Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern gegen Flamengo auffielen: Konrad Laimer ist der heimliche Star - Kompanys Risiko zahlt sich aus
Update 30/06/2025 um 12:20 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München setzt sich im Achtelfinale der Klub-WM 2025 4:2 (3:1) gegen Flamengo Rio de Janeiro durch und wird einem Duell gegen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain belohnt. Das ist nicht nur dem Doppel-Torschützen Harry Kane zu verdanken, sondern auch einem herausragenden Konrad Laimer. Leroy Sané hingegen verabschiedete sich mit einer schwachen Leistung vom FC Bayern.
Klub-WM: Konrad Laimer (FC Bayern München, l.) setzt sich gegen Luiz Araujo (Flamengo Rio) durch
Fotocredit: Getty Images
Manuel Neuer war sichtlich zufrieden. Sein FC Bayern habe beim 4:2 (3:1) gegen Flamengo den "Killerinstinkt bewiesen, den wir gegen Benfica haben vermissen lassen", so der Kapitän der Münchner bei "DAZN".
Die Bayern gingen durch ein Eigentor von Erick Pulgar (7.) in Führung. Harry Kane (10.) legte mit dem 2:0 nach. Flamengo kam durch Gerson (33.) heran, doch Leon Goretzka (41.) stellte mit dem 3:1 den alten Vorsprung wieder her.
Früh in der zweiten Halbzeit verursachte Michael Olise einen Handelfmeter. Jorginho (55.) verwertete diesen zum 2:3.
Doch die Hoffnung der Brasilianer währte nur kurz, denn Kane sorgte mit seinem zweiten Treffer (73.) für die Vorentscheidung. Im Viertelfinale trifft der FC Bayern auf Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain (Sa., 18:00 Uhr im Liveticker).
Drei Dinge, die uns im Miami auffielen.
1. Laimer ist der heimliche Unterschiedsspieler des FCB
Als die reguläre Spielzeit vorüber war, konnte Konrad Laimer nicht mehr. Nachdem er einen Angriff der Brasilianer mit einem Foulspiel vereitelt hatte, war er offenbar von Krämpfen geplagt und musste ausgewechselt werden. Kein Wunder: Kaum jemand hatte so viel für die Mannschaft gearbeitet wie er.
Laimer ist das beste Beispiel dafür, dass ein Rechtsverteidiger das Offensiv- und Defensivspiel einer Mannschaft gleichzeitig prägen kann. Der Österreicher war an den Treffern zum 3:1 und 4:2 entscheidend beteiligt.
In der 41. Minute tauchte er nach einem Pass von Olise im gegnerischen Strafraum auf. Durch einen hastigen Klärungsversuch der Brasilianer landete der Ball vor den Füßen von Goretzka. Dieser traf daraufhin aus der Distanz.
Auch im weiteren Spielverlauf machte er seinem Image als "Pressing-Monster" alle Ehre. Er gewann den Ball im gegnerischen Drittel, als Luiz Araujo sich per Dribbling befreien wollte. Laimer beförderte den Ball zu Kimmich, der wiederum die Vorlage zum 4:2 für Kane spielte. "Konrad hat super nachgesetzt", lobte Goretzka.
Auch defensiv war Laimer ein entscheidender Faktor. Ein Beispiel: Nach dem Gegentor zum 2:3 hätte der FC Bayern fast den Doppelschlag kassiert. Kurz nach einem Einwurf in der gegnerischen Hälfte, als die eigene Mannschaft aufgerückt war, leistete sich Dayot Upamecano einen Fehlpass. Dieser führte postwendend zum Gegenangriff. Laimer konnte diesen allerdings vereiteln, indem er einen Fuß gerade noch an den Ball bekam.
2. Das riskante system von Kompany zahlt sich aus
Bayern und Flamengo lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. "Beide Mannschaften wollen hoch pressen, beide Mannschaften gehen ins Eins-gegen-Eins", sagte Goretzka. "Uns war klar, dass das ein sehr physisches Spiel wird. Die haben schon Bock, hinten rauszuzocken. Das machen sie auch gut, aber es gibt im Umkehrschluss natürlich die Möglichkeit, hohe Ballgewinne zu erzielen."
Genau darauf war die Taktik des FC Bayern ausgelegt. Sie verteidigten hoch, spielten ein aggressives Pressing und Gegenpressing und suchten den schnellen Abschluss. "Wir haben hoch Druck gemacht und waren damit erfolgreich", erklärte Trainer Vincent Kompany.
Der Führungstreffer mag noch glücklich gewesen sein, weil Gegenspieler Erick Pulgar den Ball nach einem Eckball von Joshua Kimmich versehentlich ins eigene Tor köpfte. Der zweite Treffer allerdings resultierte aus dem Spielsystem von Kompany.
Die hochstehenden Verteidiger, die aufgrund der Anfälligkeit für Konter oft ein Kritikpunkt sind, zahlten sich aus. Upamecano gewann den Ball in der gegnerischen Hälfte, sodass dieser bei Kane landete. Der Stürmer zögerte nicht lange und traf (leicht abgefälscht) aus der Distanz.
"Wir hatten sofort das Glück auf unserer Seite", sagte Neuer. "Vielleicht haben wir nach dem 2:0 gedacht, dass es so weiterläuft. Aber man muss gegen solche Mannschaften aufpassen." Tatsächlich wiegte sich der FC Bayern in Sicherheit, verteidigte plötzlich tiefer und brachte den Gegner dadurch ins Spiel zurück. Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 war verdient, weil Flamengo in dieser Phase vermehrt zu Abschlüssen kam.
"Das ist eine Mannschaft, die den Ball haben will", stellte Neuer fest. "Das haben wir auch gemerkt. Sie haben viel Ballbesitz gehabt. Das erleben wir nicht so oft." Über die komplette Spielzeit hatten die Südamerikaner 51 Prozent Ballbesitz und ein Torschussverhältnis von 12:8. Der Unterschied war allerdings: Der FC Bayern kam zu den gefährlicheren Abschlüssen - auch aufgrund der hohen Ballgewinne.
Dies war nicht nur vor dem 2:0 der Fall, sondern auch vor dem 4:2, als Laimer den Ball gewann. Klar ist aber auch: Hätten Upamecano und Laimer die Bälle nicht behauptet, hätten sie hinten als Verteidiger gefehlt.
Dies beweist, wie nahe Erfolg und Misserfolg in dem riskanten System von Kompany beieinanderliegen.
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Mag das Risiko: Bayerntrainer Vincent Kompany
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3. Schwacher Sané macht Bayern den Abschied leicht
Es lief die 60. Minute, als Leroy Sané für den angeschlagenen Kingsley Coman ins Spiel kam. Jedem war klar: Es würde sein letztes Spiel für den FC Bayern sein, weil sein Vertrag am 30. Juni endet. Ab Dienstag beginnt sein Abenteuer bei Galatasary Istanbul.
Acht Minuten nach seiner Einwechslung bekam er einen Querpass von Kane in den Strafraum gespielt, holte zum Schuss aus - und traf den Ball nicht. Drei Minuten später trat er wieder im gegnerischen Strafraum in Erscheinung, konnte zunächst den Ball noch behaupten, spielte dann allerdings einen Fehlpass.
Auch beim vorherigen Vorrundenspiel, das der FC Bayern mit 0:1 gegen Benfica Lissabon verlor, vergab Sané gute Torgelegenheiten leichtfertig. In dieser Form werden ihn die Münchner nicht nachtrauern.
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