Kein Russland-Ausschluss auf FIFA-Kongress - Präsident Gianni Infantino fordert Frieden und Dialog

Die Suspendierung des russischen Verbandes ist auf dem 72. Kongress des Weltverbandes FIFA in Doha ausgeblieben. Obwohl Präsident Gianni Infantino in seiner Rede eindringlich zu Frieden und Dialog aufrief, gab es keine Abstimmung über einen Ausschluss Russlands. Stattdessen nur die bestehenden Suspendierungen der Verbände von Pakistan, Simbabwe und Kenia verlängert.

Gianni Infantino auf dem Weltkongress

Fotocredit: Getty Images

"Bitte, bitte beenden Sie die Konflikte, die Kriege, für unsere Zukunft und unsere Kinder", sagte Infantino in seiner Ansprache: "Suchen Sie den Dialog selbst mit Ihrem schlimmsten Feind. Der Fußball wird für Sie da sein, um gemeinsam für den Frieden zu arbeiten."
Der russische Verband war in der katarischen Hauptstadt angeführt von Generalsekretär Alexander Alajew mit einer mehrköpfigen Delegation vor Ort, auch die Flagge wurde mit denen anderer Nationen normal gehisst.
Bereits am Mittwoch hatte das Council den im Februar wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine beschlossenen Ausschluss russischer Mannschaften von ihren Wettbewerben bestätigt.
Die russische Auswahl fehlte deshalb in den WM-Playoffs und wird auch bei der Weltmeisterschaft vom 21. November bis 18. Dezember nicht dabei sein. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte einen Einspruch Russlands gegen die Entscheidung abgelehnt.

Infantino vermeidet klare Worte zu Russlands Angriffskrieg

"Der russische Verband hat gegen nichts verstoßen. Es gibt klare Voraussetzungen für die Suspendierung oder den Entzug der Mitgliedschaft", hatte Alexej Sorokin, früheres Mitglied des FIFA-Councils und Organisationschef der WM 2018 in Russland, bereits vor dem Kongress gesagt.
Man solle ohnehin "nicht so naiv sein, dass der Fußball alle Probleme lösen kann", sagte Infantino, der den russischen Angriffskrieg nicht klar als solchen benannte.

Verkürzung des WM-Zyklus (noch) kein Thema

In der Debatte um eine mögliche Verkürzung des WM-Rhythmus auf zwei Jahre ist Infantino hingegen zurückgerudert. "Ich möchte klarstellen: Die FIFA hat keine WM alle zwei Jahre vorgeschlagen. Wir werden versuchen, eine Diskussion zu führen, um etwas zu finden, das allen am besten passt."
Wie die Nachrichtenagentur "AFP" zuvor unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet hatte, sollen am Rande des Kongresses mögliche Alternativen diskutiert werden. Der Widerstand gegen die Pläne zur Verkürzung des WM-Zyklus ist groß, die UEFA und der südamerikanische Verband sind gegen das Vorhaben.
Der FIFA-Kongress hatte im vergangenen Jahr auf Vorschlag des saudi-arabischen Verbandes die Durchführung einer Machbarkeitsstudie beschlossen. Infantino warb zuletzt immer wieder für eine WM alle zwei Jahre, im Dezember stellte er den Mitgliedsverbänden zudem deutlich höhere Einnahmen durch eine Änderung des Spielkalenders in Aussicht.
"Die Großen müssen größer werden. Und die Kleinen müssen auch davon profitieren und Chancen bekommen", sagte er am Donnerstag. Die FIFA habe aber "nichts vorgeschlagen, die FIFA kam zu der Schlussfolgerung, dass es möglich ist, dass es aber Auswirkungen und Folgen hätte". Nun sei die Phase, "Kompromisse zu schließen".

Infantino strebt dritte Amtszeit an

Infantino will darüber hinaus für eine dritte Amtszeit als FIFA-Präsident kandidieren. Die Wahl ist für den nächsten Kongress im kommenden Jahr geplant.
"Es ist der letzte Kongress vor dem, auf dem es Neuwahlen gibt. Ihr seid die Mitgliedsorganisationen, deshalb will ich euch als erstes mitteilen, dass ich mich auf dem 73. Kongress zur Wiederwahl stelle", sagte Infantino.
(SID)
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Quelle: Perform

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