Real Madrid: Gonzalo García auf den Spuren von Raúl - der Junge aus La Fábrica mischt die Offensive der Königlichen auf
Update 09/07/2025 um 20:09 GMT+2 Uhr
Er trifft wie ein etablierter Star und wird bereits mit Raúl verglichen - doch sein großes Idol ist ein ganz anderer. Gonzalo García hat bei der Klub-WM für Real Madrid alle Schlagzeilen auf sich gezogen. Der Shootingstar könnte nicht nur als Ersatz für Kylian Mbappé eine prägende Rolle spielen, sondern steht sinnbildlich für Reals Umgang mit jungen Spielern - es bahnt sich ein Senkrechtstart an.
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Quelle: Eurosport
"Ich habe immer gesagt, dass mein Idol Cristiano Ronaldo ist. Ich hatte im Laufe meiner Karriere mehrere Vorbilder, aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann Cristiano. Immer", sagte Gonzalo García nach dem 3:2-Sieg von Real über Borussia Dortmund, bei dem der Spanier selbst erneut vor dem Tor erfolgreich war.
Doch das war nicht der einzige Moment, der in Erinnerung blieb. Nach dem dramatischen Achtelfinalsieg über Juventus Turin (1:0) wurde García auf die Parallelen zu Raúl angesprochen - die Legende, die für unzählige von Real-Stürmern das Maß aller Dinge war.
"Es sind sehr große Worte", erklärte García bescheiden und erzählte von seinen Erfahrungen mit dem Trainer der zweiten Mannschaft von Real. "Ich habe zwei Jahre mit Raúl verbracht und er hat mir einiges gezeigt. Es schmeichelt mir, dass ich mit ihm verglichen werde."
Inzwischen kommt der spanische U19-Nationalspieler auf vier Tore und einen Assist in fünf Klub-WM-Partien. Und bei den Königlichen kommt allmählich das Gefühl auf, dass der Junge aus La Fábrica - der eigenen Talentschmiede - gerade erst so richtig loslegt.
Reals Eigengewächs auf dem Weg nach ganz oben
Der Raúl-Vergleich kommt nicht von ungefähr. García verkörpert vieles von dem, was einst auch die spanische Legende auszeichnete: eine unfassbare Ruhe vor dem Tor, ein Gespür für Räume und die Fähigkeit, in großen Spielen zuzuschlagen. Gleichzeitig bringt er einen explosiven Antritt, die nötige Wucht und eine unbändige Gier auf Tore mit.
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Gonzalo Garcia
Fotocredit: Getty Images
Dass García aktuell wie ein aufgehender Stern strahlt, ist kein Zufall. Der 21-Jährige hat nahezu alle Jugendteams der Königlichen durchlaufen und dort einen bemerkenswerten Weg hingelegt.
Schon in der zweiten Mannschaft, Real Madrid Castilla, war er in der Vorsaison der überragende Torjäger: 25 Treffer und vier Vorlagen in 36 Ligaspielen - Zahlen, die selbst im traditionell hart umkämpften spanischen Unterbau Aufmerksamkeit weckten.
Sein Durchbruch bei den Profis folgte bei der laufenden Klub-Weltmeisterschaft, wo Trainer Xabi Alonso ihm das Vertrauen schenkte - und García zahlt es eindrucksvoll zurück. Besonders bemerkenswert: In Abwesenheit von Superstar Kylian Mbappé, der zunächst krankheitsbedingt passen musste, sprang García in die Bresche und füllte die Rolle im Sturmzentrum nahezu perfekt aus.
Alonso war nach dem Triumph über Juve hörbar begeistert: "Ich freue mich sehr für ihn und er soll so weitermachen. Er holt das Beste aus seinen Minuten heraus. Er zermürbt die Verteidiger und presst konsequent. Das hilft uns ungemein. Ich wusste, dass er gut arbeitet und uns viel gibt, obwohl ich nicht mit drei Toren in vier Spielen gerechnet habe. Ich habe ihm vertraut und er verdient sich dieses Vertrauen."
Zukunft als Mbappé-Backup - und mehr?
In jener Partie erzielte der Mittelstürmer den Siegtreffer gegen den italienischen Rekordmeister. Doch wie geht es in der kommenden Saison weiter? Als Backup für Mbappé - oder doch etwas mehr?
Der französische Superstar lief bislang primär im Sturmzentrum, am liebsten spielt er aber auf Linksaußen. Sollte Mbappé dort phasenweise zum Einsatz kommen, so wäre für García auch die Neuner-Position frei.
Bei einem Ausfall von Vinícius Júnior könnte es zu diesem Szenario kommen. Außerdem setzt Alonso wohl nicht auf Rodrygo, möglicherweise rückt "Viní" zeitweise dann nach rechts und macht den Platz für Mbappé und somit auch García frei.
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Kylian Mbappé bei der Klub-WM
Fotocredit: Getty Images
Mit seiner Robustheit, dem starken Abschluss und dem guten Pressingverhalten gilt er für Alonso als ideale Ergänzung, um die gegnerischen Abwehrreihen müde zu laufen und Reals Offensivspiel flexibel zu halten. Alonso betonte bereits, dass er von allen Spielern erwartet, auch gegen den Ball mitzuarbeiten. Hier liefert García - im Vergleich zu den Superstars um sich herum - ein enorm wichtiges Argument.
Real Madrid und sein glückliches Händchen
Denn Luis Enrique scheiterte schon in Paris daran, Mbappé zum Verteidigen zu motivieren. Denkbar, dass der Weltmeister von 2018 auch unter Alonso seinen Fokus auf das Spiel mit Ball legen wird. Sollte dem Real-Coach dies nicht genügen, so scheint es durchaus möglich, dass er García weitere Chancen von Beginn an geben wird.
Dass Real Madrid bei solchen Talenten ein glückliches Händchen hat, ist dennoch keine Überraschung. Immer wieder gelingt es dem Verein, Spieler aus La Fábrica behutsam aufzubauen und schließlich ins Rampenlicht zu führen - von Raúl über Carvajal bis hin zu Valverde. García könnte der nächste große Name werden, der diesen Weg erfolgreich geht.
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Trainiert seit 2019 Real Madrid Castilla: Sturm-Ikone Raúl
Fotocredit: Getty Images
Die Vergleiche mit Raúl mögen für einen jungen Spieler eine Last sein, doch García kann damit umgehen. Er vereint die Werte des Vereins als gebürtiger Madrilene wie kaum ein anderer: bedingungsloser Einsatz, Demut, Zielstrebigkeit - und vor allem Torgefahr.
Gleichzeitig lässt der Jungstar keinen Zweifel daran, welchem Idol er nacheifern will: Cristiano Ronaldo. Sollte er auch nur einen Bruchteil von dessen Karriere erreichen, dann dürfte die Klub-WM für ihn erst der Anfang gewesen sein.
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