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WM 2018 - Bewegende Geschichte um Kroatien-Held Danijel Subašić

Zwischen Trauer und Propaganda: Bewegende Geschichte um Kroatien-Held Subašić
Von SID

11/07/2018 um 15:39Aktualisiert 12/07/2018 um 09:55

Die aufwühlende Vergangenheit holt Danijel Subašić fast täglich ein. Ein Teil davon ist für jeden sichtbar. Als der Torwart der kroatischen Nationalmannschaft nach dem Sieg im WM-Achtelfinale gegen Dänemark sein Trikot hochzog, kam ein T-Shirt zum Vorschein, auf das er das Foto von Hrvoje Ćustić hatte drucken lassen. Es ist eine traurige Geschichte - und ein Teil auf Subašić' steinigem Weg.

Es war im Jahr 2008 bei einem Spiel von NK Zadar, als Hrvoje Ćustić nach einem Abschlag von Danijel Subašić und einem Zweikampf gegen eine Wand prallte und an den Kopfverletzungen verstarb. Subašić weinte bittere Tränen, die Fans waren gerührt.

Ausgerechnet jetzt reklamieren serbische Medien den Kroaten Subašić für sich. Grund dafür ist die serbische Herkunft des Vaters: Subašić ist also halber Serbe - und dies bedeutet wiederum einen Nadelstich gegen die stolzen Kroaten, die seit dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens mit Serbien auf Kriegsfuß stehen.

Vorwürfe und schlimme Erinnerungen

Der Torwart würde "seine Wurzeln verleugnen", um Repressalien in Kroatien zu entgehen, sagte beispielsweise Miodrag Linta, der Vorsitzende des serbischen Flüchtlingsverbandes, jüngst der serbischen Boulevardzeitung "Srpski telegraf". Was wie Propaganda klingt, ist auch Propaganda. Für Subašić ist das nichts Neues. Seine serbischen Wurzeln haben ihn schon früher in schlimme Situationen gebracht.

2007 spielte Subašić für seinen Heimatklub NK Zadar und noch nicht für den Edelklub AS Monaco. Gerade einmal 22 Jahre alt war er und wollte seine damalige Freundin Antonija zur Frau nehmen. Bei deren Vater stieß diese Idee jedoch auf wenig Gegenliebe: "Ich werde dich umbringen, wenn du einen Serben heiratest", soll Ante Bozza geschrien haben, bevor er seine Tochter schlug und anschließend verhaftet wurde.

Danijel Subašić

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Die Geschichte von Subašić ist umso trauriger, weil ihm selbst jeglicher nationalistischer Zwist immer fern lag. "Kroatien ist meine Heimat, Zadar ist meine Stadt. Ich bin in einer katholischen Kirche getauft worden", sagte Subašić. Doch die Sache ist kompliziert.

Danijels Vater Jovo Subašić ist kein katholischer Kroate wie Danijel oder dessen Mutter. Sein Vater, erklärt Danijel, sehe sich "als Kroate, ist aber orthodoxen Glaubens". Und das reicht manchmal schon, um in Kroatien als Serbe verschrien zu sein oder von Serben als einer der ihren beansprucht zu werden.

Was wirklich zählt, ist das Andenken an Hrvoje Ćustić

Danijels Identifikation mit seinem Geburtsland ist seit jeher ungebrochen, der Schlussmann liebt Kroatien und Kroatien liebt ihn. Nicht zuletzt wegen seiner Heldentaten in den beiden Elfmeterschießen während der K.o.-Runde der Weltmeisterschaft in Russland, als er gegen Dänemark (3:2 i.E.) und im Viertelfinale gegen den Gastgeber (4:3 i.E.) mit insgesamt vier gehaltenen Strafstößen zum Matchwinner geworden war.

Gegen England will Subašić wieder jubeln - für Kroatien selbstverständlich. Und er wird dann wohl auch wieder das Trikot nach oben ziehen, damit jeder sehen kann, wer ihm wirklich wichtig ist. Hrvoje Ćustić. Sein Freund, für dessen Tod er sich lange verantwortlich fühlte. Und den er seinen "Engel" nennt.

Video - Kroatien schlägt Gastgeber: Nach 20 Jahren wieder in Halbfinale

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