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Frankreich - Belgien: Samuel Umtiti köpft Équipe Tricolore ins Finale der WM 2018

Umtiti köpft Frankreich ins WM-Finale: "Ich platze vor Stolz!"

10/07/2018 um 21:55Aktualisiert 11/07/2018 um 00:27

Frankreich steht im Finale der WM 2018! Im WM-Halbfinale setzte sich die Équipe Tricolore 1:0 (0:0) gegen Belgien durch und erreicht damit nach 2006 wieder das Endspiel. Samuel Umtiti köpfte Frankreich nach einer Ecke von Antoine Griezmann zum Sieg (51.). Für Belgien ist der Traum vom ersten WM-Titel erstmal ausgeträumt, Frankreich könnte am Sonntag den zweiten WM-Erfolg nach 1998 klar machen.

So lief das Spiel:

Manch einer sah im Spiel zwischen Frankreich und Belgien das vorweggenommene Finale. Zwar begann die Partie extrem temporeich, doch aufgrund der Hochgeschwindigkeit waren auch viele Fehlpässe im Spiel, weshalb es anfangs etwas nervös wirkte.

Die ersten guten Möglichkeiten im Spiel hatte dann Belgien. Eden Hazard zog von rechts nach innen und schoss auf den langen Winkel, Raphael Varane hatte da aber noch den Kopf dazwischen. Ob Hugo Lloris den Ball noch erreicht hätte, ist fraglich (19.). Zwei Minuten später rettete der Keeper das 0:0, als er nach einer Ecke einen Schuss von Toby Alderweireld noch um den linken Pfosten lenkte.

Danach übernahmen die Franzosen mehr und mehr das Kommando. Die gefährlichste Aktion hatte dann Benjamin Pavard, der mit viel Tempo steil in den Strafraum stürmte, von Kylian Mbappé am Fünfer bedient wurde, dann aber aus spitzem Winkel am Bein von Thibaut Courtois scheiterte (40.).

Nach dem Seitenwechsel war Frankreich einfach nur noch gnadenlos effektiv. Nach einer Ecke von Antoine Griezmann köpfte Samuel Umtiti den Ball am kurzen Pfosten in die Maschen, weil er Alderweireld entwischte und Marouane Fellaini als vorne am Fünfmeterraum postierter Spieler zu spät zum Ball ging (51.).

Kurz darauf hatte Frankreich die Chance auf das 2:0, Blaise Matuidi und Mbappé führten eine Hackenkombination auf, den Torschuss von Olivier Giroud blockte jedoch Mousa Dembélé im letzten Moment ab (56.).

Belgien übernahm in der Folge wieder die Kontrolle, doch der versammelten Offensive fehlten die Ideen. Die bärenstarke französische Defensive um Umtiti und Varane ließ nichts mehr zu, meldete Romelu Lukaku vollständig ab und ließ Eden Hazard sowie Kevin De Bruyne nicht zur Entfaltung kommen.

Ein wuchtiger, aber eher unplatzierter Fernschuss von Axel Witsel, den Lloris knapp am eingewechselten Dries Mertens vorbei faustete, war noch Belgiens beste Chance (81.).

Unglaublich clever spielten "Les Bleus" die letzten Minutent runter. In der Nachspielzeit hätte der eingewechselte Corentin Tolisso noch das 2:0 machen könnten, Courtois hielt aber stark (90.+6).

Dadurch stehen die Franzosen nach 1998 und 2006 zum dritten Mal im Finale (keiner stand in den letzten 20 Jahren häufiger im WM-Endspiel) und haben 20 Jahre nach dem Titel im eigenen Land die Chance auf den zweiten WM-Titel. Für Belgien war's die erste Niederlage seit einem Freundschaftsspiel gegen Spanien im September 2016.

Die Stimmen:

Didier Dechamps (Trainer Frankreich): "Das ist etwas Außergewöhnliches. Unser junges Team hat großen Charakter gezeigt, es war ein schweres Spiel. Dieses Tor hat uns natürlich verdammt gutgetan. Am Ende hätten wir Kontersituationen besser nutzen müssen. Ich bin stolz auf mein Team, wir freuen uns aufs Finale. Das Finale 2016 haben wir noch nicht ganz verdaut, aber da werden wir jetzt in aller Ruhe drüber reden."

Roberto Martínez (Trainer Belgien): "Das Spiel war sehr eng, es gab wenige große Momente, die dafür infrage kamen, das Spiel zu entscheiden. Wir sind gut in die zweite Halbzeit gestartet, haben das Spiel besser angenommen - und dann kassieren wir ein Tor nach einer Ecke. Diese Standardsituation hat den Unterschied ausgemacht. Wir müssen respektieren, dass Frankreich gut verteidigt hat - auch die Offensivspieler haben sehr tief und gut verteidigt. In den entscheidenden Momenten hat uns auch ein bisschen das Glück gefehlt. Dennoch bin ich sehr stolz auf meine Spieler, akzeptiere die Niederlage und gratuliere Frankreich zum Finaleinzug."

Samuel Umtiti (Frankreich): "Wenn man nicht der Größte ist, kommt alles auf die Entschlossenheit an, den Willen, vor dem Gegner an den Ball zu kommen und das Tor zu machen. Deshalb habe ich dieses Tor gemacht. Ich platze vor Stolz. Wir haben Druck gemacht, gedrängt und gut zusammengespielt. Wir haben ein großes Match abgeliefert. Wir waren echte Kerle - und das mussten wir auch sein, um ins Finale einzuziehen. Wir schreiben hier unsere eigene Geschichte. Ich bin sehr glücklich."

Nacer Chadli (Belgien): "Was soll ich sagen - so ein Tor kann immer passieren. Wir haben unsere Chancen liegen lassen, es waren am Ende Details. Es war sehr schwer, Räume zu finden. Lloris hat ein paar Bälle sehr gut rausgeholt. Am Ende hat nur das letzte kleine Etwas zum Finale gefehlt. Ich denke, ganz Belgien wird trauern."

Das fiel auf: Sehr fair

Obwohl es um ganz viel ging, war die Partie extrem fair. Grobe Fouls gab es keine und wenn der Schiedsrichter zur Gelben Karte greifen musste, war es taktischer Natur. Einzig die Aktion von Mbappé in der Nachspielzeit, als er den Belgien bei einem Einwurf den Ball verwehrte, war nicht so sehenswert - gab aber auch folgerichtig Gelb.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 13

Antoine Griezmann war an 13 der letzten 20 Tore Frankreichs bei großen internationalen Turnieren (WM und EM) beteiligt, machte neun Tore selber und bereite vier vor.

Die Match-Highlights bei YouTube:

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