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Der "Kampf" ums Weiße Haus: Trump und Rapinoe auf Konfrontationskurs

Der "Kampf" ums Weiße Haus: Trump und Rapinoe auf Konfrontationskurs
Von Eurosport

27/06/2019 um 13:52

"Ich werde garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus kommen". Diese Worte der US-Fußballerin Megan Rapinoe sorgen für Aufregung - nicht nur bei Donald Trump. Sollte die USA mit Rapinoe die WM gewinnen, sei Rapinoe nicht bereit, die US-Regierung im Weißen Haus zu besuchen, machte sie klar. Die Breitseite der US-Spielführerin an den amerikanischen Präsidenten blieb nicht lange unbeantwortet.

Die Höhenluft in der Air Force One machte Donald Trump offenbar müde. Die berüchtigten Twitter-Daumen des US-Präsidenten regten sich auf dem Weg zum G20-Gipfel in Osaka kaum - Megan Rapinoe wurde im Gegensatz zu Indien (angeblich zu hohe Zölle) jedenfalls verschont.

Doch der Konflikt zwischen Trump - der sich einmal mehr wenig präsidial präsentierte - und der regierungskritischen Spielführerin der US-Fußballerinnen ist ganz sicher noch nicht ausgestanden.

Anlass für den öffentlich ausgetragenen Streit war die Ankündigung Rapinoes, im Falle des WM-Triumphs "garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus zu kommen".

Video - Rapinoe: "Ich gehe doch nicht ins f*** Weiße Haus"

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Trump wütet gegen Rapinoe

Trump ließ sich die Vorlage zur Eskalation nicht nehmen. Dass er damit für große Unruhe im US-Lager vor dem Frankreich-Spiel sorgte, war ihm egal.

Megan Rapinoe (Reign FC) of United States celebrates after scoring his sides first goal during the 2019 FIFA Women's World Cup France Round Of 16 match between Spain and USA at Stade Auguste Delaune on June 24, 2019 in Reims

Megan Rapinoe (Reign FC) of United States celebrates after scoring his sides first goal during the 2019 FIFA Women's World Cup France Round Of 16 match between Spain and USA at Stade Auguste Delaune on June 24, 2019 in ReimsGetty Images

Rapinoe wird der Einladung bestimmt nicht folgen. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin ist eine bekannte Aktivistin gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung.

Die 33-Jährige war die erste weiße Person und die erste Frau, die sich 2016 dem "Knie-Protest" des Football-Quarterbacks Colin Kaepernick gegen Rassismus und Polizeigewalt angeschlossen hat. Sie durfte erst wieder in der Nationalmannschaft mitspielen, als sie zustimmte, bei der US-Hymne wieder zu stehen. Sie singt allerdings bis heute aus Protest nicht mit.

Immer wieder Konflikte um Trump

Innerhalb ihrer Mannschaft genießt "Pinoe" großen Rückhalt. "In Bezug auf die Tweets des 'Präsidenten': Ich weiß, dass Frauen, die Sie nicht kontrollieren oder begrapschen können, Sie ärgern - aber ich stehe zu @mPinoe und werde auch verzichten", twitterte Mitspielerin Ali Krieger.

Die Verteidigerin, die fünf Jahre lang beim 1. FFC Frankfurt spielte und mit Mitspielerin Ashlyn Harris verlobt ist, betonte zudem ihre Ablehnung gegenüber "dieser diskriminierenden Regierung".

Trump behauptete in seinen Tweets, Sport-Mannschaften liebten es, ins Weiße Haus zu kommen. Es gibt jedoch Gegenbeispiele: Die Basketballer der Golden State Warriors verzichteten nach dem NBA-Titel 2018 auf einen Besuch. Die Football-Champions der Philadelphia Eagles wurden von Trump nach einer Hymnen-Kontroverse ausgeladen.

Auch die Fußballerinnen werden dem Präsidenten wahrscheinlich komplett aus dem Weg gehen. Schließlich ist Rapinoe die unangefochtene Anführerin der Nationalmannschaft.

Das zeigte sich bereits vor der WM. Als die Kapitänin mit den pinkfarbenen Haaren gemeinsam mit vier weiteren Spielerinnen den eigenen Verband USSF wegen Geschlechterdiskriminierung verklagte und von einem Bundesgericht das Recht auf weitere juristische Schritte erhielt, schloss sich das gesamte Team ihrer Vorkämpferin an.

(SID)

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