WM 2018 in Russland - Edinson Cavani schießt Ronaldo raus: Uruguay marschiert ins Viertelfinale

Uruguay hat sich im Achtelfinale gegen Portugal mit 2:1 (1:0) durchgesetzt und steht im Viertelfinale der WM. Edinson Cavani hatte die "Celeste" in Führung gebracht (7.), nach dem Seitenwechsel glich Pepe für Portugal aus (55.). Den Endstand besorgte dann wieder Cavani per Traumtor (62.). In der Runde der letzten Acht trifft Uruguay nun auf Frankreich, dass Argentinien ausgeschaltet hatte.

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So lief das Spiel:

Bereits nach sieben Minuten zappelte es erstmals: Luis Suárez sah Edinson Cavani rechts im Strafraum in eine aussichtsreiche Position laufen und beförderte den Ball vom linken Strafraumrand wunderbar scharf an die Fünfergrenze, wo Cavani per Kopf zum 1:0 ins rechte obere Eck wuchtete.
Nach dem frühen Führungstreffer fokussierten sich "La Celeste" auf die Defensivarbeit und lauerte auf Konter. Das kongeniale Sturmduo, bestehend aus Cavani und Suárez, war fast überall zu finden und agierte bei gegnerischem Ballbesitz relativ häufig unterstützend in der eigenen Hälfte. Der amtierende Europameister hatte zwar im ersten Durchgang deutlich mehr Aktionen (64 Prozent Ballbesitz, 8:4 Torschüsse pro Portugal), jedoch schaffte er es zu selten, sich in die Gefahrenzone zu kombinieren, weswegen gegen das südamerikanische Defensiv-Bollwerk oft schon vor dem Strafraum Schluss war.
Gleiches Bild nach dem Seitenwechsel: Aktive Portugiesen, die meist nur aus der Ferne zum Abschluss kamen, da sie es meist nicht schafften, im vorderen Drittel an den tief stehenden Südamerikanern vorbeizukommen. Bezeichnenderweise fiel das zwischenzeitliche 1:1 nach einem ruhenden Ball: Eine Ecke von links wurde kurz ausgeführt. Raphaël Guerreiro flankte gefühlvoll nach innen, wo José María Giménez und Diego Godín sich auf die Bewachung von Cristiano Ronaldo fokussierten, sodass Pepe aus sechs Metern unbedrängt einnickte (55.). Anschließend erhöhte die Mannschaft von Trainer Óscar Tabárez ihre Offensivbemühungen und ging sieben Minuten nach dem Ausgleich wieder in Führung. Rodrigo Bentancur machte zentral vor der Box einige Schritte mit dem Ball und schob nach halblinks zu Cavani, der von der Sechzehnergrenze halbhoch zum 2:1 ins lange Eck schlenzte.
Danach zog sich der Tabellenerste der Gruppe A wieder zurück und ließ defensiv kaum etwas zu. Die effizientere Mannschaft setzte sich vor allem wegen der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss sowie der tollen kollektiven Defensivarbeit durch.
Zwar kassierte die uruguayische Nationalmannschaft ihren ersten Gegentreffer im Kalenderjahr, doch das kann sie sicherlich durch den Viertelfinaleinzug verkraften. In der Runde der letzten Acht geht es gegen Frankreich. Nach Lionel Messi schied mit Ronaldo innerhalb von wenigen Stunden auch der zweite fünfmalige Weltfußballer aus.

Die Stimmen:

Fernando Santos (Trainer Portugal): "Wichtige Worte an die portugiesischen Menschen: Wir sind sehr traurig, dass wir es nicht geschafft haben und deswegen herrscht Traurigkeit in der Umkleidekabine - und auch bei mir selbst herrscht Traurigkeit. Wir haben das Spiel nicht gewonnen - ich meine, es gibt keine moralischen Siege im Fußball."
Óscar Tabárez (Trainer Uruguay): "Ich denke, dass unverwechselbare Merkmal war das Engagement, das alle Spieler gezeigt haben und auf dem Platz umgesetzt haben. Und das ist ein Teil des Fußballs - es ist ein Teil davon, wie wir Fußball sehen. Es war schwierig, der Gegner hatte mehr Ballbesitz und war sehr oft in unserer Hälfte - etwas, was wir nicht erreicht haben."
José María Giménez (Uruguay): "Man versucht es so gut wie möglich zu machen - für die Mannschaft einzustehen auf dem Platz und naja, wir mussten uns maximal konzentrieren, also so konzentriert haben wir selten gespielt und deswegen haben wir dann auch gewonnen."
Ricardo Pereira (Portugal): "Ich glaube schon, dass wir letztlich dann unsere Möglichkeiten hatten, dass wir ganz gut gespielt haben, dass wir uns dummerweise gleich schon in der siebten Minute ein Tor gefangen haben und dann natürlich noch in der 62. Minute."

Der Tweet zum Spiel:

Für die Einstellung des Rekords bleibt dem uruguayischen Duo noch mindestens ein Spiel.

Das fiel auf: Déjà-vu? Von wegen!

Uruguay musste erst zum zweiten Mal in der WM-Geschichte im Achtelfinale gegen ein europäisches Team ran. Damals (1990 - 0:2 gegen Gastgeber Italien) wie heute bekleidete Óscar Tabárez das Traineramt der Südamerikaner. Im Gegensatz zum Turnier vor 28 Jahren erreichte er diesmal die nächste Runde.

Die Statistik: 38

Bestwert eingestellt: Keiner stand bei Welt- und Europameisterschaften so oft auf dem Platz wie Ronaldo und Bastian Schweinsteiger (je 38 Einsätze).
Die Match-Highlights bei YouTube:
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