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EM 2022: Deutschland ringt starke Österreicherinnen nieder - und steht im Halbfinale
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Publiziert 21/07/2022 um 22:54 GMT+2 Uhr
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Europameisterschaft. Die Mannschaft von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg bezwang in Brentford die starke Auswahl Österreichs 2:0 (1:0). Lina Magull vom FC Bayern besorgte die Führung (25.), kurz vor Schluss brachte Alexandra Popp nach einem kapitalen Fehler von Österreichs Keeperin Manuela Zinsberger die Entscheidung (89.).
Deutschland - Österreich
Fotocredit: Getty Images
Im Duell der beiden besten Defensivreihen des bisherigen Turniers zwischen Österreich (ein Gegentor) und Deutschland (null Gegentore) erwischte das Team von Trainerin Irene Fuhrmann den besseren Start in die Partie: Nach einem Ballverlust im deutschen Spielaufbau hatte Julia Hickelsberger-Füller die Führung für Österreich auf dem Fuß, konnte trotz freier Schussbahn und reichlich Zeit den Ball aber nur genau in die Arme von Merle Frohms schießen (9.).
Nur vier Minuten später war es dann noch knapper: Eine Ecke von der linken Seite segelte in den deutschen Strafraum, wo Innenverteidigerin Marina Georgieva am höchsten stieg und mit ihrem Kopfball den linken Pfosten traf (13.). Die 25-Jährige war die Akteurin der ersten Minuten: Vorne gefährlich, in der Defensive immer wieder zur Stelle mit wichtigen Klärungsaktionen.
Erst nach 20 Minuten fand die DFB-Auswahl gegen die aggressiv-agierenden Österreicherinnen besser ins Spiel – und belohnte sich prompt. Wie schon in den ersten Gruppenspielen zwang Deutschland den Gegner zu Fehlern im Spielaufbau : Alexandra Popp lief Torfrau Manuela Zinsberger an, die daraufhin unter Druck einen ungenauen Ball schlug, der daraufhin zum Boomerang wurde.
Auf der rechten Abwehrseite ließ sich Carina Wenninger dann auch noch den Ball von Klara Bühl abnehmen, woraufhin die 21-Jährige zum Tor zog und im richtigen Moment auf Lina Magull ablegte. Die 1,66m-kleine Mittelfeldspielerin platzierte ihren Schuss trocken zur Führung im unteren rechten Eck (25.).
Deutschland wackelt - Österreich im Alu-Pech
Kurz vor der Pause hätte Deutschland dann sogar noch auf 2:0 erhöhen können. Nach einem öffnenden Pass aus dem Mittelfeld brach Svenja Huth auf dem rechten Flügel durch, zögerte dann aber zu lange und scheiterte aus spitzem Winkel an Zinsberger. Ein Abspiel wäre wohl die bessere Option gewesen. So ging es mit einem 1:0 für Deutschland in die Kabinen.
Wer dachte, dass die deutsche Elf im zweiten Durchgang auf Kontrolle aus war, sah sich schnell getäuscht: Es überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Giulia Gwinn 16 Sekunden nach Wiederanpfiff den linken Pfosten des österreichischen Kastens mit einem trockenen Linksschuss (46.), dann verzeichnete der Gegner die Alu-Treffer zwei und drei.
Nach einem verunglückten Abschlag von DFB-Keeperin Frohms versuchte Barbara Dunst mit einer Bogenlampe aus 30 Metern zum Erfolg zu kommen und scheiterte an dem Querbalken (53.). Nur vier Minuten später klatschte ein satter Linksschuss von Sarah Puntigam – nach einer Ecke – an den linken Pfosten des deutschen Tores (57.).
Popp macht alles klar: Deutschland steht im Halbfinale
Besonders in dieser Phase geriet die deutsche Elf ins Schwimmen, überstand diese Druckphase aber tatsächlich unbeschadet. In den letzten 15 Spielminuten der Partie verpassten Lena Oberdorf (78.) und Bühl die Vorentscheidung. Letztere traf mit einem satten Rechtsschuss aus knapp 19 Metern nur den Querbalken (79.). Sie war es auch, die vier Minuten später – nach Ablage von Popp – den Ball aus wenigen Metern am leeren Tor vorbei schob und so einen der Fehlschüsse der EM fabrizierte (83.).
Den Fehlschuss konnte die DFB-Auswahl jedoch verschmerzen, da Alexandra Popp in der 90. Minute, durch ihr viertes Tor im vierten Spiel, den Halbfinal-Einzug klar machte. ÖFB-Torfrau Zinsberger hatte zu lange gezögert und die heranstürmende Popp angeschossen, von wo aus der Ball zum 2:0 im Tor landete. Dies war gleichzeitig der Endstand und gleichbedeutend mit dem Halbfinal-Einzug.
Die Stimmen zum Spiel:
Martina Voss-Teckelenburg (Trainerin Deutschland): „Wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt. Großes Kompliment an Österreich, sie haben uns alles abverlangt. Wir waren heute leider nicht ganz so mutig im Spielaufbau. Wir haben aber immer wieder versucht, sie über die Flügel zu kriegen. Im zweiten Durchgang haben wir taktisch umgestellt und es besser gemacht. Insgesamt ein großartiges Spiel. Vor allem bei den Standards der Österreicher wollten wir klüger agieren, trotzdem denke ich, dass wir heute der verdiente Sieger sind. Normalerweise lobe ich keine einzelnen Spielerinnen, aber was Lena Oberdorf in ihrem Alter heute gespielt hat, war phänomenal.“
Irene Fuhrmann (Trainerin Österreich): „Es ist ein bitterer Moment, dennoch können wir stolz auf uns sein. Wir haben wieder toll performt, haben Deutschland alles abverlangt aber der Ball wollte einfach nicht rein. Wir müssen die positiven Momente mitnehmen. (…) In der ersten Halbzeit waren wir echt gut im Spiel und machen einen Fehler den Deutschland direkt ausnutzt - deswegen stehen sie so weit oben in der Weltrangliste.“
Der Tweet zum Spiel:
Nach ihrem Fehlschuss in der 83. Minute muss Klara Bühl nach Ansicht der Video-Bilder auf der Bank selber die Hand vors Gesicht schlagen. Am Ende wog die vergebene Chance jedoch zum Glück nicht sonderlich schwer.
Das fiel auf: Deutschland provoziert spielentscheidende Fehler
Wie schon in den ersten Partien des Turniers verhalf eine gnadenlose Effizienz dem deutschen Team in einer schwierigen Phase gegen aggressive Österreicherinnen zur Führung – der erste Schuss war direkt drin. Auch am heutigen Abend presste Deutschland früh und provozierte – wie schon u.a. gegen Spanien – immer wieder Fehler des Gegners. Zwei Mal führten solche Fehler zu Toren Allerdings war auch heute das deutsche Spiel keineswegs fehlerfrei: Zu viele ungenaue Pässe führten immer wieder zu Ballverlusten im Mittelfeld.
Die Statistik: 5
Insgesamt fünf Mal klatschte das Leder im heutigen Halbfinale ans Torgestänge. Während Bühl und Gwinn für Deutschland am Aluminium scheiterten, trafen Georgieva, Dunst und Puntigam auf Seiten Österreichs nur die Umrandung des deutschen Gehäuses.
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