Frauen-EM - Bundestrainer Christian Wück kritisiert riskantes Spiel von Ann-Katrin Berger: "... sonst werde ich nicht alt"

Bundestrainer Christian Wück ist bei der Frauen-EM unzufrieden mit dem riskanten Spielstil von Torfrau Ann-Katrin Berger. Das Spiel mit dem Fuß der 34-Jährigen war Wück auch beim 2:1-Sieg gegen Dänemark am Mittwoch ein Dorn im Auge. Derart riskante Aktionen will der 52-Jährige in der Frauen-Nationalmannschaft nicht mehr sehen, "sonst werde ich nicht alt". Die Nummer eins muss jetzt zum Rapport.

Ann-Katrin Berger hütet das deutsche Tor bei der Frauen-EM

Fotocredit: Getty Images

Ann-Katrin Berger trieb Christian Wück in den Wahnsinn. So sehr, dass der Bundestrainer seine risikofreudige Nummer eins umgehend zum Rapport bestellte.
"Nein", antwortete der 52-Jährige unmissverständlich auf die Frage, ob er mit dem riskanten Spiel seiner Torhüterin einverstanden sei. Es brauche "andere Lösungen", forderte er, nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen, denn: "Sonst werde ich nicht alt."
Berger (34) war beim Sieg der deutschen Fußballerinnen im zweiten EM-Spiel (2:1) mehrmals in Dribblings gegen dänische Spielerinnen gegangen.
Wück möchte das zukünftig nicht mehr sehen. "Ich werde mich mit ihr an einen Tisch setzen", kündigte der Bundestrainer inmitten all der Freude über den Viertelfinaleinzug an. Unnötige Gegentreffer mit fatalen Folgen will der DFB-Coach vor allem in der K.o.-Phase schließlich unbedingt vermeiden.

Berger sorgt für Raunen im St. Jakob-Park

Tatsächlich war bei Bergers Aktionen beim Sieg gegen Dänemark immer wieder ein Raunen durch den St. Jakob-Park in Basel gegangen. Und auch die Vize-Kapitänin Sjoeke Nüsken gab zu, dass sie all das Nerven gekostet hat.
Sie habe teilweise gedacht: "Oh Gott, spiel' den Ball einfach lang!" Wie schon bei einer riskanten Szene im Auftaktspiel gegen Polen (2:0) spielte Berger den Ball allerdings eben nicht lang.
Bislang ging alles gut. Nur wie lange noch? Schon im letzten Gruppenspiel am Samstag (21:00 Uhr im Liveticker) gegen Schweden steigt die Qualität der Gegnerinnen - und damit die Gefahr.

Berger: "Meine Art und Weise"

Berger, die wie schon unter Wücks Vorgänger Horst Hrubesch das Vertrauen als Nummer eins genießt, sei "eiskalt", sagte Nüsken, aber: "Ich denke, dass Anne ihre Lehren daraus ziehen wird."
Wück jedenfalls wird genau das einfordern. Auf die Ankündigung ihres Trainers reagierte Berger, die im Vorjahr großen Anteil am Gewinn der olympischen Bronzemedaille hatte, erst einmal gelassen.
"Mal gucken, was er zu sagen hat und ob wir eine Lösung finden, mit der wir beide einverstanden sind", sagte die Fußballerin des Jahres schmunzelnd. Sie liebe es einfach, Fußball zu spielen, dies sei "einfach meine Art und Weise".

Minge stärkt Berger den Rücken

Kapitänin Janina Minge stärkte der Torfrau vom US-Klub Gotham FC demonstrativ den Rücken. Berger strahle "enorme Sicherheit aus. Wenn ich den Ball nach hinten spiele, weiß ich, dass er bei Anne gut aufgehoben ist", sagte Innenverteidigerin Minge. Berger habe es "überragend gemacht, man kann ihr da überhaupt nichts ankreiden".
Ist es nicht dennoch zu riskant? "Vielleicht sieht es von außen so aus, ich hatte echt ein gutes Gefühl", betonte Berger, die zumindest etwas Kompromissbereitschaft durchblicken ließ. Sie würde es zwar "wahrscheinlich wieder tun", aber "vielleicht können wir es minimieren. Ganz raus werde ich es bestimmt nicht bekommen".
Ob Wück das beruhigt?
(SID)
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Wück: "Wichtig, dieses Gesicht der Mannschaft zu sehen"

Quelle: Perform


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