Der Nationaltorwart von Bayern München muss im Titel-Endspurt zwangsläufig für mindestens zwei Wochen wieder in die Zuschauerrolle schlüpfen. Der 33-Jährige wird das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen und auch vier Tage später das Halbfinale im DFB-Pokal beim selben Gegner verpassen.
Mit Sorgenfalten in seinem Gesicht ließ er sich gegen Düsseldorf auswechseln, da wusste wohl schon, dass seine Verletzungsmisere anhalten würde. Wadenprobleme, Fingerverletzung, Mittelfußbruch - insgesamt musste Neuer seit der Saison 2017/18 schon 379 Tage wegen Blessuren pausieren und verpasste 59 Spiele.
Neuer teilte zwar am Montag via Soziale Netzwerke mit, er sei "optimistisch, im Saisonendspurt wieder im Tor zu stehen". Sein einstweiliger Ausfall ist aber ein Rückschlag, der den Münchnern Sorgen bereitet. "Das trifft uns natürlich", sagte Bayern-Trainer Niko Kovac nach dem 4:1 (2:0) bei Fortuna Düsseldorf mit ernster Miene.
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Allerdings, ergänzte Kovac, habe er in Neuers Stellvertreter Sven Ulreich "hundertprozentiges Vertrauen". Die Nummer zwei des Rekordmeisters demonstrierte nach seinem Kurzeinsatz in Düsseldorf entsprechend großes Selbstbewusstsein: "Wenn es so sein sollte, dass ich noch öfter spielen werde, bin ich bereit und fit."

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Ulreich ist im Titelkampf gefordert

Die neuerliche Verletzung bedeutet nicht nur für ihn persönlich - auch im Zweikampf mit Marc-Andre ter Stegen um die Nummer eins bei der Nationalmannschaft -, sondern auch für den Rekordmeister im spannenden Saisonendspurt um die Meisterschaft mit Borussia Dortmund einen herben Schlag.
Ulreich wunderte sich allerdings über die Verletzung, da Neuer zuletzt keine Schwierigkeiten gehabt habe. "Er hat im Training nicht den Eindruck gemacht, dass er nicht voll draufgehen kann", sagte der 30-Jährige, der auch eine Erklärung für die Muskelprobleme seines Kollegen parat hatte:
Es ist einfach schwierig, nach so langer Verletzungspause wieder zurückzukommen. Es sind einfach brutal viele Spiele in der Saison, deswegen ist er schon sehr gefordert.
Zunächst ist jetzt Ulreich selbst gefordert. Da Münchens Nummer drei Christian Früchtl nach wie vor wegen einer Ellenbogenverletzung ausfällt, könnte Ron-Thorben Hoffmann aus dem Regionalligateam wieder auf die Bank rücken.
Ungeachtet der Personalprobleme wähnt sich Spitzenreiter Bayern auf dem richtigen Weg zu seinem 29. Meistertitel. "Wir haben Dortmund auf Distanz gehalten und alles selbst in der Hand", konstatierte Thomas Müller. Niklas Süle ergänzte: "Wir dürfen nur auf uns schauen und unsere Hausaufgaben machen." Coach Kovac stellte klar: "Den ersten Platz wollen wir jetzt nicht mehr hergeben."
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