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Unglücksrabe Bouhaddouz weint nach Eigentor

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Aziz Bouhaddouz

Fotocredit: Getty Images

VonSID
15/06/2018 Am 17:58 | Update 15/06/2018 Am 20:17

Aziz Bouhaddouz war der einsamste Mann im riesigen Stadion von St. Petersburg. Der Stürmer des Zweitligisten FC St. Pauli, für den mit der WM-Nominierung ein Traum in Erfüllung gegangen war, sank nach seinem späten Eigentor bei Marokkos 0:1 (0:0) gegen den Iran zu Boden. Die Tränen schossen ihm in die Augen. In der fünften Minute der Nachspielzeit entschied Bouhaddouz die Partie.

Einen Sieger hatte das Spiel eigentlich nicht verdient.

Während Bouhaddouz weinte, feierte der Iran. Bei seiner fünften Endrundenteilnahme schöpft das "Team Melli" Hoffnung auf das erste Achtelfinale seiner WM-Geschichte - auch wenn noch die großen Favoriten Spanien und Portugal warten. Der Sieg gegen Marokko war erst der zweite überhaupt für das fußballbegeisterte Land vom Persischen Golf nach dem 2:1 gegen die USA am 21. Juni 1998.

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Marokko enttäuschte dagegen beim WM-Comeback nach 20 Jahren auf ganzer Linie.

"Der Ball ist mir über den Kopf gerutscht", sagte Bouhaddouz der "ARD" zur entscheidenden Szene: "Ich hatte nicht damit gerechnet. Leider bin ich heute der Pechvogel. Ich kann mich nur bei den marokkanischen Fans entschuldigen für das heutige Spiel."

Und:

Am Ende war's für mich ein Alptraum.

Die Nordafrikaner hatten in der Qualifikation kein einziges Gegentor kassiert und sich mit ihren in Europa ausgebildeten Jungstars und dem erfahrenen Kapitän Mehdi Benatia gute Chancen ausgerechnet. Nach einer ordentlichen Anfangsphase rückten der Sieg und damit die Aussicht auf das Achtelfinale jedoch von Minute zu Minute in weitere Ferne. Auch Amine Harit von Schalke 04 konnte vor den 62.548 Zuschauern kaum Akzente setzen.

Iran noch ungefährlicher

Der Iran war über weite Strecken der Partie jedoch noch ungefährlicher. In der zweiten Halbzeit gaben sie nicht einen Schuss aufs Tor ab - und gewannen doch. Nervös und sichtlich beeindruckt von den lautstarken Fans der Marokkaner hatten sie anfangs fast jeden Ball beinahe freiwillig abgegeben. Marokkos Trainer Herve Renard freute sich am Feldrand über den Schwung seiner Elf, ärgerte sich aber über die schwachen Abschlüsse.

Die größte Chance der Marokkaner besaß der ehemalige Münchner Benatia (19.). Die Iraner atmeten durch, befreiten sich tatsächlich vom Dauerdruck ihrer Gegner und wurden sogar selbst gefährlich. Stürmer Sardar Azmoun hatte die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch kurz vor der Pause (43.) ebenso am starken Torwart Monir El Kajoui wie Alireza Jahanbakhsh im Nachschuss.

Problem mit Sponsor Nike

Für Aufregung im iranischen Quartier in Moskau hatte Ausrüster Nike gesorgt, der wegen politischer Sanktionen kurzfristig die Lieferung der Schuhe stoppte. Auch die Fans in der Heimat hatten sich den WM-Auftakt anders vorgestellt. Das angekündigte Public Viewing im Azadi-Stadion von Teheran wurde offenbar ohne Angaben von Gründen untersagt, nachdem die Betreiber angekündigt hatten, auch Familien den Eintritt zu gewähren. Frauen ist es in dem konservativen muslimischen Land nicht erlaubt, ins Stadion zu gehen.

Auf dem Rasen dominierte nach der Pause der Kampf, allerdings nie derart unübersichtlich, dass das deutsche Trio Felix Zwayer (Berlin), Bastian Dankert (Rostock) und Mark Borsch (Mönchengladbach) im Moskauer Video-Studio zum Einsatz kommen musste.

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