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Frauen-EM - DFB-Torhüterin Ann-Katrin Berger blickt auf bewegte Geschichte zurück: "Unfassbar inspirierender Ruhepol"
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Publiziert 02/07/2025 um 16:37 GMT+2 Uhr
Ann-Katrin Berger soll der Ruhepol im deutschen Spiel sein. Dabei hat die DFB-Torhüterin eine bewegte Geschichte sich. Während der letzten Europameisterschaft erkrankte die inzwischen 34-Jährige zum zweiten Mal an Schilddrüsenkrebs. Doch Berger kämpfte sich erneut zurück und sicherte mit einem gehaltenen Elfmeter die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2024: "Druck verspüre ich nicht."
Gwinn fiebert EM entgegen: "Riesige Ehre, Kapitänin zu sein"
Quelle: Perform
Natürlich schwirren Ann-Katrin Berger die Momente für die Ewigkeit noch im Kopf umher.
Die Ernennung zur Nummer eins, der Gewinn der Olympia-Bronzemedaille mit ihr als gefeierter Elfmeterheldin oder die Auszeichnung als beste Fußballerin 2024 - die DFB-Torhüterin belohnte sich im vergangenen Jahr in gewisser Weise für all die schweren Kämpfe, die sie zuvor erfolgreich gemeistert hatte.
Denn hinter der Ältesten im verjüngten deutschen EM-Kader liegt eine bewegte Geschichte. Nicht umsonst wird Giulia Gwinn emotional, wenn es um ihre 34 Jahre alte Teamkollegin geht.
Berger, sagt die Kapitänin, sei "unfassbar inspirierend", sie müsse ihren "Hut ziehen, welche Stärke und welches Durchhaltevermögen diese Frau besitzt". Aus sportlicher, aber insbesondere aus gesundheitlicher Sicht.
Berger bekämpfte zweimal erfolgreich den Krebs
Denn während der EM 2022 in England hatte Berger die Schockdiagnose Schilddrüsenkrebs erhalten - zum zweiten Mal nach 2017. Es folgten die anstrengende Therapie, die nagende Ungewissheit.
"Erschreckend" sei es wieder für sie gewesen, betonte Berger damals. Sie gewann den Kampf gegen den Krebs aber erneut, reiste als Nummer zwei mit zur WM 2023 - und schrieb danach ihr eigenes kleines Fußball-Märchen.
Jahrelang hatte Berger im Schatten von Merle Frohms gestanden, bis Horst Hrubesch sie kurz vor den Sommerspielen 2024 überraschend ins Tor beorderte. Die Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus.
Sie schließe zwar schnell mit ihrer Vergangenheit ab, sagt Berger, aber natürlich sei der gehaltene Elfmeter in der Nachspielzeit im Bronze-Match bei Olympia gegen Weltmeister Spanien "ein riesengroßer Moment" ihrer Karriere.
DFB-Coach Wück schenkt Berger trotz Patzern das Vertrauen
"Ich fand es so schön, dass sie sich selbst belohnen konnte - und das Gesicht war, das die Bronzemedaille festgehalten hat", sagt Gwinn.
Das Vertrauen schenkt Berger auch der neue Bundestrainer Christian Wück. Wohl auch, weil die Torhüterin der "Ruhepol" im deutschen Spiel ist, wie Gwinn betont, "sie strahlt so viel Sicherheit aus".
Dabei ist das Spiel der Keeperin vom US-Klub Gotham FC nicht frei von Fehlern: Beim Schützenfest gegen Österreich (6:0) etwa hatte sich Berger jüngst mehrere Unsicherheiten erlaubt.
Diese blieben zwar folgenlos, doch schon im EM-Auftaktspiel am Freitag (21:00 Uhr) gegen Polen dürften derartige Schnitzer bestraft werden.
Berger verspürt keinen Druck mehr
Aus der Ruhe bringt sie das aber offenbar nicht. Obwohl Berger aufgrund der Saison in den USA etwas später zum DFB-Team stieß, zeigt sie sich bereit. "Ich fühle mich fit, ich bin mitten in der Saison und glaube, dass ich schon einen Vorteil habe", sagt sie.
Was Deutschlands Fußballerin des Jahres mental so stark macht? "Ich muss ehrlich sagen, Druck verspüre ich nicht", sagt sie lapidar: "Es ist grundsätzlich ein Fußballspiel, einer gewinnt und einer verliert."
Berger gewann zuletzt häufig. Auf und neben dem Platz.
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(SID)
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