EM 2022: Lina Magull fordert Mindestlohn für Fußballerinnen - Spanien soll Deutschland als Vorbild dienen

Nationalspielerin Lina Magull wünscht sich eine bessere Bezahlung. "Wir Fußballerinnen sollten ab der 2. Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss", sagte die 27-Jährige der "Bild". "Da sprechen wir von einem Mindestgehalt von 2000, 3000 Euro im Monat. So kannst du die Entwicklung im Frauenfußball nachhaltig voranbringen."

Lina Magull spricht sich für einen Mindestlohn aus

Fotocredit: Getty Images

Magull blickt neidvoll nach Spanien. Die Gegnerinnen der deutschen Nationalelf im zweiten EM-Gruppenspiel am Dienstag (21.00 Uhr/ARD und DAZN) haben längst erstritten, wofür Magull und ihre Kolleginnen hierzulande vergeblich kämpfen: Mehr Geld - und zwar für alle!
"Wir sollten ab der 2. Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss", forderte Magull in der Bild-Zeitung: "Da sprechen wir von einem Mindestgehalt von 2000, 3000 Euro im Monat. So kannst du die Entwicklung im Frauenfußball nachhaltig voranbringen."
In der spanischen Liga Primera Iberdrola ist der Wunsch nach einem Gehalt, von dem Frau leben kann, Realität. Nach über einjährigen Verhandlungen und einem Streik stand Ende 2019 ein Tarifvertrag, der ein Mindestgehalt von 16.000 Euro/Jahr inklusive Mutterschutz garantiert. Nicht ganz die Summe, die sich Magull vorstellt, aber eine "historische" Vereinbarung, wie David Aganzo, Präsident der Spielergewerkschaft, über den Sieg für "Würde, Gleichheit und Gerechtigkeit" sagte.
Vorher bezogen 49 Prozent der Fußballerinnen gar kein Gehalt, 31 Prozent weniger als 500 Euro/Monat. Ist die Einigung ein Vorbild für die Bundesliga? Ja, meint Martina Voss-Tecklenburg. Für die Bundestrainerin wäre ein Mindestgehalt nach spanischem Vorbild "wichtig, da immer noch nicht alle Spielerinnen Profis sind".

Magull verweist auf die Premier League

Sie "brauche keine zehn oder 20 Millionen Euro im Jahr", meinte Magull, aber "unsere Gehälter sollten steigen, damit alle – nicht nur die Nationalspielerinnen – ihren Sport professionell ausüben können." Die Forderung passt zum weltweiten Ruf nach "Equal Pay", der auch in der Diskussion um die ungleichen EM-Prämien laut geworden war.
Spitzenspielerinnen können gut leben vom Fußball. Die verletzte Dzsenifer Marozsan etwa soll bei Champions-League-Sieger Olympique Lyon auf 350.000 Euro/Jahr kommen, die Australierin Sam Kerr (FC Chelsea) gilt mit 500.000 Euro weltweit als Topverdienerin. Zum Vergleich: So viel bekommen auch die Superstars der Premier League - pro Woche.
Auch die Frauen würden auf der Insel wie Profis bezahlt, andernfalls bekämen die Klubs keine Lizenz, berichtete Magull: "Ich weiß nicht, warum das in Deutschland nicht geht." Ihre DFB-Kollegin Laura Freigang schon: "Wo soll das Geld herkommen?", fragte sie im Playboy: Man könne "kein Geld ausbezahlt bekommen, was wir nicht einbringen".

Bundesliga auf dem richtigen Weg

Laut "Saisonreport 2020/21" erlösten die zwölf Bundesliga-Klubs zusammen 15 Millionen Euro - ein Höchstwert. Der "Personalaufwand Spielbetrieb" betrug 1,35 Millionen Euro - eine Steigerung von 113 Prozent gegenüber 2011/12. "Die Entwicklung zeigt", sagte DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann, "dass die Professionalisierung voranschreitet."
Am Ziel ist sie noch lange nicht, das weiß DFB-Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch. Sie will "den Markt dahingehend entwickeln, dass auch höhere Gehälter gezahlt werden können".
Lina Magull gefällt das.
(SID)
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DFB-Frauen tanken Selbstvertrauen: "Mit uns ist zu rechnen"

Quelle: SID

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