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WM 2018: Kroatien gewinnt dank Eigentor und Elfmeter gegen Nigeria

Biedere Kroaten schlagen Nigeria: "Es wird nicht leichter"

16/06/2018 um 22:50Aktualisiert 16/06/2018 um 23:22

Kroatien hat sein Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft in Russland souverän, aber glanzlos gewonnen. Gegen das vom deutschen Trainer Gernot Rohr betreute Nigeria setzten sich die Kroaten mit 2:0 (1:0) durch. Ein Eigentor durch Oghenekaro Etebo nach Kopfball des Ex-Bundesligaspielers Mario Mandzukic (32. Minute) und Real-Madrid-Star Luka Modric per Foulelfmeter (71.) stellten den Sieg sicher.

So lief das Spiel:

Die ersten Minuten im Spiel zwischen Geheimfavorit Kroatien und Nigeria waren nervös und etwas zerfahren. Viele kleine Fouls, vor allem von kroatischer Seite, ließen so recht keinen Spielfluss aufkommen. Den ersten Abschluss gab es deshalb auch erst in der 14. Minute, als Ivan Perisic nach Ablage von Mario Mandzukic kurz vor der Strafraumkante abzog, aber dabei etwas zu hoch zielte.

Kurz darauf kam auch Andrej Kramaric noch zu einem Abschluss, doch für lange Minuten sollte es das gewesen sein, denn sowohl Luka Modric als auch Ivan Raktic waren noch nicht voll im Spiel. Modric war es trotzdem, der mit der ersten gefährlichen Ecke in der 32. Minute das 1:0 einleite. Oghenekaro Etebo, in der ersten Halbzeit bester Nigerianer, lenkte den Ball mit der Hacke unglücklich ins eigene Netz.

Aus dem Spiel heraus ging auch nach dem Treffer auf beiden Seiten nur sehr wenig. Erst kurz vor der Pause wurde es durch einen Schuss durch Alex Iwobi nach einer Ecke nochmal gefährlich, doch das Geschoss wurde abgeblockt, weshalb Kroatien mit einer verdienten Führung in die Pause ging, weil die Südosteuropäer das bestimmende Team waren.

Wie ausgewechselt kamen die Nigerianer allerdings nach Wiederanpfiff aus der Kabine. Plötzlich flügelorientiert, waren die in der Abwehr mit wenig Tempo aufgestellten Kroaten teilweise überfordert. Die vielen Ecken, die aus den Vorstößen heraus resultierten, brachten keinen Erfolg.

Und so waren es die Kroaten, die dann etwas aufs Tempo drückten, insgesamt aber doch sehr bieder wirkten. Aus dem Spiel heraus ging nichts, das Kombinationsspiel war doch sehr verhalten. Und so entstand auch der Elfmeter in der 71. Minute, den Modric zum 2:0 verwandelte, aus einer Ecke.

Danach verloren die Nigerianer die Ordnung und auch die Ruhe, die die afrikanische Abwehr bis dahin ausgezeichnet hatte. Mit der Disziplin über Bord geworfen, waren es die Kroaten in den letzten 15 Minuten, die zu mehreren Chancen kamen, jedoch nichts weiter für das Torverhältnis tun konnten.

Nach dem 1:1 von Argentinien gegen Island reicht der Sieg trotzdem für die Führung in der Gruppe. Die Stellung als Geheimfavorit konnten die Südosteuropäer noch nicht bestätigen.

Die Stimmen:

Luka Modric (Kroatien): "Es war ein schweres Spiel, aber das haben wir erwartet. Trotzdem haben wir gewonnen, das war wichtig, denn das gibt uns natürlich Selbstvertrauen. Es wird jetzt nicht leichter, auch die anderen Spiele werden eng."

Gernot Rohr (Trainer Nigeria): "Es war eine schwierige Aufgabe. Die zweite Halbzeit war zunächst sehr gut für uns, aber der Elfmeter hat uns den Elan genommen. Wir haben danach versucht, zurück ins Spiel zu kommen, aber Kroatien war die bessere Mannschaft. Ich bin nicht unzufrieden mit der Leistung, aber ein paar Details müssen noch verbessert werden. Gegen Island wird es auch schwer, vielleicht gibt es ein paar Änderungen."

Das fiel auf: Wechsel bringt mehr Schwung

Mit der Einwechslung von Marcelo Brozovic für Kramaric kam wenigstens etwas Schwung ins Spiel der Kroaten. Das lag daran, dass Modric dadurch hinter die Spitzen wechselte und nicht weiter auf einer Höhe mit Rakitic agierte, was dem Spiel mehr Tiefe gab.

Der Tweet des Spiels:

Viel mehr war es in Halbzeit eins nicht, was Nigeria anbot.

Die Statistik: 1 von 13

Nur eines der letzten 13 WM-Spiele hat Nigeria - inklusive diesem - gewinnen können. Das war vor vier Jahren ein 1:0 in der Gruppenphase gegen Bosnien-Herzogowina.

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