten Medienwelt genügend Material liefern. Am besten skandalfrei und unterhaltsam.
Die Vereine, die für sich den Anspruch erheben, ein internationaler Spitzenklub zu sein, scheinen immer weniger bereit, Experimente einzugehen mit Fachkräften, die sich noch nicht bei der Top-Adresse bewiesen haben. Es muss schon ein Top-Trainer sein, der Siege und Titel liefert und nebenher all die anderen Herausforderungen souverän meistert - siehe Anforderungsprofil. Und die Liste der potenziellen Kandidaten ist überschaubar.
EIn illustrer Kreis
Der inzwischen 69 Jahre alte Hiddink, der allein fünf Nationalteams betreute (Südkorea, Australien, Russland, Türkei, Niederlande) gehört immer noch zu diesem illustren Kreis und steht kurz davor, erneut beim FC Chelsea anzuheuern. Im Februar 2009 löste er bei den von Michael Ballack angeführten "Blues“ den Brasilianer Luiz Felipe Scolari ab, gewann elf der letzten 13 Saisonspiele und zu guter Letzt noch den FA-Cup. Dass er zuletzt als Bondscoach entlassen wurde und davor, ebenfalls wegen ausbleibender Erfolge, als Nationaltrainer der Türkei zurücktrat - egal. Hiddink kennt Chelsea und ist verfügbar. Andere, prominentere Trainer sind es derzeit (noch) nicht, aber das kann sich schnell ändern.
Bei Real Madrid sind die Tage des hölzernen Rafael Benitez gezählt, bei ManUnited meutern schon die Spieler gegen den sturen Louis van Gaal, aber der moderiert die atmosphärischen Störungen routiniert weg, weil er nach dem Job bei United sowieso in Rente gehen will – egal, wann das ist. Hat er seiner Frau Truus zumindest versprochen. Oder doch nicht? Benitez ist trotz seiner großen Erfolge – Champions League-Sieger mit Liverpool (2005), Europa-League-Sieger mit Chelsea (2013) - schwerer vermittelbar.
Mourinho wiederum kann sich gelassen zurücklehnen und auf Anfragen warten. Von ManUnited, Real Madrid und den beiden Mailänder Spitzenklubs zum Beispiel oder dem Scheichklub Paris Saint-Germain, sollte Laurent Blanc dort wieder "nur" französischer Meister werden und in der Champions League nichts reißen. Mourinho hat überall funktioniert, den FC Porto, Chelsea, Inter Mailand, Real und wieder Chelsea zum nationalen Titel geführt, aber sein exzentrisches Verhalten nutzt sich mehr und mehr ab. Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass er jahrelang in der Warteschleife ausharren muss.
Tuchel ein Kandidat?
Und da wären dann auch noch die Trainer, die unbestritten absolute Experten sind, aber für die wenig risikobereite Klub-Elite vielleicht noch nicht die große Strahlkraft besitzen und auf dem Sprung sind.
So wie Atlético Madrids Trainer Diego Simeone, der sein Team zum Europa-League-Titel (2012), zur Meisterschaft in Spanien (2014) und ins Finale der Champions League coachte (2014). Oder Mourinhos ehemaliger Assistent André Villas-Boas. Der Portugiese wurde nach seinen bemerkenswerten Erfolgen mit dem FC Porto - Meisterschaft, Pokalsieg und Europa-League-Sieg - schon als der "neue Mourinho“ gehypt, bekam dann auch die Chance beim ruhmreichen FC Chelsea – und scheiterte. Jetzt schickt er sich an, mit Zenit St. Petersburg Europa aufzumischen.
Oder wie wär's mit dem Basken Unai Emery, zweimal Europa-League-Sieger mit dem FC Sevilla, oder Dortmunds Hoffnungsträger Thomas Tuchel oder Tottenham Hotspur-Coach Maurizio Pocchetino?
Es bleibt aufregend. Die nächste Entlassung kommt bestimmt.
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