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Polen - Kolumbien: James Rodríguez glänzt - Robert Lewandowski und Co. desolat ausgeschieden

James beflügelt Kolumbien - Polen desolat ausgeschieden: "Uns fehlt Qualität"

24/06/2018 um 21:53Aktualisiert 24/06/2018 um 23:10

Für Polen ist die WM 2018 nach zwei Spielen in Gruppe H schon zu Ende - mit dem 0:3 (0:1) gegen Kolumbien ist das Team um Robert Lewandowski ausgeschieden. Im Duell der Auftakt-Verlierer brachte Jerry Mina (40.) die Südamerikaner auf die Siegerstraße. Falcao (70.) und Juan Cuadrado (75.) machten alles klar. James Rodríguez bereitete das 1:0 und 3:0 sehenswert vor.

So lief das Spiel:

Sowohl die polnische Nationalmannschaft um Torjäger Robert Lewandowski als auch Kolumbien mit Superstar James Rodríguez mussten nach einer 1:2-Niederlage im ersten Gruppenspiel um die Teilnahme an der K.o.-Phase bangen. Im direkten Duell der beiden Nationen zählte dementsprechend nur ein Sieg - doch dadurch, dass sich Senegal und Japan unentschieden trennten, hätten beide Mannschaften allerdings auch bei einem Remis noch Chancen auf das Weiterkommen gehabt.

So schienen beide Nationen insgeheim schon auf das letzte Gruppenspiel zu schielen - Polen und Kolumbien pflegten im ersten Durchgang keinen ansehnlichen Fußball. Fouls, Unterbrechungen und Ballverluste standen zumeist auf der Agenda. Von Siegeswillen und Fußballkultur war lange nichts zu sehen.

Erst in der 40. Minute gab es die einzig nennenswerte Chance der ersten Halbzeit - diese mündete in der Führung der Kolumbianer. Nach einer feinen Flanke von James aus der rechten Strafraumhälfte schraubte sich der aufgerückte Yerry Mina hoch, köpfte aus fünf Metern ein.

Wojciech Szczesny machte bei diesem Gegentreffer keine gute Figur, fasste am Ball vorbei.

Im zweiten Durchgang zeigten die Polen ein anderes Gesicht, traten bissiger auf und drückten auf den Ausgleich. Binnen weniger Minuten wurde diese Drangphase allerdings abgelegt - Kolumbien konnte wieder ohne große Probleme verteidigen. Polen fehlte der Wille - offensives Pressing fand nicht statt. Die beste Chance resultierte in der 59. Minute nach einem weiten Pass in die Tiefe. Grzegorz Krychowiak schickte Lewandowski auf die Reise, der aus zehn Metern an David Ospina scheiterte.

Zehn Minuten später machte Kolumbien dann den Sack zu. Der starke Juan Fernando Quintero setzte Radamel Falcao im Strafraum in Szene. Allein vor Szczesny blieb der Stürmer eiskalt und verwandelte flach ins linke Eck. In der 75. Minute folgte der nächste Streich. James spielte einen genialen Pass von der linken Seite auf Juan Cuadrado, der freie Bahn hatte und aus 15 Metern ins rechte Eck vollendete.

Der Schlusspunkt der Partie und das WM-Aus für Polen nach einem ganz schwachen Auftritt. Kolumbien braucht im letzten Spiel gegen den Senegal dringend einen weiteren Sieg.

Die Stimmen:

Adam Nawalka (Trainer Polen): "Unsere Spieler haben das Beste gegeben bis zum Ende, aber wir haben gegen ein sehr starkes Team verloren. Das Spiel war bis zum ersten Tor sehr ausgeglichen. Danach haben wir den Gegner attackiert, aber es war kein flüssiges Spiel. Wir waren nicht effizient und effektiv genug. Es tut mir sehr leid, ich bin sehr traurig, aber morgen ist ein neuer Tag."

Robert Lewandowski (Polen): "Wir haben gekämpft. Wir haben getan, was wir konnten, aber das war nicht genug. Viele Dinge haben diese Weltmeisterschaft nicht funktioniert. Uns fehlt Qualität."

Jose Pekerman (Trainer Kolumbien): "Wir haben vom Anfang bis zum Ende unseren Spielstil durchgezogen. Wir mussten gewinnen, es gab keinen Raum für Fehler. Es war ein schönes Spiel mit kreativem Fußball. Das Tor von Falcao ist eine der größten Freuden des heutigen Abends. Er ist ein Symbol des kolumbianischen Fußballs. Dass er getroffen hat, ist wichtig für die kommenden Spiele."

James Rodríguez (Kolumbien): "Wir waren defensiv und taktisch sehr stark. Das erste Tor war sehr wichtig für uns, es hat das Spiel in unsere Richtung gedreht. Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Gegen den Senegal werden wir bereit sein."

Der Tweet zum Spiel:

Lukas Podolski ist sprachlos...

Das fiel auf: Lewy-Abhängigkeit

Mit Lewandowski spielt ein absoluter Weltklasse-Spieler in den Reihen der polnischen Nationalmannschaft. Diese Situation ist Fluch und Segen zugleich: Zwar haben die Polen mit Lewandowski die absolute Torgefährlichkeit gepachtet, sind insgesamt aber viel zu abhängig vom bayrischen Angreifer.

Als einzige Spitze hat es Lewandowski alles andere als leicht, findet sich zumeist gegen gleich mehrere Gegenspieler wieder - ist dadurch chancenlos. Durch diese Manndeckung bieten sich zwar Räume für andere Akteure, doch der polnischen Nationalmannschaft fehlen Spieler, die in die Bresche springen - ähnlich wie Lewandowski - den Unterschied ausmachen können.

Die Statistik: 10

Durch seine Assists, die zum 1:0 und 3:0 führten, konnte James seinen neunten und zehnten Scorerpunkt in seiner WM-Historie verbuchen. Für diese Anzahl benötigte der Bayern-Spieler lediglich sieben Partien. Insgesamt erzielte er sechs Treffer und gab vier Torvorlagen.

Die Match-Highlights bei YouTube:

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