FC Bayern | Vier Jahre nach Pep: Endet beim FC Bayern eine Ära?
Unter Pep Guardiola standen zu Hochzeiten fünf Spanier im Kader des FC Bayern München - nach der laufenden Spielzeit könnten es null sein. Während bei Javi Martínez und Leih-Flop Álvaro Odriozola die Zeichen auf Abschied stehen, stocken die Verhandlungen mit Mittelfeldregisseur Thiago seit Wochen. Scheitert eine Verlängerung auf der Zielgeraden, könnte in München eine Ära enden.
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Es gab eine Zeit, da hatten Spanier beim FC Bayern Hochkonjunktur. Unter Pep Guardiola spielten zu Hochzeiten (2014/15) mit Juan Bernat, Javi Martínez, Xabi Alonso, Pepe Reina und Thiago gleich fünf Iberer beim deutschen Rekordmeister.
Zwei dieser fünf Spieler stehen auch heute noch unter Vertrag - nur stellt sich aktuell die Frage, wie lange noch.
Während sich ein Abgang von Martínez, dem dienstältesten Spanier, seit Monaten anbahnt, hoffen die Münchner bei Thiago auf eine baldige Vertragsverlängerung.
Als "Ausnahmekönner" und "exzellenten Fußballer" bezeichnete Flick seinen Mittelfeldregisseur auf der Pressekonferenz vor dem letzten Bundesliga-Heimspiel der Saison gegen den SC Freiburg (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de). Thiago sei jemand, "der jeder Mannschaft hilft". "Er bringt viel Spielintelligenz mit. Natürlich hoffe ich, dass er weiterhin bei uns spielt, genauso wie David Alaba (steht ebenfalls vor der Verlängerung). Das sind beides Topspieler."
Thiago lässt die Bayern zappeln
Doch die Vertragsverhandlungen mit dem 29-Jährigen sind ins Stocken geraten. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind sich Verein und Spieler eigentlich schon seit Wochen über eine Ausweitung des Arbeitspapiers einig, es fehlte nur noch die Unterschrift.
Doch Thiago spielt aus nicht bekannten Gründen auf Zeit, soll den FC Bayern laut "Sport Bild" grundsätzlich um "mehr Bedenkzeit" gebeten haben. Der Verein hingegen hätte gerne schon Ende Mai verlängert.
Thiago wartet ab: Goretzka der Grund?
Natürlich nährt eine solche Hängepartie Gerüchte um einen möglichen Wechsel des Spielmachers zurück in seine Heimat. Der katalanischen Zeitung "La Vanguardia" hatte Thiago Anfang Mai verraten, dass er spätestens nach dem Karriereende zurück nach Spanien ziehen möchte - oder genauer, "mit meiner Familie zurück nach Katalonien”.
Zuvor könne er sich demnach vorstellen, weitere Jahre mit dem FC Bayern auf Titeljagd zu gehen - vielleicht sogar bis zum Karriereende? "Bayern wäre ein wunderbarer Verein dafür", schwärmte der in Italien geborene Katalane, merkte jedoch an, es könne ja auch sein, "dass der Verein einen anderen Spielertypen von 1,90 Metern für deine Position sucht".
Wie es der Zufall will, führte Thiagos jüngste Verletzungspause (Leistenoperation) ausgerechnet dazu, dass sich der 1,89 Meter große Leon Goretzka im defensiven Mittelfeld neben Joshua Kimmich festspielte. Thiago wird sich also nach seiner Rückkehr vorerst gedulden müssen. Gut möglich, dass diese jüngsten Entwicklungen im Bayern-Mittelfeld auch Auswirkungen auf Thiagos Vertrags-Entscheidung haben.
Javi Martínez: Die Zeichen stehen auf Abschied
Bei Martínez verhält es sich grundlegend anders. Bayerns einstiger Rekordtransfer (kam für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao) wird den Verein mit großer Wahrscheinlichkeit am Saisonende nach rund acht Jahren verlassen. Zuletzt gehörte er unter Flick mehrfach nicht zum Kader, kommt in dieser Saison nur auf 15 Bundesliga-Einsätze. Immerhin durfte er am Samstag beim 3:1 gegen Freiburg von Beginn an ran und zeigte eine solide Partie.
"Javi hatte in dieser Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen", erklärte Flick die sportlich komplizierte Situation des Basken und fügte an: "Wenn er spielt, spielt er immer mit vollem Herzen und man kann sich auf ihn verlassen. Das sind Dinge, die man als Trainer gerne sieht."
Martínez gehörte als absoluter Führungsspieler zum Triple-Team von Jupp Heynckes anno 2013. "Er tut der Mannschaft mit seiner Erfahrung gut", sagte Flick, wohl wissend, dass ihm Martínez beim Finalturnier der Champions League in Lissabon (12.-23. August) wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
"Er muss für sich entscheiden, wie es für ihn weitergeht", betonte Flick und schob vielsagend hinterher: "Er hat ja auch schon ein gewisses Alter."
Ein Missverständnis namens Odriozola
Und dann wäre da ja auch noch Álvaro Odriozola, der in der Winterpause von Real Madrid ausgeliehen wurde, um die verletzungsgebeutelte Viererkette der Münchner zu unterstützen.
Zu gerade einmal vier Einsätzen reichte es für den 24-Jährigen, (2x Bundesliga, 1x Champions League, 1x DFB-Pokal), ansonsten verbringt er die Zeit auf der Auswechselbank oder steht nicht einmal im Kader.
Die Leihe des Spaniers war ein Missverständnis, das im Sommer sein Ende findet.
Genau wie die große Zeit der Spanier beim FC Bayern im Allgemeinen?
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