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WM 2018: Argentinien verliert gegen Kroatien und droht Aus in der Vorrunde

Argentinien droht Aus - Messi am Ende? "Niederlage schmerzt sehr"

21/06/2018 um 22:19Aktualisiert 22/06/2018 um 00:36

Argentinien droht bei der WM in Russland das peinliche Aus in der Vorrunde. Nach einem 1:1 gegen Island verloren die Südamerikaner um den enttäuschenden Lionel Messi gegen Kroatien mit 0:3 (0:0) und stehen nach zwei Gruppenspielen mit nur einem Punkt da. Frankfurts Ante Rebic profitierte von Willy Caballeros schlimmem Torwartfehler (53. Minute), Luka Modric (80.) und Ivan Rakitic (90.+1) erhöhten.

So lief das Spiel:

Im Spitzenspiel der Gruppe D erwischte Kroatien gegen Argentinien den besseren Start. In der 5. Minute scheiterte Ivan Perisic frei vor Willy Caballero, der zur Ecke klären konnte. Danach ging es hin und her.

Maximiliano Mezas Schuss wurde in der 13. Minute noch geblockt. Nur kurz später missglückte Marcos Acuna eine Flanke, welche die kroatische Latte streichelte (22. Minute). Nach einem Missverständnis zwischen Danijel Subasic und Dejan Lovren schob Enzo Perez den Ball am leeren Tor vorbei (30.). Direkt im Gegenzug scheiterte Mario Mandzukic nach einer starken Flanke von Sime Vrsaljko völlig frei vor Caballero per Kopf (33.).

Auch in den zweiten Durchgang starteten die Kroaten besser. Nach einem katastrophalen Fehler von Caballero knallte Frankfurts Pokalheld Ante Rebic den Ball ins Tor und brachte die Kroaten in Führung. Die Argentinier wirkten kurz geschockt, drehten dann aber voll auf.

Der eingewechselte Gonzalo Higuain legte auf Perez ab, der aus sieben Metern an Subasic scheiterte, den Abpraller schnappte sich Messi, der ebenfalls vergab, weil Subasic eine starke Fußabwehr zeigte.

Die Argentinier erspielten sich bis zur 80. Minute keine Chance mehr und waren dann gegen Luka Modric zu passiv. Der Star von Real Madrid schoss aus 25 Metern in die rechte Ecke zum 2:0 ein. Danach hatten die Argentinier noch Glück, weil Ivan Rakitic durch einen Freistoß die Latte traf (86.).

In der Nachspielzeit ließ es sich der überragende Rakitic allerdings nicht nehmen und vollendete einen Konter zum 3:0. Kroatien löst damit das Ticket fürs Achtelfinale. Argentinien muss nun ums Weiterkommen zittern, hat theoretisch noch die Chance, muss aber im letzten Spiel gegen Nigeria auf jeden Fall gewinnen.

Die Stimmen:

Jorge Sampaoli (Trainer Argentinien): "'Ich habe nicht das richtige Team für Messi gefunden. Der Schlüssel zur Niederlage waren meine Entscheidungen. Es ist nicht menschlich, Caballero die Schuld zu geben. Ich hatte große Hoffnungen, und diese Niederlage schmerzt sehr. Wir haben nicht das beste Team gefunden, um Messi zu unterstützen. Unser Matchplan ist nicht aufgegangen. Dieses Spiel sollte uns Auftrieb geben, aber das hat es nicht. Das erste Tor hat uns hart getroffen. Wir wollten dann das Spiel drehen, aber das hat nicht funktioniert."

Zlatko Dalic (Trainer Kroatien): "Der Torwartfehler hat uns den weiteren Weg geöffnet, aber das Tor war verdient, da das nicht unsere erste Chance, sondern unsere vierte war. Drei Chancen hatten wir in der ersten Halbzeit, die von Mario Mandzukic war schwerer zu vergeben als zu verwerten. Wir haben alles verdient, was wir aus diesem Spiel mitgenommen haben."

Luka Modric (Kroatien): "Es war ein toller Abend für uns. Wir sind in der nächsten Runde, das war unser erstes Ziel bei dieser Weltmeisterschaft. Es war ein perfektes Match von Beginn an, das können wir jetzt genießen. Wir haben Argentinien nicht viel Raum gegeben, aber wir haben die Pässe zu Messi geblockt. Der Torhüter hat uns natürlich geholfen, aber wir haben es verdient zu gewinnen."

Das fiel auf: Higuain, Dybala und Di Maria auf der Bank

Messi soll Aguero anstatt Higuain bevorzugen. Paulo Dybala sei Messi zu ähnlich, und Angel Di Maria überzeugte im ersten Spiel gegen Island nicht. Damit saßen zu Beginn der Partie drei absolute Topstars auf der Bank. Trainer Jorge Sampaoli nahm dadurch schlechte Laune in Kauf - und am Ende auch ein schlechtes Ergebnis

Der Tweet zum Spiel:

Die Partie war von vielen Unterbrechungen gekennzeichnet. Immer wieder lagen Spieler auf dem Boden, das fiel auch im Netz auf. Am Ende war Kroatien mit 22 Fouls um einiges unfairer im Vergleich zu den Argentiniern (12). Letztere sahen drei Gelbe Karten, die Kroaten vier - ein umkämpftes Spiel.

Die Statistik: 675

Für Messi läuft es bei der WM und in der Nationalmannschaft einfach nicht! Sein letzter Treffer bei einer Weltmeisterschaft ist nun 675 Minuten her. Der fünfmalige Weltmeister traf zuletzt 2014 bei der WM im letzten Gruppenspiel gegen Nigeria.

Match-Highlights bei YouTube:

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