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Portugal - Marokko: Cristiano Ronaldo macht den Unterschied

Ronaldo macht den Unterschied: "Bestraft vom Besten der Welt"

20/06/2018 um 16:00Aktualisiert 20/06/2018 um 18:23

Portugal schlägt Marokko in Gruppe B der WM 2018 mit 1:0 (1:0) und darf mit nun vier Punkten aufs Achtelfinale hoffen. Erneut drückt Cristiano Ronaldo dem Spiel seinen Stempel auf - diesmal als einziger Torschütze (4.). Es war sein 85. Länderspieltor. Marokko war spielerisch die bessere Mannschaft, ließ aber zahlreiche Chancen nach Flanken liegen und scheidet mit null Toren als erstes Team aus.

So lief die Partie:

Im zweiten Spiel bei der Weltmeisterschaft erwischte Portugal gegen Marokko einen Traumstart. Cristiano Ronaldo nickte nach einem Eckball bereits in der vierten Minute ein und erzielte dadurch bereits sein viertes Tor bei dieser Weltmeisterschaft - zuletzt gelang das nach zwei Spielen Miroslav Klose (2002).

Danach zog sich der amtierende Europameister jedoch weit zurück, Marokko kontrollierte die Partie, konnte aber besonders im letzten Drittel nicht den entscheidenden Pass spielen. Stattdessen steckte Ronaldo in der 39. Minute auf Goncalo Guedes durch, der frei vor Munir scheiterte.

Vor dem portugiesischen Tor wurde es erst in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs gefährlich: Nach einem Freistoß von der linken Seite von Hakim Ziyech verlängerte Younes Belhanda auf den zweiten Pfosten, wo Medhi Benatia allerdings nicht mehr an die Kugel kam.

Auch im zweiten Durchgang war Marokko bemüht, wurde aber nur noch durch Standardsituationen gefährlich. In der 57. Minute tauchte Rui Patricio schnell ab, um einen Kopfball von Belhanda nach Ziyech-Freistoß hervorragend zu entschärfen.

Die Portugiesen tauchten gar nicht mehr vor dem marokkanischen Tor auf, ermauerten sich das 1:0 und somit den ersten Dreier bei der Weltmeisterschaft. Die Chancen aufs Weiterkommen sind nun sehr gut, Marokko ist indessen ausgeschieden.

Die Stimmen:

Herve Renard (Trainer Marokko): "Ich bin nicht enttäuscht über die Leistung, sondern sehr stolz auf die Spieler und das Land. Der Geist der Spieler war unglaublich. Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können, auch wenn uns die Effektivität am Ende gefehlt hat."

Fernando Santos (Trainer Portugal): "Wir mussten gewinnen, das war klar. Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir haben ganz gut angefangen und dann das Spiel aus der Hand gegeben. Wir haben uns mit dem Ball nicht bewegt und ein wenig die Balance verloren. Ich kann mir das nicht erklären, vielleicht hat uns das Selbstvertrauen gefehlt. Wir haben viel zu viele Bälle hergeschenkt. Ronaldo hat in einer Position gespielt, die nicht die beste für ihn ist. Wir haben auf Konter gespielt, hatten aber Ballverluste, da war auch viel Nervosität im Spiel. Wir müssen besser spielen."

Aziz Bouhaddouz (Marokko): "Ich denke, dass wir unglücklich verloren haben. Die Mannschaft hat es super gemacht. Wir haben es ganz gut gemacht, wurden aber bestraft vom besten Fußballer der Welt. Der Sieg von Portugal war eigentlich nicht verdient."

Das fiel auf: Portugal in EM-Form

Ein Tor reicht! Die Portugiesen spielten zwar nicht souverän, überließen Marokko hauptsächlich den Ball, in der Defensive stand der Europameister jedoch im 4-4-1-1 zumindest im Zentrum sicher. Genau das zeichnete die Portugiesen auch vor zwei Jahren auf dem Weg zum Titel aus. Ab dem Achtelfinale kassierten Ronaldo und Co. nur einen Gegentreffer.

Der Tweet des Spiels:

Cristiano Ronaldo jubelte im ersten Spiel gegen Spanien mit einem Ziegen-Jubel, deutete einen Ziegenbart an. Damit spielte er darauf an, dass er der „GOAT“ ist. Der Greatest of al time, also der Größte aller Zeiten. Bis zum Spiel gegen Marokko ließ er sich eben jenen Ziegenbart wachsen, um seine Ansprüche erneut zu unterstreichen und tat dies. Durch sein Tor überholte er nun mit 85 Toren den Ungarn Ferenc Puskas und ist Europas bester Länderspiel-Torschütze.

Die Statistik: 11

Bei großen Turnieren ist die portugiesische Nationalmannschaft nun seit elf Spielen ungeschlagen. Dabei gab es sechs Siege (einer nach Elfmeterschießen) und fünf Unentschieden. Die letzte Niederlage bei einer EM oder WM gab es 2014 in Brasilien beim 0:4 gegen Deutschland.

Match-Highlights bei YouTube:

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