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FLYERALARM Frauen-Bundesliga | FC Bayern München: Melanie Leupolz über Rituale
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Publiziert 05/12/2019 um 10:49 GMT+1 Uhr
Melanie Leupolz vom FC Bayern München äußert sich vor dem Duell mit dem SC Freiburg in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga im Exklusiv-Interview mit Eurosport über den Gegner und blickt auf die Hinrunde zurück. Außerdem spricht die 25-Jährige über Kabinen-Rituale und die Wintervorbereitung der Bayern. Leupolz verrät zudem, wen sie neben Megan Rapinoe noch als Ballon-d'Or-Kandidatin gesehen hat.
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Fotocredit: Eurosport
Das Interview führte Marian Kern
Frau Leupolz, die Hinrunde der FLYERALARM Frauen-Bundesliga ist in den Büchern. Wie bewerten Sie die ersten elf Saisonspiele?
Leupolz: Grundsätzlich sind wir mit dem Großteil der Spiele zufrieden. Über weite Strecken haben wir gute Ergebnisse geliefert, gegen Hoffenheim und Leverkusen allerdings auch zwei Mal gepatzt. Diese Niederlagen müssen wir uns selber zuschreiben, wenngleich die TSG eine überragende Hinrunde gespielt hat.
Sie stehen momentan auf dem dritten Tabellenplatz. Hat sich an der im Sommer ausgegebenen Zielsetzung etwas verändert?
Leupolz: Mit den zwei Saisonniederlagen haben sich auch unsere Ziele verschoben. Die größte Priorität hat jetzt die Qualifikation für die Champions League und damit das Erreichen des zweiten Tabellenplatzes. Sollte Wolfsburg in der Rückrunde schwächeln, wäre das natürlich nach unserem Geschmack. Vom Titeltraum sind wir allerdings zunächst etwas abgerückt.
Am kommenden Freitag treffen Sie auf den SC Freiburg. Wie wollen Sie auftreten, um möglichst die dritte Saisonniederlage zu vermeiden?
Leupolz: Momentan haben wir einen guten Lauf, den wir gegen Freiburg bestätigen wollen. Der Heimvorteil ist bereits auf unserer Seite. Wenn wir darüber hinaus unsere Leistungsstärke abrufen, gewinnen wir auch dieses Spiel. Unser Ziel muss ein klarer Sieg sein, um weiter an Wolfsburg und Hoffenheim dranzubleiben.
Freiburg ist das Ex-Team des jetzigen Bayern-Trainers Jens Scheuer. Merkt man dem Chefcoach in der Vorbereitung an, dass es für ihn ein besonderes Spiel wird?
Leupolz: Der Trainer bereitet uns auf jeden Gegner in der gleichen Art und Weise vor. Dabei ist es vollkommen egal, ob die Mannschaft in der unteren oder oberen Tabellenhälfte zu finden ist. Da werden überhaupt keine Unterscheide gemacht. Besondere Trainingsformen werde ich hier jetzt aber nicht verraten (lacht).
Nehmen Sie uns einmal mit in die Bayern-Kabine. Wie sieht die Spieltagsroutine vor einem Spiel aus?
Leupolz: In der Mannschaft haben wir an Spieltagen festgelegte Abläufe. Die Rollen sind dabei auch klar an verschiedene Spielerinnen verteilt. Eine Spielerin ist beispielsweise für die Musik zuständig, weitere für die Bälle oder Leibchen verantwortlich. Persönlich habe ich keine wirklichen Rituale vor einer Partie. Früher war das anders, das habe ich allerdings abgelegt.
Stecken da einschneidende Niederlagen dahinter?
Leupolz: Nein, überhaupt nicht. Sofern einer meiner Glücksbringer früher nicht an seinem üblichen Platz war, ging ich direkt mit einem schlechteren Gefühl auf den Platz. Natürlich können sich Routinen oder Glücksbringer positiv auf die Leistung auswirken, allerdings genau so schnell ins Negative ausschlagen. Das wollte ich nicht mehr zulassen und habe diese Verhaltensweisen irgendwann abgelegt.
Zwischen dem 13. und 14. Spieltag macht die Liga eine knapp zweimonatige Pause. Wie bereiten Sie sich in dieser Zeit auf die Meisterschaftsspiele in 2020 vor?
Leupolz: Unsere Vorbereitung beginnt bereits nach dem Freiburg-Spiel mit einem Laktattest, um die Werte der aktuellen Fitnesszustände zu sichten. Ab dem 7. Januar 2020 werden wir uns bis zum 16. Februar sowohl am FC Bayern Campus als auch im Trainingslager auf die verbleibenden Spiele vorbereiten.
Anfang der Woche wurde in Paris der diesjährige Ballon d’Or vergeben. Bei den Frauen gewann die US-Amerikanerin Megan Rapinoe. Halten Sie Rapinoe für die würdige Preisträgerin?
Leupolz: Megan Rapinoe ist eine Spielerin, die sehr polarisiert. Fußballerisch ist sie allerdings eine würdige Weltfußballerin, die gerade in diesem Jahr eine super WM gespielt hat. Ich denke, man hätte auch andere Spielerinnen nominieren können, aber die Auszeichnung ist auf keinen Fall unverdient.
Wen hatten Sie denn noch auf dem Zettel?
Leupolz: Für mich hat die Engländerin Lucy Bronze ein super Jahr gespielt oder eine Vivianne Miedema, die in diesem Jahr so unglaublich viele Tore geschossen hat. Es hätten sicherlich mehrere den Preis verdient gehabt.
Derzeit studieren Sie im Master Wirtschaftspsychologie. Wie weit haben Sie Ihre berufliche Laufbahn nach Ihrer Fußballerkarriere schon vorgeplant?
Leupolz: Nach meiner aktiven Karriere möchte ich gerne im Bereich Sportmarketing arbeiten. Mithilfe der psychologischen Herangehensweise, bekomme ich jetzt auch einen komplett anderen Blickwinkel auf den Tätigkeitsbereich. Für mich kristallisieren sich dadurch sehr spannende Arbeitsfelder heraus. Momentan geht es eher darum, Kontakte in der Branche zu knüpfen, sodass man nahtlos einsteigen kann.
TIPP: Das Bundesliga-Spiel FC Bayern München - SC Freiburg am Freitag (6. Dezember) ab 19:15 Uhr live im TV bei Eurosport 1 und im Eurosport Player!
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