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EM 2022: Englische Nationalspielerinnen gegen weiße Hosen - Wimbledon-Spielerinnen beklagen sich auch
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Publiziert 08/07/2022 um 15:41 GMT+2 Uhr
Spielerinnen der englischen Frauen-Nationalmannschaft haben sich nach dem 1:0-Auftakt-Sieg bei der Europameisterschaft über Österreich gegen die weißen Trikothosen ihres Outfits ausgesprochen. "Es ist sehr schön, ganz in Weiß aufzulaufen. Aber in einer Phase des Monats ist es für uns Frauen unpraktisch", sagte Beth Mead, die das entscheidende Tor im Eröffnungsspiel besorgte.
Georgia Stanway
Fotocredit: Getty Images
Mead spielt damit auf die Menstruation an. Bei weißen Hosen sind etwaige kleinere Blutflecken leichter erkennbar als beispielsweise bei dunkelblauen oder schwarzen.
Die zukünftige Stürmerin des FC Bayern, Georgia Stanway, erklärte das Problem etwas genauer: "Wenn du auf dem Platz bist, kümmerst du dich nur noch um das Spiel und bemerkst nichts anderes." Das könne in der Folge zu verletzenden Fotos führen.
Innerhalb des Teams ist das Thema so präsent, dass darüber in einer Mannschaftssitzung diskutiert wurde. "Wir haben das alle miteinander besprochen und die Sorge an unseren Ausrüster Nike weitergeleitet", sagte Mead.
Angreiferin Stanway äußerte die Befürchtung, dass die Damen die weißen Hosen während des Turniers weiter tragen müssen. "Vielleicht gibt es nächstes Jahr einen Farbwechsel", spekulierte sie.
Tennisspielerinnen beklagen Probleme in Wimbledon
Auch im Rahmen des diesjährigen Wimbledon-Turniers im Tennis äußerten sich einige Spielerinnen kritisch gegenüber der vorgeschriebenen weißen Kleidung beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt.
"Als ich kürzlich in Wimbledon angetreten bin, habe ich mit meiner Freundin gesprochen und gesagt, dass ich den Look ganz in Weiß liebe, aber dann sagten ein paar Mädchen, dass sie ihn hassen, weil es unangenehm ist, während der Periode komplett weiß zu tragen", sagte zum Beispiel die Spielerin Daria Saville gegenüber "The Daily Aus".
"Es stimmt, ich selbst musste meine Periode in Wimbledon ausfallen lassen, weil ich mir keine Sorgen ums Durchbluten machen wollte. Stress haben wir schon genug", verriet die Australierin außerdem.
Die zurückgetretene Olympia-Siegerin von 2016, Monica Puig, stimmte Saville zu. "Definitiv etwas, was Sportlerinnen beeinflusst! Endlich wird die Aufmerksamkeit aller darauf gelenkt! Ganz zu schweigen von dem mentalen Stress, in Wimbledon ganz in weiß gekleidet zu sein und zu beten, dass man in diesen zwei Wochen keine Periode bekommt", schrieb die 28-Jährige bei Twitter.
Leistung durch Periode beeinflusst
Die Britin Heather Watson erzählte ebenfalls, dass sie ihre Periode während des Turniers in London medikamentös ausfallen ließ.
Watsons Landsfrau, Alicia Barnett, sprach ebenso offen darüber, dass sie in der während des Qualifikationsturniers für Wimbledon ihre Periode hatte. "Während des Qualifyings hatte ich meine Tage und am Anfang war es wirklich heftig, deswegen war ich etwas gestresst", sagte sie.
"Definitiv. Dein Körper fühlt sich lockerer an, deine Sehnen lockern sich, manchmal fühlst du dich viel müder. Manchmal fühlt sich deine Koordination wirklich schlecht an, ich persönlich fühle ich mich wirklich niedergeschlagen und es ist schwer, sich zu motivieren", antwortete sie zudem auf die Frage, ob Ihre Leistung dadurch beeinflusst wurde.
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