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Kolumbien - England: Harry Kane und Co. besiegen den Elfmeter-Fluch

Pickford hält gegen Bacca: England besiegt den Elfmeter-Fluch

03/07/2018 um 23:52Aktualisiert 04/07/2018 um 00:30

England hat bei der WM in Russland seinen Elfmeter-Fluch besiegt und steht erstmals seit 2006 wieder im Viertelfinale. Beim 5:4 n.E. war Keeper Jordan Pickford der Held, er parierte gegen Carlos Bacca. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:0) gestanden. Harry Kane traf für England per Elfmeter (57.), Yerry Mina glich aus (90.+3). Für England war es der erste Sieg im vierten WM-Elfmeterschießen.

So lief das Spiel:

Eine unterhaltsame erste Hälfte sahen die Fans in Moskau im letzten Achtelfinale zwischen Kolumbien und England, obwohl zwingende Torchancen fehlten. Die beste Möglichkeit in Durchgang eins hatten die Engländer durch Harry Kane, der aber nur auf das Tornetz köpfte (16.).

Für den Aufreger vor dem Seitenwechsel sorgte jedoch ein Kolumbianer: Wílmar Barrios verpasste während eines Freistoßes dem Engländer Jordan Henderson in der Mauer einen Stoß mit dem Kopf - dafür sah er nur die Gelbe Karte (41.).

Zehn Minuten nach der Pause umklammerte Carlos Sánchez Harry Kane im Sechzehner. Die logische Konsequenz: Elfmeter für die "Three Lions". Nach langen Diskussionen übernahm der Kapitän Verantwortung und brachte sein Team per Strafstoß in Führung (57.).

In der Folge zeigten sich die Kolumbianer frustriert aufgrund des Rückstandes und sammelten fleißig Gelbe Karten. Schiedsrichter Mark Geiger entglitt zunehmend die Partie. Autorität strahlte der Unparteiische aus den USA kaum noch aus.

Der Spielfluss war aufgrund der vielen Unterbrechungen im zweiten Durchgang dahin. So musste eine Standardsituation herhalten. Yerry Mina köpfte nach einem Eckball in der Nachspielzeit zum umjubelten 1:1-Ausgleichstreffer für sein Team (90.+3).

In der ersten Hälfte der Verlängerung machten die Kolumbianer den besseren Eindruck, konnten aber kein Kapital aus der offensichtlichen Verunsicherung der Engländer schlagen. Danach hatten die "Three Lions" die beste Chance: Danny Rose verpasste aber den Lucky Punch denkbar knapp (112.).

Logische Konsequenz: Der letzte Viertelfinalist musste im Elfmeterschießen ermittelt werden.

Im Elfmeterschießen trafen für England Harry Kane, Marcus Rashford, Kieran Trippier und Eric Dier; Jordan Henderson scheiterte als dritter Schütze an David Ospina. Für Kolumbien waren Radamel Falcao, Juan Cuadrado und Luis Muriel erfolgreich, ehe Matheus Uribe nur die Latte traf und Carlos Bacca an Jordan Pickford scheiterte.

England gewann im vierten Anlauf zum ersten Mal ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft. Im Viertelfinale am Samstag (16 Uhr im Liveticker) geht's gegen Schweden.

Die Stimmen:

Gareth Southgate (Teammanager England): "Elfmeterschießen sind hart. Wir haben lange und intensiv über den Ablauf eines Elfmeterschießens geredet. Die Spieler sind ruhig geblieben. Es ist ein besonderer Moment für uns."

José Pékerman (Trainer Kolumbien): "Es tut weh. Wir haben alles gegeben und hart gearbeitet. Das Match war sehr schnell und wir haben gut mitgehalten. Die Mannschaft hat sich während des Turniers weiterentwickelt. Wir waren in einer exzellenten Verfassung. Wir haben uns sehr gut vorbereitet und hatten große Ambitionen. Aber es war sehr schwierig ins Spiel zu kommen. Wenn der Ball in Richtung Strafraum kam, waren die Spieler ängstlich und nervös. Es gab so viele Unterbrechungen – zu viele. Das war nicht gut für uns. Das hat unserem Spiel geschadet."

Eric Dier (England): "Das war ein großartiger Augenblick. Ich fühle mich klasse. Das letzte Tor gemacht zu haben, war wunderbar. Das Ganze ist unglaublich. Wir hatten eine fantastische Einstellung und haben den Ausgleich gut weggesteckt. In der Verlängerung waren wir besser. Es wird schwierig gegen Schweden, aber wir sind bereit für weitere Siege."

Jordan Pickford (England): "Wir haben verdient gewonnen, weil wir mehr fürs Spiel getan haben. Ich habe getan, was ich konnte und bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das Spiel war sehr hart umkämpft. Wir mussten die Ruhe bewahren, waren mental stark und sind mit dem Sieg belohnt worden."

Das fiel auf: Überforderter Schiedsrichter

Mark Geiger hatte früh keine Linie in seinem Spiel und ließ sich immer wieder auf langwierige Diskussionen ein. Auch zahlreiche Gelbe Karten halfen ihm nicht, Autorität zurückzuerlangen. Die schwächste Leistung eines Unparteiischen bei dieser WM und eines Achtelfinals eher nicht würdig.

Der Tweet zum Spiel:

Es reichte für die Engländer tatsächlich ein Harry Kane im Elfmeterschießen.

Die Statistik: 6

Für Kane war es der sechste Treffer bei dieser Weltmeisterschaft.

Die Match-Highlights bei YouTube:

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