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EM 2022: England beendet durch Finalsieg gegen Deutschland historische Durststrecke - selbst die Queen verneigt sich
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Publiziert 01/08/2022 um 13:08 GMT+2 Uhr
England, das Mutterland des Fußballs, hat wieder einen Titel gewonnen. Die Lionesses bezwangen Deutschland in einem packenden Finale in Wembley 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung und beendeten damit ihre historische Durststrecke von 56 titellosen Jahren. Sowohl die sonst so kritische englische Presse als auch die Queen höchstpersönlich verneigten sich im Anschluss vor ihren EM-Heldinnen.
Party-Time! England-Fans gehen nach EM-Sieg steil
Quelle: SID
Auch die Queen war amused. Während England das erlösende Ende der "56 years of hurt", dieser schmerzhaften 56 Jahren ohne Titel feierte, da verneigte sich Elisabeth II. aus Schloss Balmoral verbal vor ihren Untertaninnen.
Der Erfolg der "Löwinnen" gehe "weit über die Trophäe hinaus, die sie so verdientermaßen gewonnen haben", betonte die "Lioness-in-chief" ("Telegraph"), "sie sind eine Inspiration für Mädchen und Frauen heute, und für künftige Generationen".
Die englischen Medien überschlugen sich derweil vor Begeisterung über den ersten Titel des Mutterlands des Fußballs seit dem Finalsieg der Männer gegen Deutschland bei der WM 1966.
"SHE are the Champions", dichtete der "Mirror" mit zwei Buchstaben die Jubelarie der Rockgruppe Queen um, ansonsten war auf den vielen Sonderseiten immer wieder zu lesen: Ein historischer Sieg, das Warten hat ein Ende, und ja, England hat im Finale Deutschland besiegt, den achtmaligen Europameister, die "Titanen".
Wiegman: Die Mutter des Erfolgs
Im Überschwang der Emotionen geschah sogar etwas völlig Unerhörtes: Bei der Ehrung der neuen Heldinnen fiel die englische Kapitänin Leah Williamson dem zuvor ziemlich ausgelassen jubelnden Prinz William um den Hals - der aber darf, weil künftiger König, tatsächlich gar nicht angefasst werden.
Dem eher volksnahen Thronfolger, der immerhin auch Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA ist, schien das königliche Protokoll allerdings egal zu sein. Es wirkte, als genieße er die Umarmung.
All dies wäre vielleicht nicht möglich gewesen ohne Sarina Wiegman, vollständiger Name Sarina Petronella Wiegman-Glotzbach. Die Niederländerin hatte 2017 schon ihr Heimatland zum EM-Titel geführt, mit ihr kauften die Engländer eine Art Erlöserin ein. Auch für die 52 Jahre alte Trainerin hat der Sieg eine übergeordnete Bedeutung: "Die Welt wird sich verändern, wir wissen das", sagte sie, "wir verändern die Gesellschaft, das ist, was wir wollen, und das geht über den Fußball hinaus."
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England-Trainerin Sarina Wiegman
Fotocredit: Imago
Lionesses als Vorbild für das Southgate-Team
Ein klein wenig wurden nebenbei die "Three Lions", also die englischen Männer bespöttelt, denen es im vergangenen Jahr im EM-Finale gegen Italien nicht gelungen war, die damals "55 years of hurt" zu beenden.
Nun aber ist der "tiefste Schmerz der englischen Sportpsyche beseitigt", schrieb der "Telegraph" - "und wer weiß", orakelte umgehend der "Daily Express", "vielleicht inspiriert der Triumph der Löwinnen sogar die englische Mannschaft von Southgate bei der Weltmeisterschaft in Katar im November".
Bis dahin werden sie in Deutschland auch eine dieser Europameisterinnen begrüßt haben. Georgia Stanway, die im Viertelfinale gegen Spanien mit ihrem Siegtreffer zum 2:1 den "Stanway to Heaven" geebnet hatte, spielt künftig für den FC Bayern. Nach dem Finale stand die 23-Jährige mit zwei ungeöffneten Bierdosen auf dem Rasen herum - in München werden sie ihr wohl erst mal beibringen, dass das "Manna" bevorzugt aus Maßkrügen getrunken wird.
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(SID)
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